Cross-WM: Platten bringt Van Aert aus dem Konzept

Van der Poel: “Der Strand war die wichtigste Stelle des Rennens“

Von Peter Maurer aus Oostende

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Mathieu van der Poel (vorn) und Wout Van Aert auf dem Strandabschnitt des WM-Rennens in Oostende | Foto: Cor Vos

31.01.2021  |  (rsn) - Acht Runden lang zog in Oostende das heiß erwartete Duell der beiden Superstars Mathieu van der Poel und Wout Van Aert um den Weltmeistertitel im Cyclocross die Fans in seinen Bann. Für beide wäre es der vierte in ihrer Karriere gewesen, am Ende konnte aber nur einer beiden Überflieger jubeln.

Letztlich war es der 26-jährige van der Poel, der die Goldmedaille entgegennahm und sich das Regenbogentrikot überstreifen durfte. Auf dem schweren Kurs am Strand von Oostende krönte sich der Niederländer zum Herrn der Gezeiten.

Wie schon im vergangenen Oktober bei der Flandern-Rundfahrt schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts, gaben von Anfang an Vollgas und schüttelten das restliche Starterfeld mit Leichtigkeit ab. Der zweigeteilte Kurs, mit dem klassischen Wiesenabschnitt auf der Pferderennbahn und der wohl einzigartigen Strandpassage an der Nordseeküste bei Ebbe und Flut bot beiden Fahrern etwas.

So war es der Belgier, der die ersten beiden Runden dominierte und den ein Sturz des Vorjahressiegers sogar einen kleinen Vorsprung einbrachte. Doch van der Poel kam zurück und flog sogar wieder an dem von einem Vorderradplatten behinderten Van Aert vorbei. "Am Strandabschnitt konntest du echt was bewirken. Am Anfang steckte ich kurz fest und Wout war weg. Das war die wichtigste Stelle des Rennens", beschrieb van der Poel die frühe Rennphase, als er sich allerdings auch nicht aus dem Konzept bringen ließ, als er zu Boden gegangen war.

Jetzt freut sich van der Poel auf Roubaix und die Ronde

Nachdem er sein erstes großes Saisonziel abhaken konnte, wartet nun die Straßensaison auf den Alleskönner, mit Klassikerstarts und der Tour-de-France-Premiere. “Ich freue mich auf Roubaix, denn das wird mein erstes Mal sein. Ich habe aber auch die Titelverteidigung bei der Flandern-Rundfahrt im Visier“, sagte der alte und neue Weltmeister. Dann wird er auch wieder auf einen Dauerrivalen treffen. Seit dem Kindesalter messen sich die beiden im Cross und seit zwei Jahren auch auf der Straße.

Doch so viel Selbstvertrauen van der Poel mit seinem Sieg tanken konnte, so deutlich waren die Spuren der Niederlage Van Aert anzumerken. "Ich bin von mir selbst enttäuscht, vor allem weil ich mich nicht so wehren konnte, wie ich es normalerweise kann", erklärte er vor allem der belgischen Presse, die auf die Suche nach Gründen für die Niederlage des Lokalmatadors ging.

Fast ungläubig blicken die Journalisten auf den 1,87 Meter großen Schlacks, der wie ein Häufchen Elend die Fragen versuchte zu beantworten. "Irgendetwas ist bei mir heute mental kaputtgegangen und darüber bin ich besonders enttäuscht", sagte der 26-Jährige. Auch den Defektteufel, als ziemlich einziger Fahrer im Feld hatte Van Aert einen platten Reifen, ließ er nicht als Ausrede gelten.

"Schon klar, das Fahren mit der Panne und der Wechsel haben Zeit gekostet, aber ich kam nicht mehr näher an Mathieu heran. Und dass, obwohl ich mich in den ersten Runden so gut gefühlt habe", blickte er auf die zweite Rennhälfte zurück, zollte seinem Kontrahenten aber auch seinen Respekt: "Er ist der verdiente Champion und stark gefahren, während ich nicht mehr näher ran gekommen bin."

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