RSNplusGroves machte Merlier schnell vergessen

Tops und Flops der WorldTeam-Zugänge: Alpecin - Deceuninck

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Tops und Flops der WorldTeam-Zugänge: Alpecin - Deceuninck"
Alpecin - Deceuninck bei der Vuelta a Espana 2023 | Foto: Cor Vos

31.10.2023  |  (rsn) - Zum Saisonende nehmen wir nochmals die Neuzugänge der 18 WorldTeams aus dem vergangenen Winter in den Blick. Welcher Fahrer hat sich im laufenden Jahr als Top-Verpflichtung und wer als ein Transfer-Flop herausgestellt?

Alpecin - Deceuninck
Zu und Abgänge hielten sich beim belgischen WorldTour-Rennstall fast die Waage: Den acht Neuverpflichtungen standen neun Fahrer gegenüber, die Alpecin – Deceuninck verließen. Vor allem Sprinter Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) und Allrounder Jay Vine (UAE Team Emirates) hinterließen große Lücken, die allerdings geschlossen werden konnten. Merlier wurde durch den Australier Kaden Groves (Jayco – AlUla) ersetzt, zudem kam mit Ramon Sinkeldam (Groupama – FDJ) ein routinierter Anfahrer für den Alpecin-Sprintzug.

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Die bereits bärenstark besetzte Klassikerfraktion zusätzlich verstärken sollten Quinten Hermans (Intermarché – Circus – Wanty) und Sören Kragh Andersen (DSM). Für Helferrollen vorgesehen waren Nicola Conci (Gazprom – RusVelo) und Robbe Ghys (Sport Vlaanderen – Baloise). Ihre Debüts bei den Profis gaben der Australier Jensen Plowright (Equipe Continentale Groupama-FDJ) und der Mainzer Jason Osborne, der nach nur einer halben Saison beim Alpecin-Development-Team mit einem Vertrag bei der WorldTour-Mannschaft belohnt wurde.

Da die wichtigsten Transfers einschlugen und vor allem die beiden Top-Stars Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen wieder zuverlässig ablieferten, rückte Alpecin – Deceuninck in der UCI-Weltrangliste vom neunten auf den achten Platz vor, mit 35 Siegen gelang der Mannschaft sogar einer mehr als im vergangenen Jahr.

Kaden Groves war der erfolgreichste der Alpecin-Neuzugänge. Der australische Sprinter gewann unter anderem eine Giro-Etappe und gleich drei Teilstücke der Vuelta. | Foto: Cor Vos

Der Top-Transfer: Kaden Groves
Der 24-jährige Australier machte den Abgang von Merlier schnell vergessen. Ende März holte sich Groves auf WorldTour-Niveau gleich zwei Etappen der Katalonien-Rundfahrt, denen er den Sieg bei der Volta Limburg Classic (1.1) folgen ließ. Sein starkes Giro-Debüt krönte der Alpecin-Neuzugang in Salerno, wo er die 5. Etappe für sich entschied. Wegen Magen-Darmproblemen musste Groves das Rennen dann aber bereits auf dem zwölften Teilstück verlassen.

Wie geschmiert lief es dafür bei der Vuelta, als er gleich drei Etappen gewann und sich zudem die Punktewertung der letzten Grand Tour des Jahres sicherte. Zum Saisonausklang folgten noch zweite Plätze bei der Famenne Ardenne Classic (1.1) und dem Münsterland Giro (1.Pro) sowie Rang 35 beim Sprinterklassiker Paris-Tours (1.Pro), bei dem Groves hinter den Erwartungen zurückblieb.

Das änderte aber nichts mehr an der sehr guten Bilanz von insgesamt sieben Saisonsiegen, womit sich Groves in der teaminternen Rangliste hinter dem überragenden Philipsen, aber noch vor Weltmeister van der Poel positionierte. <

Zwei Podiumsplätze an 72 Renntagen waren die eher magere Ausbeute von Quinten Hermans, der im vergangenen Jahr noch sensationeller Zweiter bei Lüttich-Bastogne-Lüttich geworden war. | Foto: Cor Vos

Der Transfer-Flop: Quinten Hermans
Nach seinem sensationellen zweiten Platz bei Lüttich-Bastogne-Lüttich sowie weiteren Spitzenergebnissen, darunter ein Etappensieg bei der Belgien-Rundfahrt (2.Pro) erhielt der Klassiker- und Crossspezialist die Chance, sich bei einem der Top-Teams zu beweisen.

Das gelang Hermans an immerhin 72 Renntagen allerdings viel zu selten. Rang elf beim Fléche Wallonne war sein bestes Ergebnis der Klassikerkampagne – in der er allerdings nur in den Ardennenrennen freie Fahrt erhielt. Auch bei den Rundfahrten lief es nicht viel besser, lediglich ein dritter Etappenplatz bei der Deutschland Tour stach hier heraus. Ein ordentliches Ergebnis gelang Hermans noch mit Platz 13 beim GP de Québec. Seine ausgesprochen durchwachsene Saison beendete er mit einem sechsten Platz bei der Gravel-WM, bei der er hinter Silbermedaillengewinner Florian Vermeersch zweitbester Belgier war.

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