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04.03.2022 | (rsn) - Mit den Rängen neun 2020 und sechs 2021 konnte Michael Gogl (Alpecin – Fenix) bei den letzten beiden Austragungen des italienischen Eintagesrennens Strade Bianche, welches auf den namensgebenden weißen Schottersektoren der Toskana gefahren wird, seine Jahreshighlights setzen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der italienische Neo-Klassiker zu den absoluten Lieblingsrennen des Oberösterreichers zählt.
Als Vorankündigung postete er zuletzt auf dem Social-Media-Dienst Instagram: "Es kommt der beste Samstag des Jahres", was die Vorfreude des 28-Jährigen auf "sein" Rennen unterstrich. Seine erste Erfahrung auf dem spektakulären Terrain 2018 verlief alles andere als perfekt. Bei regnerischen Verhältnissen übersah er ein Schlagloch, kam zu Sturz und konnte das Rennen zwar beenden, aber außerhalb der Karenzzeit.
Erst eineinhalb Jahre später begann die Liebesbeziehung, als er völlig überraschend inmitten der Weltelite fuhr, lange Teil einer Spitzengruppe war und schlussendlich als Neunter auf der Piazza del Campo in Siena einfuhr. Eigentlich wollte Gogl damals gar nicht starten, wie er zuletzt gegenüber cyclingmagazine.de in einem Interview erklärte.
"Es war das erste Rennen nach der Corona-Pause. Ich hatte das schlechte Erlebnis von 2018 aber noch im Kopf und sagte zu meinem sportlichen Leiter, dass ich mich jetzt den ganzen Sommer wieder auf den Restart vorbereitet habe und dann kommt dieses Rennen, bei dem innerhalb von einer Sekunde alles passieren kann", erinnerte sich der Wolfsegger, der aber trotzdem zum Start überredet werden konnte und sein zweites Top 10-Ergebnis bei einem Klassiker erzielen konnte, nachdem er 2017 schon beim Amstel Gold Race auf Rang acht landete.
Gogl die letzten Jahre am Limit, aber mit nahezu perfektem Rennverlauf im Vorjahr
Während er 2020 noch nicht ganz mit den absoluten Topfahrern mithalten konnte, schaute es im Vorjahr dann noch besser aus. Gogl wurde Sechster, absolvierte den schweren Schlussanstieg in den toskanischen Ort an der Seite von Vorjahressieger Wout Van Aert (Jumbo – Visma) und landete auf dem sechsten Rang.
Umgeben von den absoluten Topstars wie Van Aert, Toursieger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates), Weltmeister Julian Alaphilippe (Quick-Step – Alpha Vinyl) oder seinem diesjährigen Teamkollegen Mathieu van der Poel kämpfte er bis zu den letzten Sektoren sogar um den Gesamtsieg: "Am Limit war ich beide Male, aber es lief nahezu alles perfekt im vergangenen Jahr."
Vor allem die Schottersektoren seien laut Gogl die größte Herausforderung bei dem Rennen: "Die sind richtig lange. Auf elf Kilometer Schotter folgen 1.000 Meter auf Asphalt und schon geht es in den nächsten Sektor rein, der wieder acht Kilometer lang ist. Und im Gegensatz zu Belgien warten noch viel mehr Höhenmeter. Das Gesamtpaket der Strade Bianche ist schon ziemlich ausgiebig", erklärte der Oberösterreicher, der sich 2022 nach den tollen Ergebnissen der Vorjahre zum Kreis der Mitfavoriten zählen darf und in Abwesenheit des Vorjahressiegers Van der Poel seine belgische Mannschaft in das Rennen anführen wird.