Nochmal 119 Kilometer vor dem Feld

Zimmermann nach dritter Flucht: “Habe schon ziemlich gelitten“

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Zimmermann nach dritter Flucht: “Habe schon ziemlich gelitten“"
Georg Zimmermann (Intermarché – Circus - Wanty) | Foto: Cor Vos

21.07.2023  |  (rsn) – Er ist mehr als ein gutes Omen, zumindest für seine Mitausreißer: Wenn Georg Zimmermann (Intermarché – Circus - Wanty) in die Fluchtgruppe des Tages geht, kommt sie auch durch. Drei Mal unternahm der Augsburger bei dieser Tour de France bisher einen Ausreißversuch, jedes Mal siegte einer seiner Mitstreiter. So auch auf der heutigen 19. Etappe nach Poligny.

Zimmermann zählte zu jenen neun Fahrern, die sich 119 Kilometer vor dem Ziel vom Hauptfeld lösten. Gemeinsam mit Warren Barguil (Arkéa – Samsic) verpasste er zwar den ersten Zug, schaffte es aber kurz darauf zu den sieben Spitzenreitern. Die Konstellation sollte sich im Rennverlauf noch oft ändern, ein Name blieb aber immer vorne dabei: Georg Zimmermann. Das änderte sich erst 30 Kilometer vor dem Ziel.

Der spätere Etappengewinner Matej Mohoric (Bahrain – Victorious), Vortagessieger Kasper Asgreen (Soudal – Quick-Step) und Ben O'Connor (AG2R – Citroen) konnten sich da absetzen. "Ich war gar nicht so weit weg am letzten Hügel. Die erste Attacke von Asgreen und Mohoric habe ich verpasst, obwohl das zwei Fahrer waren, die ich mir auf die Liste geschrieben habe“, schilderte Zimmermann im Ziel gegenüber der ARD die Situation. “Dann habe ich versucht, mit Ion Izagirre die Lücke zuzufahren. Ich dachte, für dieses Terrain keinen besseren Partner finden zu können. Aber die vorne haben so draufgestapft, dass wir nicht hingekommen sind. Dann ist dahinter alles zusammengerollt und wir sind durch die Ortschaften durchgefetzt.“

Noch eine Chance in den Vogesen?

Der 25-Jährige, der bei dieser Tour nun insgesamt 352 Kilometer vor dem Feld verbracht hat, ärgerte sich zwar, konnte sich aber letztlich mit seinem elften Platz abfinden. Die neue Verfolgergruppe, zu der Zimmermann gehörte, war eine “ziemlich sprinterlastige, darum war mir klar, dass ich im Zielsprint nicht viel zu vermelden habe. Am Ende hätte ich vielleicht (Tom) Pidcock schlagen können, es ist aber egal, ob du Zehnter, Neunter oder Dreizehnter wirst. Ich habe schon ziemlich gelitten.“ Auch, weil er lange versucht hatte, das Loch zu Mohoric & Co. wieder zuzufahren, obwohl mit Jasper Philipsen (Alpecin – Deceuninck) und Mads Pedersen (Lidl-Trek) die einzigen beiden Sieger bei Massensprints dieser Rundfahrt dabei waren.

“Wenn ich hinten draufliege, dann schlägt mich doch Philipsen auch. Deshalb war die Strategie, die drei an der Spitze einzuholen“, begründete er gegenüber radsport-news.com seinen Effort bei der Verfolgung. “Dann wären wir drei Plätze weiter vorne gewesen. Wenn du mit Pedersen, Philipsen oder van der Poel auf eine flache Zielgerade fährst, kannst du mitsprinten und schauen wie weit du kommst. Aber eigentlich weißt du das vorher.“

