Offiziell sechster WorldTour-Rennstall mit Kürzungen

Auch NTT kürzt Gehälter im Corona-Überlebenskampf der Teams

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Auch NTT kürzt Gehälter im Corona-Überlebenskampf der Teams"
Auch bei NTT, hinten links Max Walscheid, gibt es in der Corona-Krise weniger Geld. | Foto: Cor Vos

01.05.2020  |  (rsn) - Nach CCC, Mitchelton - Scott, Astana, Lotto Soudal und Bahrain - Merida werden auch die Fahrer des südafrikanischen Rennstalls NTT um den Deutschen Max Walscheid und den Österreicher Michael Gogl in den kommenden Monaten wohl weniger Gehalt beziehen. Das bestätigten Teamchef Douglas Ryder und Manager Bjarne Riis in einer Video-Pressekonferenz mit internationalen Medienvertretern. NTT ist der sechste WorldTour-Rennstall, der Gehaltskürzungen offiziell bestätigt hat. Um weitere Teams, wie etwa EF Education First, halten sich Gerüchte wacker.

"Wir haben Gehaltsanpassungen bei Fahrern und Mitarbeitern vorgenommen, um zu versuchen, das längerfristige Bestehen des Teams zu ermöglichen", so Ryder laut cyclingnews.com. "Es ist ein entscheidendes Jahr für uns und momentan ist eine sehr schwere Zeit, um Gespräche mit unseren Sponsoren zu führen."

Das japanische IT-Unternehmen NTT, das Dimension Data aufgekauft hat, ist seit dieser Saison Namensgeber des südafrikanischen Rennstalls, der einst unter MTN - Qhubeka und in den vergangenen Jahren als Dimension Data firmierte. Der Sponsoring-Vertrag läuft aber Ende 2020 aus, und sollten in diesem Jahr keine Rennen mehr stattfinden, so dürften Verhandlungen über eine mögliche Vertragsverlängerung schwer fallen.

Fenster-Hersteller Velux Kandidat als neuer Hauptsponsor?

Allerdings berichten verschiedene Medien auch, dass der dänische Dachfenster-Hersteller Velux bereits Interesse daran bekundet habe, im kommenden Jahr Hauptsponsor des Riis-Rennstalls zu werden.

"Für viele Teams, auch uns, ist es entscheidend, dass in diesem Jahr wieder Rennen gefahren werden. Wenn es dazu nicht kommt, ist das schwerwiegend für die Teams", erklärte Ryder. "Jedes Team hat andere Verträge, aber kein Sponsor zahlt das volle Jahresbudget am 1. Januar."

Außerdem fehlten momentan auch die Startgelder, was sich ebenfalls deutlich bemerkbar mache, so der Südafrikaner. "Einige Sponsoren warten mit ihren Bezahlungen, bis wieder Rennen gefahren werden. Es ist ein sehr schwieriges Puzzle für jedes Team. Das größte Puzzle-Teil dabei sind die Gehälter, und wir versuchen damit nun richtig umzugehen."

Riis bestätigte derweil, dass die letzten Verträge über seine Teilhabe an dem Rennstall - der Däne ist seit Anfang des Jahres Team-Manager und soll auch Miteigentümer werden - noch nicht unterschrieben sind. Ryder und Riis gemeinsam erklärten aber, dass das trotz allem geschehen werde.

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