Skeptisch wegen ASO-Plänen

Kittel: “Man kann die Tour nicht mit allen Mitteln durchziehen“

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Marcel Kittel als ARD-Experte bei der Tour 2019 im Gespräch mit Matteo Trentin (Mitchelton - Scott) | Foto: Cor Vos

30.03.2020  |  (rsn) - Der im vergangenen Jahr zurückgetretene Marcel Kittel lehnt die Idee der französischen Sportministerin Roxana Maracineanu ab, wie vorgesehen ab dem 27. Juni eine Tour de France ohne Zuschauer entlang der Strecke zu veranstalten.

“Das wäre völlig unvernünftig. Das hieße ja, wir denken über eine Tour nach, die in einer Zeit durch Frankreich rollen würde, in der sich das Coronavirus noch weiter ausbreiten würde. Sonst müssten die Zuschauer ja nicht geschützt werden“, erklärte der 14-malige Tour-Etappengewinner gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Damit schloss sich Kittel der Kritik von Profis wie Warren Barguil (Arkéa - Samsic), Teamchefs wie Patrick Lefevere (Deceuninck - Quick-Step) oder auch Bürgermeistern von Etappenstädten an, die sich ähnlich wie der ehemalige deutsche Weltklassesprinter geäußert hatten.

Dagegen plädierte Kittel ebenfalls für eine Verschiebung der 107. Frankreich-Rundfahrt, deren Grand Départ in Nizza stattfinden soll. “Wenn sich die Corona-Krise nicht schnell bewältigen lässt, dann wäre es gut, wenn die Tour im Sommer eine Pause macht und später ausgetragen wird. Man kann die Tour nicht mit allen Mitteln durchziehen“, betonte er.

Im Gegensatz zu den beiden weiteren sportlichen Großereignissen dieses Jahres, die Fußball-EM und die Olympischen Spiele, die wegen der Corona-Pandemie beide bereits auf 2021 verschoben worden sind, halten die Organisatoren der ASO in offensichtlicher Abstimmung mit der französischen Regierung am Zeitplan fest.

Wie der wallonische öffentlich-rechtliche Radiosender RTBF berichtete, behalte sich die ASO noch eine Frist bis zum 15. Mai vor, bis zu der eine endgültige Entscheidung fallen soll. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am vorletzten Sonntag noch eine Bedenkzeit von vier Wochen angekündigt. Nur zwei Tage später folgte der Entschluss, die Olympischen Sommerspiele von Tokio ins nächste Jahr zu verschieben.

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