Nach seiner dritten Flucht von mehr als 100 Kilometern war Zimmermann “ziemlich kaputt“, sagte er. “Ich bin heute All-In gegangen.“ Dabei wartet auf der morgigen Vogesen-Etappe vielleicht nochmal ein Parcrous, der ihm, wie die Etappe nach Courchevel gezeigt hat, vielleicht besser liegen würde: mehr Höhenmeter in einem schwierigeren Finale, aufgrund der klaren Abstände im Gesamtklassement möglicherweise wieder eine für die Ausreißer. Und mit einem Finale nahe der deutschen Grenze. “Die ganze dritte Woche war schwer, ich will mich vor den deutschen Fans präsentieren, mag aber nichts versprechen, was ich nicht halten kann", sagte Zimmermann abschließend

Mehr Informationen zu diesem Thema

11.06.2024Cofidis setzt auf erfahrenes Tour-Team inklusive Geschke

(rsn) – Die französische WorldTour-Mannschaft Cofidis präsentierte am Dienstag die ersten sechs Fahrer ihres Tour-de-France-Kaders in einer Presseaussendung und verkündete dabei auch, dass Simon

10.01.2024“Wir brauchen keine vier Soßen“: Wie Roglic Bora besser macht

(rsn) – Primoz Roglic macht Bora – hansgrohe besser. Das lässt sich schon sagen, bevor der Slowene überhaupt ein einziges Rennen gefahren ist. Während sich das erst Anfang März ändern und Rog

07.10.2023Thomas: “Ineos Grenadiers ist ein Team im Wandel“

(rsn) – Der letzte Tour-de-France-Sieg liegt schon vier Jahre zurück und vor allem daran lässt sich ablesen, dass Ineos Grenadiers längst nicht mehr das beste Grand-Tour-Team der Welt ist. Dennoc

30.07.2023Niewiadoma machte ihre Hausübungen für die Pyrenäen

(rsn) – Als am Col d‘Aspin auf der 7. Etappe der Tour de France Femmes die beiden Favoritinnen Demi Vollering (SD Worx) und Annemiek Van Vleuten (Movistar) erstmals in die Offensive gingen, konnte

27.07.202320 Sekunden Zeitstrafe: Vollering und SD Worx entsetzt

(rsn) – Der Kampf um den Gesamtsieg bei der Tour de France Femmes, er war bislang einer um Sekunden. Lediglich deren acht hatte Demi Vollering (SD Worx) an den ersten vier Tagen mit großem Aufwand

27.07.2023Cofidis erfolgreich, aber Geschke “nicht so gut drauf“

(rsn) – Am Sonntag erwartete Simon Geschke (Cofidis) seine Teamkollegen in Paris zum großen Finale der 110. Tour de France, die er auf der 18. Etappe aufgrund heftiger Magenprobleme verlassen musst

26.07.2023Vingegaard euphorisch in Kopenhagen empfangen

(rsn) – Der Sieger der Tour de France, der Däne Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma), wurde am Mittwochnachmittag in Kopenhagen von mehreren 10000 Menschen empfangen. Eine große Menge versammelte si

25.07.2023Buchmann zweifelt an seinem Comeback als GC-Fahrer

(rsn) - Für einen Moment war die Hoffnung wieder da. Die Hoffnung darauf, einen Emanuel Buchmann zu sehen, wie er sich im Juli 2019 bei der Tour de France präsentiert und dabei einen sensationellen

24.07.2023Tour-Achter Gall derzeit kein Thema für Bora - hansgrohe

(rsn) – Auch wenn ab August wieder Wechsel verkündet werden dürfen: Bora – hansgrohe und Felix Gall (AG2R - Citroën) werden nicht in einem Satz auftauchen. Nach der starken Vorstellung des Öst

24.07.2023Auch ohne Etappensiege imponieren Bauhaus und Zimmermann

(rsn) – Wie im Vorjahr kein Etappensieg und kein Fahrer in den vordersten Regionen des Klassements: Die Bilanz der nur sieben deutschen Starter bei der 110. Tour de France liest sich auf den ersten

24.07.2023Rückblick: Die 110. Tour de France in Zahlen

(rsn) – Drei hart umkämpfte Wochen, 21 Etappen und insgesamt 3405 Kilometer liegen hinter den Teilnehmern der diesjährigen Tour de France. Radsport-news.com blickt auf die 110. Frankreich-Rundfah

24.07.2023Pogacar vs. Vingegaard: Wer ist der beste Rundfahrer?

