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16.02.2024 | |
(rsn) – Nachdem das Team dsm-firmenich - PostNL für einige Jahre sogar mit deutscher Lizenz fuhr, ist die Anzahl der Fahrer aus Deutschland beim Rennstall aus Deventer in der Niederlande inzwischen stark gesunken. Aktuell befinden sich mit John Degenkolb und Niklas Märkl nur mehr zwei Fahrer aus der Bundesrepublik im aktuellen Kader. Das Duo startete im Gleichschritt in die aktuelle Saison und ist nun gemeinsam an der Algarve unterwegs.
"Es ist immer etwas Besonderes mit John die Rennen zu bestreiten", erklärte Märkl gegenüber RSN bei der Volta ao Algarve. Den 24-Jährigen verbindet eine gute Freundschaft mit dem "Lehrmeister" im noch jungen DSM-Team. "Von ihm kannst du so viel mitnehmen und lernen, weil er halt das alles auf dem höchsten Niveau schon mitgemacht und überall den Durchblick hat", schilderte der Pfälzer weiter.
Irgendwann würde der "Normalentwickler", der in seine vierte Saison bei DSM geht, gern selbst die Rennen so stark bestreiten, wie sein Vorbild. Als Degenkolb seine großen Erfolge einfuhr, war Märkl noch bei den Nachwuchsrennen unterwegs. "Damals hatten wir echt starke Fahrer auf der WorldTour, zu denen wir aufschauten - wie Marcel Kittel, André Greipel, Tony Martin oder eben John. Er ist mein Vorbild geworden, weil er eben die Klassiker so gut fuhr", erinnert er sich. ___STEADY_PAYWALL___
Niklas Märkl (4. von links) und John Degenkolb (5. von links) bei der AlUla Tour in Saudi-Arabien. | Foto: Cor Vos
Beide soll der Weg nach der Algarve dann zu den Klassikern führen, wo Degenkolb als Lehrmeister sein Wissen an seine Teamkollegen weitergibt. "Er hat eine unglaubliche Streckenkenntnis in Belgien. Der kennt jede Straße, jeden Hügel und jeden Feldweg. Wenn man sich ansieht, wie er an so ein Rennen geht, dann kannst du so viel rausziehen. Und ein taktischer Fuchs ist er auch, weiß wo du vorne sein musst, wo du was investieren oder wo du besonders aufmerksam fahren musst", erläuterte der 24-Jährige.
Um selbst eines Tages in die großen Fußstapfen seines Vorbildes zu treten, benötigt es noch einiges. "Vor allem noch einen Leistungssprung. Aber ich bin noch jung und mache Jahr für Jahr meine Schritte", so Märkl, der wie Degenkolb seine Stärken im Sprint und bei den Klassikern sieht: "Es ist beides auch sehr verwachsen. Bei den ganz schweren Klassikern gibt es aktuell nur wenige Fahrer, die Siegchancen haben, aber bei den kleineren Rennen kannst du auch als Sprintertyp mithalten und so auf beiden Hochzeiten tanzen."
Als perfektes Beispiel für die Umsetzung sieht der Deutsche den Belgier Jasper Philipsen, der nicht nur im Sprint eine Klasse für sich ist, sondern auch bei den schweren Eintagesrennen ganz vorne mitmischen und Akzente setzen kann, wie nicht nur Platz zwei bei Paris-Roubaix im vergangenen Jahr bewies. "Wir haben keinen wirklich großen Namen außer John für diese Rennen, aber ich denke wir sind immer für eine Überraschung gut", blickte Märkl auf die kommenden Wochen voraus. Potentielle Talente für die Klassiker gibt es auch im jungen DSM-Kader viele.
Märkl, der sich auch im Sprintzug seiner Mannschaft verdingt, der mit Fabio Jakobsen nun einen absoluten Spitzenspurter hinzubekam, hat sein Herz aber auch an die schweren Kopfsteinpflasterrennen in Belgien verloren. "Ich hoffe, dass ich fit bin, denn ich mag diese Rennen", erzählte er und ging ins Detail: "Wenn du eine Flandern-Rundfahrt fährst, dann fängt das die Woche vorher schon mit Gent-Wevelgem an, wo das Gefühl wächst und sich die Spannung aufbaut."
Beide endschnell und beide mit Klassiker-Ambitionen: Der zu Tudor abgewanderte Marius Mayrhofer (links) und Niklas Märkl bei der Volta ao Algarve. | Foto: Cor Vos
Vor allem das Highlight der flämischen Rennen, die Ronde, welche er 2022 zum bislang einzigen Mal in seiner Karriere bestritt, hat sich besonders in seine Erinnerungen eingebrannt: "Wenn du zum ersten Mal da zum Oude Kwaremont kommst und fünf Kilometer davor schon die Fans schreien hörst, das löst etwas in einem aus. Jeder der sein Herz am Radsport hat, der kann das mitfühlen und daher ist das auch mein Lieblingsrennen."
Dennoch will der junge Deutsche noch nicht zu viel an die Klassiker denken, sondern davor Rennen für Rennen in Angriff nehmen. "Es ist wichtig, dass man nicht zu weit nach vorne blickt im Radsport, sondern seinen Fokus darauf legt, was als nächstes ansteht", so Märkl, auf den am Freitag an der Algarve wieder viel Arbeit wartet. Denn ein mögliches Sprintfinale in Tavira soll mit einem Topergebnis für das Team enden. Und dafür ist der Deutsche fix in den Leadout rund um Casper van Uden eingebaut.
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