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05.11.2022 | (rsn) – Scheinbar mühelos fuhr die Niederländerin Fem van Empel bei der Querfeldein-Europameisterschaft in Namur zu ihrem achten Sieg im neunten Saisonrennen. Nach einem Reifenschaden hatte sie bereits einen 28-sekündigen Rückstand, den sie letztendlich aber in einen Vorsprung von 22 Sekunden auf ihre Landsfrau Ceylin del Carmen Alvarado umbiegen konnte. Bronze gewann die Ungarin Kata Blanka Vas vor der Niederländerin Denise Betsema und der Italienerin Sara Casasola.
Für Spannung sorgte nur ein platter Reifen in der Anfangsphase. “Nach meinem Reifenschaden wollte ich das Rennen beenden, ohne mir nachher etwas vorwerfen zu können“, stapelte sie tief. Mit einer knappen halben Minute Rückstand und noch zwei Dritteln des Rennens vor sich, machte sich die 20-Jährige auf die Verfolgung. “Ich habe ein gutes Tempo gefunden und Runde für Runde Zeit gewonnen“, blickte sie zurück.
Dabei machte sie immer einen unaufgeregten Eindruck und schien die Lage jederzeit unter Kontrolle zu haben. Im Ziel-Interview gab sie allerdings zu, Zweifel gehabt zu haben: “Ich hätte nie gedacht, das Trikot mit nach Hause nehmen zu können.“ Doch auf dem schweren Parcours ließ sie der Konkurrenz nach gelungener Aufholjagd keine Chance. “Namur ist sehr ikonisch. Heute war es sehr rutschig, aber ich mag den Kurs wirklich enorm“, strahlte sie vor dem Fernsehkameras.
Die Altstars taten sich in Namur schwer. Die Niederländerin Marianne Vos hatte einen guten Start, doch schon in der Auftaktrunde verlor sie an jeder Steigung Meter und Positionen. Sie wurde Neunte und landete damit noch zwei Plätze hinter der Französin Pauline Ferrand-Prevot, die sich bei ihrem zweiten Saisonrennen aus einer schlechten Startposition nach vorn kämpfen konnte, ihre Aufholjagd aber im hinteren Teil der Top Ten aufgeben musste.
Stefanie Paul wurde Ende der 4. Runde aus dem Rennen genommen. Die einzige Deutsche im Wettkampf wurde 21. Als 18. kam die Luxemburgerin Isabelle Klein ins Ziel.
So lief das Rennen:
Nur 22 Fahrerinnen standen auf der Zitadelle an der Startlinie. Das kleine Feld wurde auf dem schweren Kurs, der etwas trockener und damit besser befahrbar war als noch bei der U23, sofort auseinandergefahren. Van Empel probierte zwei Mal wegzufahren, doch Probleme mit dem Klickpedal und ein technischer Fehler in der Traverse machten ihre ersten beiden Versuche zunichte.
So gingen sechs Fahrerinnen gemeinsam in die 2. Runde, an deren langen Anfangssteigung van Empel sich bei ihrem dritten Angriff mit Vas absetzte. Die Niederländerin hatte dann allerdings auf Höhe des Materialposten einen Platten. Sie drehte um, lief zurück, wechselte das Rad und kam als Achte mit 28 Sekunden Rückstand wieder auf die Strecke. Betsema und Alvarado kamen wenig später an Vas heran.
Im dritten von fünf Umläufen setzte sich Alvarado, vor allem aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten, von ihren Begleiterinnen ab. Vas schloss in einer schweren Passage nochmal auf, doch Betsema und die scheinbar selenruhig ihre Kreise ziehende van Empel lagen nur vier Sekunden zurück.
Diese Lücke überbrückte die junge Niederländerin in der nächsten langen Steigung problemlos. Betsema konnte zwar zunächst folgen, musste dem Tempo aber nur wenig später Tribut zollen. Ende der 4. Runde musste auch Vas passen, sodass van Empel mit Alvarado das Spitzenduo formte. Doch auch Alvarado hielt im nächsten Umlauf dem konstanten Druck van Empels nicht mehr stand und fiel zurück.
Die Spitzenreiterin ging mit 21 Sekunden in die Schlussrunde. Sie musste keine Risiken mehr eingehen und fuhr ungefährdet zu ihrem zweiten internationalen Titel nach ihrem Sieg bei der U23-WM in Oostende 2021. Spannend wurde es hinter Alvarado noch im Kampf im Bronze, da Betsema ihren zweiten Atem fand und sich Vas bis auf wenige Sekunden näherte. Die Ungarin konnte den Angriff Betsema abwehren und somit das Oranje-Podium verhindern.
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