Sieg bei erster Bergankunft in Norwegen

Van Vleuten wird Erwartungen gerecht und schreibt Geschichte

Von Felix Mattis aus Norefjell

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Annemiek van Vleuten (Movistar) siegt in Norefjell. | Foto: Cor Vos

15.08.2021  |  (rsn) – Am Ende tat sie genau das, was alle erwartet hatten: Als die elf Kilometer lange Schlusssteigung in den Ski-Ort Norefjell 3000 Meter vor dem Ziel ihren mit rund 15 Prozent steilsten Punkt erreichte, beschleunigte Annemiek van Vleuten (Movistar) hart und riss die Favoritengruppe auseinander. Zunächst konnten Cecilie Uttrup Ludwig (FDJ Nouvelle Aquitaine Futuroscope) und Ashleigh Moolman-Pasio (SD Worx) noch folgen, doch 600 Meter später kam van Vleuten allein aus dem Steilstück heraus und fuhr als Solistin auf den gemäßigteren zwei Schlusskilometern dem Sieg entgegen.

"Ich wusste, dass Ashleigh Moolman-Pasio in sehr guter Form ist und war mir nicht so sicher, wie gut ich noch drauf sein würde, weil ich nach Tokio ein bisschen Party-Beine hatte", erklärte van Vleuten anschließend und freute sich: "Es ist schön, hier oben zu gewinnen und auch schön, dass das Rennen eine solche Ankunft eingeführt hat – zusätzlich zu den sonst eher den Kriterien ähnelnden Rundkurs-Ankünften."

Die 782 Meter hohe Bergankunft am Norefjell-Resort nämlich war ein Novum bei der Ladies Tour of Norway: Erst zum zweiten Mal überquerte das Rennen den Oslofjord nach Westen und erstmals endete eine Etappe mit einem langen Schlussanstieg. Van Vleuten erreichte den Zielstrich 35 Sekunden vor Moolman-Pasio und 41 Sekunden vor Mavi Garcia (Ale BTC Ljubljana) sowie 44 vor deren Schweizer Teamkollegin Marlen Reusser.

Ludwig wurde mit 48 Sekunden Rückstand Fünfte und die US-amerikanische Auftaktsiegerin Kristen Faulkner (Tibco – SVB) kam zwei weitere Sekunden dahinter als Sechste ins Ziel, so dass die Teamkollegin der Deutschen Tanja Erath ihr Grünes Trikot verteidigte und hinter van Vleuten, Moolman-Pasio (+ 0:39) und Garcia (+ 0:47) nun Gesamtvierte ist.

So lief das Rennen:

Während der 145 Kilometer langen 3. Etappe von Drammen hinauf nach Norefjell dauerte es lange, bis sich eine Spitzengruppe bildete. Nach 32 Kilometern gewann Nina Buijsman (Parkhotel Valkenburg) aus dem Feld heraus die erste Bergwertung, so dass sie ihr Bergtrikot nun sicher hat, und auch nach 50 Kilometern wurde der erste Zwischensprint in Vikersund noch aus dem geschlossenen Feld entschieden: Erath gewann ihn, um das Grüne Trikot für Teamkollegin Faulkner abzusichern.

Kurz darauf setzte sich dann Brodie Chapman (FDJ Nouvelle Aquitaine Futuroscope) ab und bekam bald Begleitung von der Norwegischen Meisterin Vita Heine (Coop – Hitec Products). Das Duo fuhr bis zu zwei Minuten Vorsprung heraus, wurde kurz vor der Schlusssteigung aber wieder gestellt. Dort bestimmte dann lange Zeit Canyon – SRAM das Tempo, bis nacheinander Niamh Fisher-Black und Moolman-Pasio für SD Worx attackierten und die Gruppe dadurch erheblich ausdünnten.

Nach Fisher-Blacks Attacke hatte Liane Lippert (Team DSM) die Lücke für die Favoritengruppe geschlossen, bei Moolman-Pasio tat van Vleuten das dann selbst – um wenig später dann selbst durchzustarten und für die Entscheidung zu sorgen.

Die Schlussetappe des Rennens führt am Sonntagmittag zurück auf die Ostseite des Oslofjords in bekanntere Gefilde: Start ist in Drobak und Ziel ist traditionell nahe der schwedischen Grenze in Halden, wo es am Donnerstag losgegangen war. Die Schlussetappe ist weitgehend flach und endet mit einem winkligen Rundkurs im Zentrum des Heimatorts von Renndirektor Roy Moberg.

Die Highlights der 4. Etappe:

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