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Der große rsn-Gravelbike-Test - Teil 6, Rad 6

Specialized Turbo Creo SL: Formel E im Gelände

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Specialized Turbo Creo SL: Formel E im Gelände"
| Foto: pressBureau.eu/ w preß

19.06.2021  |  Elektro-Räder sind seit Jahren die Verkaufsschlager der Branche, und seit einiger Zeit ist der Trend auch bei Rennrädern und Gravelbikes angekommen. Kann man sich bei einem E-Renner noch fragen, ob man das wirklich braucht (solang man nicht in den Bergen wohnt), so stellt sich diese Frage m.E. bei einem E-Gravelbike nicht.

Warum? Die Unterstützung bis 25 km/h, die man mit dem Rennrad
zumindest auf flacheren Strecken eher selten in Anspruch nimmt, die hat auf dem Schotterrad absolut ihren Sinn: Durch den je nach Untergrund oft deutlich höheren Rollwiderstand auf nicht asphaltierten Strecken ist man auch in der Ebene für die zusätzlichen E-Watt meist durchaus dankbar.

Das Turbo Creo stellt diese Unterstützung in besonders unauffälliger Form zur Verfügung: Der in das Unterrohr integrierte Akku fällt kaum ins Auge, ebenso der Motor im Tretlager-Bereich, Display am Lenker gibt's nicht, lediglich der Bedienungsknopf samt Akku-Anzeige am Oberrohr macht klar, dass man mit E-Assistenz unterwegs ist.

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Specialized präsentierte das Turbo Creo
im Juli 2019; das Motor-System SL 1.1 haben die Kalifornier in Kooperation mit dem deutschen Auto-Ausrüster Mahle entwickelt - ein kompakter, leichter Motor, der für ein besonders natürliches Fahrgefühl sorgen soll.

Das Specialized Turbo Creo SL ist in Road- und Gravelbike-Varianten erhältlich, diese teilen sich dabei die identische Geometrie. So ist das von rsn getestete Gravelbike in der Geometrie dem Roadbike sehr ähnlich; die Rahmenmaße sind jedoch eher im Endurance-Bereich. Der Radstand ist dabei etwas länger als bei Rennrädern, aber kürzer als bei normalen Gravelbikes, die Vereinigung beider Spielarten in einem Bike

Die Front-Dämpfung "Future Shock 2.0"
wurde 2016 zusammen mit den Ingenieuren von McLaren entwickelt. Das Dämpfungs-System verwendet verschiedene Feder-Elemente im Steuerkopf, deren Funktion weiter optimiert wurde. Und die neue Version fährt sich nochmal komfortabler als die vorherige. Obwohl auch das neue Dämpfungs-Element nur 20 Millimeter Federweg hat, verbessert es den Fahrkomfort auf schlechten Untergründen merklich: Erstaunlich, wie effektiv auch grobe Untergründe glatt gebügelt werden, selbst bei hohem Tempo.

Die Dämpfung kann per Drehrad am Steuerkopf eingestellt, bzw auch komplett festgestellt werden. So wippt der Vorbau nicht, wenn man aus dem Sattel geht, und die eingesetzte Kraft wird komplett in Vortrieb umgesetzt. Der Einstellknopf justiert die Druckstufe von komplett geöffnet bis fast geschlossen, während der hydraulische Dämpfungskreislauf die Zugstufe kontrolliert.

Der sehr leichte "SL 1.1"-Motor verdoppelt
die Tretleistung mit bis zu 240 Watt. Der schnell ansprechende Antrieb mit speziell abgestimmter Drehmoment-Kurve liefert perfekt synchronisierte Unterstützung zur Trittfrequenz. Er hat keinen Widerstand, wenn man ohne Unterstützung fährt. Mit bis zu 120 km Reichweite mit dem internen Akku , und mit dem optionalen "Range Extender" für den Flaschenhalter gibt es Power für weitere 60 km.

Wer das Bike mit der "Mission Control"-App verbindet, kann den Motor nach Belieben einstellen, die Runde aufnehmen und den Ladezustand des Akkus überwachen. Die App kann auch die Entladung der Akkus steuern und stellt sicher, dass seine Ladung für den gesamten Ride ausreicht. Der Motor hat zudem einen eingebauten Power-Meter, der seine Daten an jedes "ANT+"-Gerät übertragen kann.

rsn-Fazit: Das Turbo Creo SL ist ein prima Gravelbike mit E-Unterstützung, das durch das für ein Elektrorad recht geringe Gewicht von knapp 14 kg auch ohne Motor gut zu fahren ist. Die Unterstützung wird dabei unauffällig, leise und "smooth" zur Verfügung gestellt, die Reichweite des 320-Wh-Akkus ist top, und mit dem "Range Extender" nochmal um die Hälfte zu erweitern.
Die Front-Dämpfung funktioniert auch auf schlechten Untergründen bestens, und erhöht den Komfort deutlich. Ob man auf einem Gravelbike eine versenkbare Sattelstütze braucht, hängt von den Strecken ab, die man üblicherweise fährt: Wer viel auch im schwierigeren Gelände unterwegs ist, für den ist sie durchaus sinnvoll. 

Die Daten:
Rahmen Specialized Fact 11r Carbon
Größen XS - XXL (im Test XL)
Gabel Specialized Fact Carbon
Motor Specialized SL 1.1; 240 W, 35 Nm
Akku Mahle, 320 Wh
Antrieb Shimano Deore XT Di2, 11-fach
Schaltung Deore XT Di2 Shadow Plus, 1 x 11
Zahnkranz/ Kurbel Praxis Alloy, 44 Z.
Kassette Shimano Ultegra, 11 - 42 Z.
Bremsen Shimano Ultegra Disc R8070, 160/ 160 mm
Lenker Specialized Adventure Gear Hover, 410 mm
Vorbau Future Vorbau Pro, 100 mm
Sattelstütze X-Fusion Manic, 50 mm, versenkbar
Sattel Specialized Body Geometry Power Expert
Laufräder Roval C38 Disc Carbon
Reifen Pathfinder Pro 2Bliss Ready, 38 mm
Gewicht 13,9 kg (Gr. XL, o. Ped.)
Preis 8499 Euro

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Weitere Informationen

Specialized Germany GmbH
Holzkirchen-Föching
Oberbayern

E-Mail: info@specialized.com
Internet: www.specialized.com/de

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