X2O: Duell mit Pieterse nur bis Rennmitte

Auch ein Sturz in hält van Empel in Kortrijk nicht vom Siegen ab

Von Kevin Kempf

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Nur zu Beginn des Rennens konnte Puck Pieterse (Alpecin - Deceuninck, links) mit Fem van Empel (Jumbo - Visma) mithalten. | Foto: Cor Vos

25.11.2023  |  (rsn) – Nach dem Auftakt der X2O-Trofee-Serie am Koppenberg hat Fem van Empel (Jumbo – Visma) in Kortrijk auch ihren zweiten Auftritt bei diesem Wettbewerbs gewonnen und somit ihre Führung im Klassement ausgebaut. Bis zur Rennmitte blieb es spannend, danach hängte die Niederländerin ihre Landsfrau Lucinda Brand (Baloise – Trek Lions) ab, die Zweite wurde. Puck Pieterse (Alpecin – Deceuninck) war kurz davor mit einem Defekt zurückgefallen und landete auf dem dritten Rang. Denise Betsema (Pauwels Sauzen – Bingoal) wurde vor Annemarie Worst (Cyclocross Reds) Vierte.

Nach 20 Tagen Rennpause kehrte van Empel in Kortrijk zurück und feierte prompt ihren achten Saisonsieg im achten Rennen. Wirklich unter Druck stand die 21-Jährige dabei erneut nicht, obwohl sie zwischenzeitlich durch einen kleinen Sturz etwas zurückgefallen war. “Ich bin etwas komisch zu Fall gekommen. Es ist natürlich nie schön, wenn das passiert. Aber ich habe probiert, meinen Fokus zu bewahren. Morgen werde ich vermutlich etwas steif sein, aber mit dem Adrenalin im Körper war das heute kein Problem“, befand sie im Ziel-Interview.

Zunächst schien es, als würde Pieterse die stärkste Konkurrentin werden, doch nach Materialproblemen hatte sie den Anschluss verloren. Danach hieß das Duell van Empel gegen Brand. Die Baloise-Fahrerin hatte sich nach einem Radwechsel ihrer Konkurrentinnen weggeschlichen, doch van Empel stellte die Ordnung schnell wieder her. “Gegen Brand darf man nie die Beine stillhalten. Sie ist eine Kämpferin. Ich finde es bewundernswert, wie sie sich hier wieder präsentiert“, meinte die Siegerin über ihre Landsfrau mit Blick auf deren Verletzung in der Vorbereitung.

Mit dem zweiten Sieg im zweiten X2O-Rennen baute van Empel ihre Führung in der Gesamtwertung aus. Während die meisten Stars der Szene sich auf den Weltcup konzentrieren, hatte van Empel andere Pläne. “Mein Fokus liegt mehr auf dem X2O-Klassement und weniger auf dem Weltcup und dem Superprestige. Die Entscheidung haben wir vor der Saison getroffen und an die Planung halte ich mich“, kündigte sie an. In Dublin wird van Empel am Sonntag nicht starten.

Kata Blanka Vas (SD Worx) wurde bei ihrem Comeback nach überstandenem Schlüsselbeinbruch Siebte hinter Sanne Cant (Crelan – Corendon).

Im Klassement baute van Empel ihren Vorsprung auf die Gesamtzweite Betsema auf genau vier Minuten aus. Die Tagesachte Francesca Baroni (Hubo – Remotive) erreichte das Ziel als Achte exakt fünf Minuten nach van Empel und bekommt damit in der Gesamtwertung den gleichen Rückstand angerechnet wie Fahrerinnen, die nicht am Rennen teilgenommen haben. Das dritte Event der Serie findet am 16. Dezember in Herentals statt.

So lief die X2O Trofee in Kortrijk:

Van Empel und Pieterse teilten sich die Führungsarbeit im ersten Umlauf und als das Duo die Zielgerade zum ersten Mal passierte, hatte es alle Widersacherinnen vorläufig abgeschüttelt. Brand, Worst und Betsema kehrten kurz danach nochmal zurück, aber dieses Intermezzo dauerte nicht lang; zu stark waren die beiden Topfahrerinnen.

Durch einen Sturz fiel van Empel dann auf den dritten Rang zurück. Die dritte von sechs Runden nahm sie eine Sekunde hinter Brand und deren sechs hinter Pieterse in Angriff. Wenig später überholte die Weltmeisterin Brand, um daraufhin allein in einem Ruck wieder zur Spitze vorzufahren. Nach dem Zusammenschluss bekam auch Brand ein weiteres Mal die Gelegenheit vorn ranzukommen.

Die Altmeisterin ergriff ihre Chance als sowohl Pieterse als auch van Empel das Rad wechselten. Sie zog voll durch, sprintete durch die nächste Laufpassage und erbarbeite sich so einen kleinen Vorsprung. Ihre beiden Landsfrauen waren sich dahinter nicht einig und fuhren der neuen Führenden nicht entschlossen hinterher. Zur Rennmitte lagen sie sechs Sekunden hinter Brand.

Dann drückte van Empel aufs Gas. Pieterse hatte Probleme zu folgen, hielt aber Stand, bis sie wegen technischer Probleme kurz vom Rad musste. Die Weltmeisterin schloss die Lücke nach vorn, hielt den Druck hoch und hängte Brand ab. Sie fuhr nun wie entfesselt und hörte die Glocke 20 Sekunden vor Brand. Pieterse folgte 25 Sekunden nach der Zweitplatzierten. In der Schlussrunde baute die Siegerin ihren Vorsprung auf Brand nur noch minimal aus, Pieterse hingegen, die keine Klassementambitionen hat, fiel auf 1:05 Minuten zurück.

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