(rsn) – Wer ist der beste Rundfahrer der Welt? Für diesen inoffiziellen Titel kommen derzeit nur zwei Profis in Betracht: Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates). D

Weitere Radsportnachrichten

21.10.2026Pedersen zu Ganna-Wechsel: “Werden uns gut ergänzen“

(rsn) – Bisher war Mads Pedersen in den Frühjahrsklassikern uneingeschränkter Kapitän bei Lidl – Trek. Mit der Ankunft von Filippo Ganna (Netcompany – Ineos) wird sich das ab der kommenden Sa

21.10.2026Grand Départ 2029: Deutschland erhält Konkurrenz aus Tschechien

(rsn) – Seit dem Sommer bereits liegt dem Tour-Organisator ASO die deutsche Bewerbung um den Grand Départ 2029 vor. Nun könnte Konkurrenz aus einem  östlichen Nachbarland auf den Plan treten, de

21.10.2026Steht Roglic vor einer Rückkehr zu Visma – Lease a Bike?

(rsn) - Kehrt Primoz Roglic drei Jahre nach seinem Abschied von Visma – Lease a Bike wieder zum niederländischen Rennstall zurück, bei dem der ehemalige Skispringer 2016 im Alter von bereits 26 Ja

21.10.2026Ulissi kündigt Karriereende an, Sosa nächster EF-Neuzugang

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

21.10.2026Nieuwenhuis in Woerden mit perfektem Einstand bei Heizomat

(rsn) - Joris Nieuwenhuis hat einen perfekten Saisoneinstand im Trikot seines neuen Arbeitgebers gefeiert. Der prominente Neuzugang beim deutschen Cross-Team Heizomat – Cube entschied in der Provinz

21.10.2026Verstöße gegen Meldepflicht: Pikulik rückwirkend gesperrt

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

20.10.2026Emil Herzog zu EF Education: “Will endlich wieder Siege einfahren“

(rsn) – Nach drei mittelmäßig erfolgreichen Jahren bei Red Bull – Bora – hansgrohe wird Emil Herzog den deutschen Rennstall verlassen und seine Karriere bei EF Education – EasyPost fortsetze

20.10.2026Tour de France 2027 mit zwei Einzelzeitfahren?

(rsn) – Wie jedes Jahr kursieren kurz vor der Streckenpräsentation der kommenden Tour de France viele Meldungen und Spekulationen zur Route der bedeutendsten Rundfahrt der Welt. Zwei Tage vor der V

20.10.2026Lipowitz 2027 mit mehr Einsätzen bei harten Eintagesrennen?

(rsn) – Mit Rang 47 im WM-Straßenrennen von Montréal hat Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) eine Saison abgeschlossen, die bis zur Tour de France planmäßig verlief und in der er

19.10.2026Neuausrichtung in der Movistar-Führungsetage

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

19.10.2026Picnic - PostNL und Jayco - AlUla ohne WT-Lizenzen für 2027

(rsn) - Picnic – PostNL kommt nicht zur Ruhe. Nach den Vorwürfen einer “Angstkultur“ in der niederländischen Equipe und einer länger anhaltenden sportlichen Erfolgsflaute fehlt das Team auf

19.10.2026Degenkolb äußert sich zur “Angstkultur“ bei Picnic

(rsn) – John Degenkolb hat sich zu den Berichten in der NOS und im Podcast “In de Waaier“ zur “Angstkultur“ bei seinem Team Picnic – PostNLgeäußert und seine Sicht der Dinge wiedergegeb

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine