Nach schwerer letzter Bergankunft

Babygiro: Wilksch und Engelhardt auf Top-Ten-Kurs

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Babygiro: Wilksch und Engelhardt auf Top-Ten-Kurs"
Felix Engelhardt (Team Tirol KTM) | Foto: Team Tirol KTM

17.06.2022  |  (rsn) - Eigentlich nur mit dem Ziel, auf Etappenergebnisse zu gehen, angetreten, findet sich Felix Engelhardt (Tirol KTM) beim Babygiro (2.2u) plötzlich voll auf Top-Ten-Kurs in der Gesamtwertung. Bei der schweren Bergankunft am Vorschlusstag am Coll Fauniera überquerte der Ulmer den Zielstrich nach 110,7 Kilometern als Achter und verbesserte sich dadurch in der Gesamtwertung auf Platz sieben.

"Ich bin mit dem Ergebnis super zufrieden. Jetzt Siebter in der Gesamtwertung zu sein, damit hätte ich nie gerechnet", zeigte sich Engelhardt gegenüber radsport-news.com ob seiner Resultate höchst erfreut. "Vielleicht wäre noch etwas mehr drin gewesen ohne die Flucht gestern. Aber hinterher ist man immer schlauer", fügte er mit einem Augenzwinkern an.

Nach dem Start hatte sich bei hohem Tempo schnell eine 20 Fahrer starke Spitzengruppe um den Gesamtdritten Lennert Van Eetvelt (Lotto Soudal U23), den späteren Etappensieger, gebildet.

Im knapp 20 Kilometer langen und im Schnitt 8,5% steilen Schlussanstieg machte das Devo-Team von Groupama-FDJ Tempo. Engelhardt hielt dabei bis etwa zur Hälfte des Anstiegs mit, ehe ihm dann das heiße Wetter zusetzte und er vier Kilometer vor dem Ziel aus der Favoritengruppe herausfiel.

An der Spitze zog weiter Van Eetvelt einsam seine Kreise, dahinter hatte sich Lenny Martinez (Groupama - FDJ), der Etappenzweiter wurde, auf die Verfolgung gemacht. Währenddessen machte Engelhardt Position um Position gut, nachdem er "in etwas kühlerer Höhe meinen Rhythmus gefunden" hatte. Den Zielstrich passierte er gerade einmal 25 Sekunden hinter dem Tagesdritten William Lecerf (Lotto Soudal U23) und dem kurz dahinter ins Ziel kommenden Gesamtführenden Leo Hayter (Hagen Bermans Axeon).

Ein erneut ansprechendes Rennen zeigte Engelhardts Landsmann Hannes Wilksch (DSM Development), der als Elfter ins Ziel kam und sich somit in der Gesamtwertung noch vor Engelhardt auf Rang sechs behaupten konnte. Die beiden Deutschen trennen 15 Sekunden, am Samstag geht der Giro mit einer knapp 1000 Meter langen, aber im Schnitt über zwölf Prozent steilen Rampe zu Ende, wo die beiden sicherlich um die Position des besten Deutschen kämpfen werden.

Ganz so weit vorne wie Engelhardt und Wilksch landeten die Fahrer von Lotto - Kern Haus bei der Bergankunft am Freitag nicht. Pierre-Pascal Keup, Jakob Geßner und Leslie Lührs haben ihre Stärken im flachen und hügeligen Terrain, Kletterer Alex Tarlton ist nach frühem Sturz in der Rundfahrt noch immer gehandicapt. So war Geßner auf Rang 33 bei etwas mehr als acht Minuten Rückstand auf den Tagessieger bester Mann der Koblenzer Equipe und behauptete dadurch Rang 20 im Gesamtklassement.

"Es war eine Hammerbergankunft in 2500 Metern Höhe. Morgen fahren wir noch mal voll auf Etappensieg für Pierre", sagte Teamchef Florian Monreal am Abend zu radsport-news.com.

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