Etappe 18: Pau - Luz Ardiden, 130 km

Kurz und heftig: Der letzte Tag in den Pyrenäen

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Das Streckenprofil der 18. Tour-Etappe | Foto: ASO

15.07.2021  |  (rsn) - Am 26. Juni begann in Brest in der Bretagne die 108. Tour de France. Wir stellen die 21 Etappen der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt vor.

18. Etappe, 15. Juli, Pau - Luz Ardiden, 130 km, Gebirge:
Eine Legende der Tour steht an, der Col du Tourmalet, und schließlich die dritte Bergankunft, heute in Luz Ardiden - der einzige Tag mit zwei Bergen "Hors Categorie", aber auf nur 130 Kilometern Strecke.

TagesTOUR: Zu Beginn warten zwei Wellen, als zweite die erste Bergwertung des Tages, die Kat.-4 Cote de Notre Dame de Pietat, die schon nach zehn Kilometern wartet: Auf zweieinhalb Kilometern sind gut fünfeinhalb Prozent zu bewältigen. Es folgen 45 Kilometer sacht bergauf, bis zum nächsten Anstieg der 4. Kategorie, der Cote de Loucrup - zwar nur zwei Kilometer lang, aber mit sieben Prozent. Sieben Kilometer später folgt die Sprintwertung in Pouzac.
Nun geht es kontinuierlich bergan, ab Kilometer 81 in den Col du Tourmalet (2115 m, HC) hinein, der mit seinen 17 Kilometern und einer Steigung von 7,3 Prozent den Fahrern richtig weh tun wird. Der Erste auf der Passhöhe gewinnt das 5000-Euro-"Souvenir Jaques Goddet" (benannt nach dem zweiten Sportdirektor der Tour). Nach der 18-km-Abfahrt nach Luz St Sauveur bleibt auf einem kurzen  Flachstück kaum Zeit zur Erholung. Der Schlussanstieg nach Luz Ardiden (1726 m, HC) ist mit 13,3 Kilometern nicht ganz so lang wie der zum Tourmalet, mit durchschnittlich 7,4 Prozent aber fast genauso steil.

KulTOUR: Als ehemalige Königsstadt kann Pau nicht nur ein schönes mittelalterliches Schloss vorweisen, sondern auch diverse Palast-Gebäude aus der Renaissance-Zeit. Weiter sehenswert sind die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, eine der bedeutendsten romanischen Kirchen der Region, und ein 1808 von Napoleon in Gelos (südlich von Pau) gegründetes Gestüt, mit einer beeindruckenden Sammlung von Pferdewagen aus dem 19. Jahrhundert.

Luz Ardiden ist ein 1974 entstandenes Skigebiet im französischen Departement Hautes Pyrénées, mit rund 60 Kilometern Pisten, umgeben von den Bergen Coums des Aulhères (2168 m) und Arriu Né.

HisTOURie: Pau ist - man lese und staune - zum 73. Mal Teil der Tour de France; Premiere war 1930. Von 1971 bis 1990 war die 80.000-Einwohner-Stadt am Fuß der Pyrenäen jährlich im Programm, und ist es nun auch schon wieder das achte Jahr in Folge. Marcel Kittel gewann hier 2017 - 20 Jahre nach Erik Zabel und 40 Jahre nach Didi Thurau - eine Etappe.
Luz Ardiden, ein Bergdorf in den Hautes Pyrénées mit nicht mal tausend Einwohnern, ist zum neunten Mal dabei. Pedro Delgado feierte hier 1985 seinen ersten Erfolg bei der Tour, Miguel Indurain holte 1990 in Luz Ardiden seinen letzten Sieg.

TOURakel: Die letzte Bergetappe dieser Tour ist zugleich auch die letzte Chance für die Kletterspezialisten, Zeit im Gesamtklassement gutzumachen - vor allem in Hinblick auf das zweite Zeitfahren übermorgen. Die lange, schwere Auffahrt zum Tourmalet und natürlich auch die Schlusssteigung könnten nochmal einige Bewegung in die Gesamtwertung bringen. Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) scheint nach wie vor unangreifbar, aber hinter dem Slowenen kämpft eine Handvoll Fahrer um die restlichen beiden Podiumsplätze in Paris. Zudem fällt in Luz Ardiden wohl die Entscheidung im diesmal besonders spannenden Kampf um das Bergtrikot.

 
Alle Informationen zur 108. Tour de France hat das Magazin
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