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“Quintana wird Geraint Thomas vom Podium verdrängen“

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "“Quintana wird Geraint Thomas vom Podium verdrängen“"
Nairo Quintana (Arkéa Samsic) bei der Tour de France | Foto: Cor Vos

19.07.2022  |  (rsn) – In der Rubrik: “Tour de France 2022 – 21 Etappen, 21 Thesen“ stellen wir jeden Tag eine solche These mit Blick auf die bevorstehende Etappe auf – diese kann mal gewagt, mal ganz naheliegend sein. Am Tag nach der Etappe überprüfen wir, ob die These sich bewahrheitet hat.

Warum sich die These zur 16. Etappe "Pogacar wird Vingegaard an der Mur de Peguere attackieren" nicht bewahrheitet hat.

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Letztlich hat sich die These aus zweierlei Gründen nicht bewahrheitet. Zunächst einmal hatte Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) es bereits am Anstieg zuvor, dem Port de Lers (1. Kat), mit zwei Attacken bergauf und einer bergab probiert, doch sein Kontrahent Jonas Vingegaard (Jumbo - Visma) konnte die Vorstöße jeweils relativ souverän neutralisieren.

An der Mur de Peguere übernahm zunächst Pogacars Edelhelfer Rafal Majka die Kontrolle in der kleinen Favoritengruppe, doch just als es in den wirklich steilen Schlussteil des Anstiegs ging, erlitt der Pole Defekt. Pogacar sagte nach dem Rennen, dass dies die Taktik beeinflusst habe.

Denn postwendend setzte sich Sepp Kuss, der Edelhelfer von Vingegaard an die Spitze der Favoritengruppe, und schlug dort ein so hohes Tempo an, dass eine Attacke für Pogacar unmöglich war.

So erreichten der Mann in Gelb und der Mann in Weiß letztlich Seite an Seite das Ziel in Foix.

Die These zur 17. Etappe: „Quintana verdrängt Geraint Thomas vom Podium“

Vor der schweren 17. Etappe mit Ziel in Peyragudes hat Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) hinter Vingegaard und Pogacar den letzten freien Platz auf dem Podium inne. Doch Nairo Quintana (Arkéa Samsic) hat nur 1:32 Minuten Rückstand - und den Formfaktor auf seiner Seite.

Während der Kolumbianer im Verlauf dieser Tour immer besser wird, schwächelt der Waliser gerade bei den steilen Anstiegen immer mehr. Am Dienstag auf dem Weg nach Foix war Quintana jeweils der erste Fahrer, der nach den Attacken von Pogacar wieder zum Slowenen und Vingegaard aufschließen konnte. Dagegen hatte Thomas mehrmals abreißen lassen müssen.

Sein Glück war letztlich, dass er mit Daniel Martinez noch einen Helfer an seiner Seite hatte, der bergab in Richtung Ziel das Loch nach vorne zufuhr und seinen Kapitän somit vor Zeitverlust bewahrte.

Am Mittwoch wird es allerdings keine 25 Kilometer lange Abfahrt geben, auf der man einen Rückstand wettmachen kann. Vielmehr steht im Finale nach bereits zwei Anstiegen der 1. Kategorie und einem Anstieg der 2. Kategorie eine Bergankunft auf dem Programm, die es in sich hat. Die Schlusssteigung ist zwar nur acht Kilometer lang und 7,8% steil. Allerdings wartet dort im Finale eine 16 Prozent steile Rampe und der letzte Kilometer ist durchschnittlich 13 Prozent steil.

An so einem Anstieg kann man nach über zwei Wochen Tour de France schnell viel Zeit verlieren. Und sollte Quintana erst einmal Thomas distanziert haben, dann werden dem Südamerikaner Flügel wachsen.

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