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02.11.2023 | (rsn) - Zum Saisonende nehmen wir nochmals die Neuzugänge der 18 WorldTeams aus dem vergangenen Winter in den Blick. Welcher Fahrer hat sich im laufenden Jahr als Top-Verpflichtung und wer als ein Transfer-Flop herausgestellt?
Intermarché – Circus - Wanty
“Never change a winning team” ist eine Weisheit, die den Verantwortlichen bei Intermarché Circus – Wanty nach 2022 offensichtlich komplett egal war. Nach der mit Abstand erfolgreichsten Saison des Rennstalls mussten sich zwölf Profis einen neuen Arbeitgeber suchen, neu zum Team stießen elf Fahrer.
Alexander Kristoff (Uno-X) zog es zurück nach Norwegen, Quinten Hermans wollte bei Alpecin – Deceuninck sein Glück versuchen und Jan Hirt sollte die Rundfahrtfraktion bei Soudal – Quick-Step verstärken. Jan Bakelants, Dimitri Claeys, Kevin van Melsen (alle Karriereende), Andrea Pasqualon (Bahrain Victorious), Théo Delacroix ( St Michel – Auber93), Tom Devriendt (Q36.5), Barnabas Peak (Human Powered Health), Domenico Pozzovivo (Israel – Premier Tech) und Corné van Kessel (Deschacht - Group Hens) erhielten keine neuen Verträge mehr.
Obwohl das Durchschnittsalter auf 27,2 Jahre zurückging, waren , mit Rui Costa, Mike Teunissen, Niccolo Bonifazio, Lilian Calmejane und Dion Smith eine Routiniers unter den Neuzugängen. Demgegenüber standen die damals 19-jährigen Neoprofis Madis Mihkels und Dries de Pooter sowie vier Belgier aus der zweiten Division. Von Bingoal – Pauwels Sauzen – WB holte Intermarché Laurenz Rex und Tom Paquot, Arne Marit und Rune Herregodts kamen von Sport Vlaanderen – Baloise.
Dass die Mannschaft 2023 in der Weltrangliste von fünften auf den 15. Rang abstürzte, liegt allerdings kaum an den Neueinkäufen. Vielmehr war von bewährten Kräften wie Biniam Girmay, Louis Meintjes, Lorenzo Rota oder Taco van der Hoorn fast nichts mehr zu sehen.
Rui Costa hatte in der Saison 2023 gleich fünfmal Grund zum Jubel, wird Intermarché – Circus – Wanty aber nach nur einem Jahr wieder verlassen. | Foto: Cor Vos
Der Top-Transfer: Rui Costa
Einige der Neuen dagegen wusste zu gefallen. Herregodts steuerte einige gute Ergebnisse bei, Teunissen kam nach einer schwierigen ersten Saisonhälfte immer besser in Schwung und konnte zwei Siege einfahren. Der deutschsprachige Rex war eine der Entdeckungen des Frühjahrs, was er mit Rang neun bei Paris-Roubaix (1.UWT) unterstrich, und Sprinthoffnung Mihkels überzeugte in seinem ersten Profijahr.
Diese erfreulichen Ergebnisse stellte ausgerechnet der älteste Fahrer fast mühelos in den Schatten. Ex-Weltmeister Costa war mit seinen 37 Jahren der größte Punktelieferant. Der Portugiese gewann im Januar sein erstes Rennen für seinen neuen Arbeitgeber, danach ließ er drei weitere Siege folgen, bevor er im Oktober auch sein letztes siegreich beendete. Es war zugleich seine Abschiedsvorstellung bei Intermarché, denn Costa wird zur saison 2024 zu EF Education – EasyPost wechseln.
Zweimal waren übrigens deutsche Profis Leidtragende bei seinen Siegen, denn der ausgekochte Costa vernaschte auf der Zielgeraden der 15. Vuelta-Etappe Lennard Kämna (Bora – hansgrohe), zum Saisonabschluss beim Japan Cup (1.Pro) hatte Felix Engelhardt (Jayco – AlUla) im Sprintduell das Nachsehen.
Deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb der Neuseeländer Dion Smith. | Foto: Cor Vos
Der Transfer-Flop: Dion Smith
Neben den positiven Erscheinungen gab es bei Neuzugängen auch einige Fahrer, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Das ist bei der Einkaufsstrategie von Intermarché – die Belgier holen aufgrund schwacher Finanzen oft Profis, die ihre besten Jahre hinter sich zu haben scheinen – wenig verwunderlich. Bei Calmejane und Bonifazio führte der Tapetenwechsel nicht zum erhofften Aufschwung. Auch Smith konnte nicht an seine besten Jahre als Berufsradfahrer anknüpfen.
Dabei begann der Neuseeländer äußerst vielversprechend. Der hügelfeste Sprinter kam beim Cadel Evans Great Ocean Road Race (1.UWT) als Siebter ins Ziel. Danach gelang ihm aber trotz der stolzen Zahl von 65 weiteren Renntagen fast nichts mehr. Bei der Tour de Romandie (2.UWT) kam er als Zehnter noch einmal auf die erste Ergebnisseite, ansonsten verschwand Smith in der Anonymität des Feldes.
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