Burgos: Österreicher bricht im Schlussanstieg ein

Großschartner: “Ehrlich gesagt ein bisschen enttäuschend“

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Felix Großschartner (Bora - hansgrohe) ist bei der Burgos-Rundfahrt sein Führungstrikot los. | Foto: Cor Vos

30.07.2020  |  (rsn) - Über mehr als 140 Kilometer der 3. Etappe der Burgos-Rundfahrt lief für Felix Großschartner und seine Teamkollegen von Bora - hansgrohe alles nach Wunsch. Doch im alles entscheidenden 7,8 Kilometer und mehr als neun Prozent steilen Schlussanstieg zur Bergankunft am Picón Blanco (1.486 Meter) brach der Österreicher bei Temperaturen bis zu 40 Grad regelrecht ein und erreichte 9:27 Minuten hinter dem überragenden Tagessieger Remco Evenepoel (Deceuninck - Quick-Step) das Ziel.

Doch für Bora - hansgrohe kam es noch schlimmer, denn auch Rafal Majka und Lennard Kämna konnten im Finale nicht mit den Besten mithalten, so dass der Rennstall aus Raubling nach der ersten von zwei Bergetappen alle seine Hoffnungen auf ein Spitzenergebnis im Schlussklassement begraben kann. Bester Bora-Profi war noch der 23-jährige Kämna, der mit 5:09 Minuten Rückstand Rang 35 belegte, was in der Gesamtwertung - bei identischem Abstand zum neuen Spitzenreiter Evenepoel - Position23 bedeutet.

“Das Wetter war heute unerbittlich, es war extrem heiß und niemand von uns hatte die Beine auf dem letzten Anstieg“, gestand Auftaktsieger Großschartner nach der Pleite am Picón Blanco ein. Auch der Sportliche Leiter Steffen Radochla war etwas ratlos angesichts der Ergebnisse seines Spitzentrios. Die Hitze habe “definitiv eine Rolle gespielt“, so Radochla. “Wahrscheinlich sind die Jungs nicht so gut zurecht gekommen wie vielleicht einige andere Fahrer. Wir waren heute einfach nicht mit vorne dabei.“

Dabei sah es zu Beginn der zweiten Rennhälfte noch ganz anders aus. Da nämlich fuhr Bora - hansgrohe bei der Jagd auf die mit zwischenzeitlich neun Minuten Vorsprung führende Spitzengruppe das Feld bei Seitenwind zwischenzeitlich auseinander. Gemeinsam mit Ineos um Titelverteidiger Ivan Sosa und Giro-Sieger Richard Carapaz gelang es dem Raublinger Team, eine kleine Gruppe zu bilden, in der sich neben Großschartner, Kämna und Majka noch Neuzugang Matteo Fabbro befand.

Auf der Windkante sah es noch gut aus

“Mit dieser Taktik hatten wir zwar ein bisschen Erfolg, aber wir wurden vom Feld ein wenig später eingeholt“, kommentierte Großschartner den spektakulären, aber vergeblichen Erfolg, der möglicherweise entscheidende Körner gekostet hatte. “Wir waren fast mit dem ganzen Team vorne, das war super gut, aber das hat natürlich allen ein bisschen Energie gekostet“, gab Radochla zu.

In der Phase war sogar der spätere Sieger Evenepoel abgeschüttelt, doch der 20-jährige Belgier wurde von seinen aufmerksamen Teamkollegen wieder nach vorn gebracht, ehe er schließlich auf den letzten zwei Kilometern die entscheidende Attacke setzte. Zu diesem Zeitpunkt war von Großschartner, der bereits früh im Schlussanstieg zu kämpfen hatte, nichts mehr zu sehen.

“Es ist ehrlich gesagt ein bisschen enttäuschend, weil wir im Rennen so gut gefahren sind“, sagte der Rundfahrtspezialist im Ziel. Zumindest bleibt noch eine Chance auf Wiedergutmachung - und zwar übermorgen an der Bergankunft der Schlussetappe, wo die Entscheidung über den Gesamtsieg fallen wird. Für den kommt übrigens auch der zweimaliger Burgos-Champion Sosa nicht mehr in Frage. Der Kolumbianer kassierte 7:13 Minuten und kam noch eine Position hinter Majka (43.) ins Ziel.

Großschartner jedenfalls dachte nicht daran, sich auf seinem Etappensieg vom Dienstag auszuruhen. “Wir sind jetzt voll motiviert für die Etappe am Samstag“, kündigte der 26-Jährige an.

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