Auge mit Prosecco-Korken verletzt

Nach Etappensieg folgt für Girmay das bittere Giro-Aus

Foto zu dem Text "Nach Etappensieg folgt für Girmay das bittere Giro-Aus"
Das bei der Siegerehrung beleidigte linke Auge lässt keinen Start auf der 11. Etappe zu | Foto: Cor Vos

18.05.2022  |  (rsn) – Es war schon eine unglaubliche Geschichte, die Biniam Girmay (Intermarché – Wanty – Gobert) auf der 10. Etappe des Giro d’Italia 2022 schrieb. Als erster Vertreter seines Heimatlandes Eritrea feierte der 22-Jährige einen Tagessieg bei der prestigeträchtigen Rundfahrt durch Italien. Im Überschwang seines historischen Etappen-Sieges schoss sich der Eritreer dann beim Öffnen der Prosecco-Flasche den Korken ins linke Auge mit der Folge, dass er heute das Rennen aufgeben muss!

"Die medizinischen Untersuchungen haben ergeben, dass Biniam eine Blutung in der vorderen Augenkammer am linken Auge erlitten hat. Um das Risiko der Ausdehnung der Blutung zu vermeiden und um den Innendruck des Auges zu minimieren, wird empfohlen körperliche Aktivitäten zu unterlassen", erklärte Wanty-Teamarzt Piet Daneels in einer Presseaussendung, in der die belgische Mannschaft die Aufgabe seines Athleten bekanntgab.

"Die Priorität liegt auf der vollständigen Heilung der Verletzung. Darum haben wir mit dem Fahrer und der Teamleitung diese Entscheidung getroffen. Biniam wird nicht mehr an den Start der 11. Etappe gehen", fügte Daneels an. Girmay selbst meldete sich mit einer ausführlichen Videobotschaft auf dem Twitteraccount seiner Mannschaft, bedankte sich nochmals für die Arbeit, die seinen Sieg in Jesi überhaupt ermöglichte. "Ich war natürlich sehr traurig darüber, was bei der Siegerehrung passierte, doch als ich ins Hotel kam, hat mich das ganze Team schon aufgemuntert", erklärte der Eritreer und fügte an, dass er für sein Auge jetzt Ruhe brauche.

"Von Beginn an hat er gezeigt, dass wir zu Recht an unsere Chance, eine Etappe zu gewinnen, geglaubt haben", erzählte der Sportliche Leiter der belgischen Mannschaft, Valerio Piva. Der Sieg, so der Italiener, löste beim Team eine intensive Euphorie aus, die aber durch die Nachricht über den Vorfall bei der Siegerehrung schnell gebremst wurde.

"Es fühlte sich an wie eine kalte Dusche, aber als Biniam dann ins Hotel kam, feierten wir gemeinsam den Sieg", so Piva über den späten Empfang seines Etappensiegers, auf den er aber nun in der zweiten Hälfte der Italien-Rundfahrt verzichten muss. "Es ist natürlich schade, ein Element wie Biniam zu verlieren, aber der Rat des medizinischen Teams ist eindeutig und die Gesundheit von Biniam hat für uns Priorität. Ich bleibe aber optimistisch, denn das gesamte Team macht seit dem Start des Rennens einen hervorragenden Eindruck", gab sich der Italiener optimistisch für den weiteren Verlauf des Giro.

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