“Driveway Series“ in Austin, Texas

Erste Schritte zur Rückkehr in die Radsport-Normalität

Von Stefan Rothe

Foto zu dem Text "Erste Schritte zur Rückkehr in die Radsport-Normalität"
Das Podium vom 18. Juni, v.l.n.r.: Colin Strickland, Andy Jobin, Stefan Rothe v.l.n.r.) | Foto: Driveway Series

29.06.2020  |  (rsn) - Die weltweite Corona-Pandemie hat den Profi- und Amateurradsport auch hier in den USA komplett gestoppt und seit Mitte März gab es keine Radrennen mehr. Der amerikanische Radsport-Verband USA Cycling hat alle Genehmigungen für alle Veranstaltungen gestoppt und die lokalen Behörden/Bundesstaaten jegliche Massenansammlungen und damit auch Sport-Aktivitäten verboten.

Doch seit 1. Juni hat USA Cycling wieder Wettkampf-Ausschreibungen zugelassen und auch im Bundesstaat Texas wurden die Corona-Regelungen gelockert: Seit dem 15. Juni dürfen Erwachsene wieder Hobby- & Profisport betreiben, auch wenn nur unter strickten Bestimmungen: keine Zuschauer, nur eine begrenzte Anzahl von Sportlern und spezielle Gesundheitsbestimmungen.

Die “Driveway Series“ in Austin, Texas, ist die populärste und größte wöchentliche Kriteriums-Serie in den USA: Normalerweise sind dort jeden Donnerstagabend von Mitte März bis Mitte September rund 350 bis 500 Radsportler - von Junioren, Frauen, C-Klasse bis zur Profi/A-Klasse - am Start und können auf einer privaten Auto-Rennstrecke ihrem Hobby nachgehen.

Seit dem 18. Juni gibt es jetzt auch wieder Radrennen hier beim “Driveway“, aber  nur mit begrenzter Starterzahl, ohne Zuschauer, ohne Bierzelte und mit Maskenpflicht vor und nach dem Wettkampf. Um die neuen Regelungen der Stadt und des Bundesstaats einzuhalten, muss auch jeder Teilnehmer einen Temperatur-Check am Eingang machen und nach dem Rennen die Anlage schnell wieder verlassen. Nach drei Monaten ohne Wettkämpfe sind die minimierten Startfelder jetzt in den verschiedenen Klassen ausverkauft und bei der Profi/A/B-Klasse waren 53 Fahrer am Start. Normalerweise hat die gleiche Klasse ein 100-120 starkes Fahrerfeld.

Das lokale Elite-Team ELBOWZ Racing, gemanagt von Ex-Moto GP (Yamaha & Ducati) Fahrer Ben Spies, hat die ersten beiden Wettkämpfe in der Profi/A/B-Klasse gewonnen: Am 18. Juni durch Andy Jobin, und am 25. Juni war der Autor Stefan Rothe erfolgreich.

Auch bekannte Profi-Radsportler wie Lawson Craddock (EF Education First) nutzen den “Driveway“, um sich so gut wie möglich auf die bevorstehende Mini-Saison in Europa mit Tour de France und Weltmeisterschaften vorzubereiten. Der WM-Zeitfahrsechste von Yorkshire 2019 fuhr beim letzten Driveway hinter Rothe (ELBOWZ) und Spencer Jones (Super Squadra) auf Platz drei.


 

Der gebürtige Dresdener Stefan Rothe lebt seit 2003 in den USA und besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. In den 1990er Jahren fuhr er beim 1. RSV Dresden und Dresdner SC 1898. 2013 wurde er US-Meister in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung, 2016 Studenten-Meister der USA. Rothe verfügt über einen Uni-Abschluss in Sportwissenschaft und einen Radsport-Trainerschein.

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