Vorschau 116. Il Lombardia

Titelverteidiger Pogacar muss sich starker Konkurrenz erwehren

Von Kevin Kempf

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Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) mit der Trophäe des letzten Jahres. | Foto: Cor Vos

08.10.2022  |  (rsn) – Am Samstag steht die 116. Ausgabe von Il Lombardia auf dem Programm. Beim fünften und letzten Monument der Saison wird dieses Jahr von Bergamo nach Como gefahren. Vorjahressieger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) gehört beim Rennen über neun klassifizierte Anstiege und 253 Kilometer erneut zu den Topfavoriten.

Diesen Status bestätigte der Slowene am Dienstag bei der Tre Valli Varesine (1.Pro), die er im Sprint einer 25-köpfigen Spitzengruppe für sich entschied. Fünfzehn Mal – so oft wie kein anderer Fahrer - stand der Slowene heuer ganz oben auf dem Podest. Einen weiteren Triumph beim Giro dell’Emilia (1.Pro) verhinderte Enric Mas (Movistar), der dem Tour-Zweiten dieses Jahres am Schlussanstieg keine Chance ließ.

Sein Teamkollege Alejandro Valverde gibt bei der Lombardei-Rundfahrt wie Vincenzo Nibali (Astana Qazaqstan) nicht nur seinen Abschied, mit vier Platzierungen unter den besten Vier innerhalb von sechs Jahren gehört der Weltmeister von Innsbruck auch diesmal zu den Sieganwärtern - zumal er mit Mas ein starkes Duo bildet. “Ich fühle mich in der Lage, um den Sieg mitkämpfen. Außerdem mag ich den Kurs, er gefällt mir besser als in den Vorjahren“, meinte der Spanier. Doch auch Pogacar ist nicht auf sich allein gestellt, denn sein Schweizer Teamkollege Marc Hirschi präsentiert sich derzeit ebenfalls in guter Form.

Einen anderen Weg als Pogacar und Mas, die sich über die italienischen Herbstrennen auf Il Lombardia vorbereiteten, wählten Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma) und Matej Mohoric (Bahrain Victorious). Während der Toursieger beim Cro Race (2.1) bergauf mit DSM-Gastfahrer Oscar Onley der beste am Berg war, konnte sich der Slowene den Gesamtsieg mit Hilfe von Bonussekunden sichern. Im Gegensatz zu Vingegaard ist Mohoric ein Experte für lange und schwere Eintagesrennen.

Das kann auch von Julian Alaphilippe (Quick-Step Alpha Vinyl) behauptet werden. Der zweimalige Weltmeister blickt zwar ein sehr schwieriges Jahr zurück, zuletzt zeigte er sich bei der Coppa Bernocchi (1.Pro) aber in guter Verfassung. Zwar sprang kein nennenswertes Ergebnis dabei heraus, aber im schweren Mittelteil des Rennens bewies er gute Form.

Die deutschsprachigen Fahrer

In bisher 115 Editionen schaffte es mit Fabian Wegmann 2006 erst ein Mal ein Deutscher aufs Podium. Gesellschaft in dieser Statistik bekommt der inzwischen 42-Jährige diesmal sicher nicht. Keiner der Deutschen Fahrer, die am Berg stark genug für eine Top-Platzierung wären, ist derzeit in der dazu nötigen Verfassung.

Das beste Ergebnis ist Georg Zimmermann (Intermarché – Wanty – Gobert) zuzutrauen, auf dem schon bei der WM in Wollongong die Hoffnungen des BDR ruhten. Zu den vier deutschen Teilnehmern gehören noch Emanuel Buchmann (Bora - hansgrohe), Routinier Simon Geschke (Cofidis) und Marco Brenner (DSM), auf dessen Debürt man gespannt sein darf. Vor allem bei der Vuelta a Espana wusste der 20-jährige Augsburger zu gefallen.

Die Schweiz hat mit Hirschi einen aussichtsreichen Fahrer dabei, der sich vermutlich zunächst aber in der Teamhierarchie Pogacar unterordnen muss. Ähnliches gilt für Gino Mäder (Bahrain Victorious). Österreich wird durch Felix Großschartner (Bora - hansgrohe), Tobias Bayer (Alpecin - Deceuninck), Felix Gall (AG2R Citroen) und Hermann Pernsteiner (Bahrain Victorious) vertreten. Das Quartett wird Helferaufgaben für seine Kapitäne übernehmen.

Die vorläufige Startliste

Die Strecke

Zwei Mal geht es in diesem Jahr über die San Fermo della Battaglia in Como. Zwischen den beiden Überquerungen des Anstieges 28 und fünf Kilometer vor dem Ziel, liegt noch der Civiglio. Der drittletzte Berg im Rennen ist Madonna del Ghisallo 51 Kilometer vor dem Ziel.

Zur ausführlichen Streckenvorschau

Das Profil des 116. Il Lombardia | Foto: Veranstalter

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