Merlier und Jakobsen nicht zusammen nach Frankreich

Welcher Topsprinter darf für Soudal zur Tour?

Von Kevin Kempf

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Fabio Jakobsen (li.) und Tim Merlier letztes Jahr bei der EM in München. Dieses Jahr tragen beide das Trikot von Soudal Quick-Step. | Foto: Cor Vos

08.03.2023  |  (rsn) – Die Radsportsaison hat gerade erst begonnen, doch die Tour de France wirft bereits ihren langen Schatten voraus. Aufgrund der bislang sehr guten Leistungen der Soudal-Sprinter Fabio Jakobsen und Tim Merlier stellt sich die Frage, wer von beiden zur Frankreich-Rundfahrt fahren soll. Im Gespräch mit der belgischen Presseagentur Belga wollte Teamchef Patrick Lefevere von den Spekulationen dazu allerdings noch nichts wissen.

“Wir haben zwölf Kandidaten für die Tour und wir werden sehen, was passiert. Letztendlich wird es eine natürliche Auslese geben, so wie das bei uns immer der Fall ist“, wiegelte der 68-Jährige ab und konkretisierte: “Wer zur Tour fährt, entscheiden wir nach der Dauphiné und der Tour de Suisse."

Die Situation mit zwei Topsprintern in der Mannschaft ist bei Quick-Step und seinen Vorgängern nicht neu. “Menschen vergessen das schnell, aber wir hatten jahrelang mehr als einen im Kader – schon zu Zeiten von Steels und Svorada. Es gibt 275 Wettkampftage per Jahr und die Tour hat nur 21 Etappen“, zählte Lefevere auf. “Sie stören sich nicht gegenseitig. Fabio ist hier bei Tirreno, Tim ist bei Paris-Nizza. Sie werden keine Rennen zusammen bestreiten“, schloss er eine gemeinsame Teilnahme bei der Grande Boucle aber kategorisch aus.

Bis 1992 kann man die heutige Mannschaft Soudal Quick-Step zurückverfolgen. Damals enststand das italienische GB - MG, das 1995 mit Mapei fusionierte, welches seinerseits 1993 in den Rennbetrieb einstieg. Seitdem reichten sich die Topsprinter bei der anfangs italienischen und inzwischen belgischen Formation die Klinke in die Hand. Den Reigen eröffnete Adriano Baffi 1995, ihm folgten unter anderem Tom Steels, Jan Svorada, Oscar Freire, Tom Boonen, Marcel Kittel und Mark Cavendish oder Sam Bennett. Quick-Step-Sprinter, die bei diesem Team nicht die besten Jahre ihrer Karriere erlebten: Fehlanzeige!

Wer für Lefevere als schneller Mann eingeplant ist, feiert traditionsgemäß Erfolge. So auch dieses Jahr. Nach dem Abgang von Cavendish zu Astana Qazaqstan holte der Manager Merlier von Alpecin Deceuninck. Und der Belgische Meister schlug mit schon vier Saisonsiegen direkt voll ein. Doch auch der als erste Sprinter eingeplante Jakobsen kam schon zweimal als Erster über den Zielstrich. “Ob ich die schnellsten Fahrer der Welt habe? Hoffentlich, aber das Jahr hat gerade erst begonnen“, sagte Lefevere nun zu Belga.

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