Früher Start zahlte sich aus

UAE Tour: McNulty im Zeitfahren nur von Teamkollegen gefährdet

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "UAE Tour: McNulty im Zeitfahren nur von Teamkollegen gefährdet"
Brandon McNulty (UAE Team Emirates) hat das Zeitfahren der UAE Tour für sich entschieden. | Foto: Cor Vos

20.02.2024  |  (rsn) – Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder holt sich den Etappensieg. Auf der 2. Etappe der UAE Tour (2.UWT) war Brandon McNulty dieser frühe Vogel. Der US-Zeitfahrmeister war als Elfter ins Rennen gegangen und wartete mehr als zwei Stunden im Hot Seat, bevor er als Sieger feststand. 13:27 Minuten brauchte McNulty für das 12,1 Kilometer lange Einzelzeitfahren auf der Insel Al Hudayriyat – ein Schnitt von ziemlich genau 54 km/h.

Hinter McNulty, der damit auch die Gesamtführung übernommen hat, platzierten sich seine Teamkollegen Jay Vine (+0:02) und Mikkel Bjerg (+0:04), die ebenfalls relativ früh gestartet waren. Das erwies sich letztlich als entscheidendes taktisches Mittel, denn der Wind frischte im Tagesverlauf auf und machte auf dem ersten Abschnitt der Runde, als er direkt von vorne kam, den Unterschied.

“Wir haben den Wind beobachtet und es sah so aus, als würde er stärker werden. Deswegen haben wir unsere starken Zeitfahrer nach vorne gesetzt. Und ich denke, das hat sich ausgezahlt“, sagte McNulty im Siegerinterview. "Ich war mir gar nicht so sicher, wie ich mich fühlte, aber der Speed war während des gesamten Zeitfahrens gut." Sein Team sei nun für die kommenden Tage, vor allem die Bergankunft auf der 3. Etappe am Jebel Jais, in einer ausgezeichneten Position. “Auch Adam ist ja noch nicht weit zurück.“

Der angesprochene Yates, nominell Kapitän der Mannschaft, kassierte 28 Sekunden auf McNulty und wurde 16. Vor ihm landeten als weitere Anwärter auf den Gesamtsieg – neben seinen Teamkollegen McNulty und Vine – Ilan Van Wilder (Soudal – Quick-Step / +0:17), Pello Bilbao (Bahrain Victorious / +0:19), Ben O’Connor (Decathlon – AG2R / +0:22) und Max Poole (dsm-firmenich PostNL / +0:27).

Rainer Kepplinger (Bahrain Victorious) wurde als bester Österreicher guter Fünfter (+0:16), als einer der wenigen Spätstarter konnte Ex-Weltmeister Tobias Foss (Ineos Grenadiers / +0:14) auf Rang 4 vorne reinfahren. Kepplingers Teamkollege Nikias Arndt wurde als 28. mit 41 Sekunden Rückstand auf McNulty bester Deutscher.

So lief die 2. Etappe der UAE Tour

Als Erster von der Startrampe rolle Elia Viviani (Ineos Grenadiers). Der italienische Sprinter setzte mit einem 49er Schnitt und 14:49 Minuten eine erste Marke, die allerdings schnell pulverisiert wurde. McNulty war bereits als Elfter am Start und legte eine ganz andere Richtzeit in den staubigen Asphalt. 13:27 Minuten sollten lange Zeit unerreicht bleiben.

Das Profil der 2. Etappe der UAE Tour | Foto: RCS

Mit Pello Bilbao (Bahrain Victorious) war ein weiterer Aspirant für die Gesamtwertung früh am Start. Nachdem er an der Zwischenzeit kurz vor der Hälfte der Distanz bereits 16 Sekunden Rückstand hatte, war Schlimmeres zu befürchten. Doch auf dem Rückweg Richtung Ziel kamen nur noch drei weitere dazu.

Verantwortlich dafür waren die Windverhältnisse. Bis zur Zwischenzeit kam der Wind von vorne, der Rückweg, der zudem auch die einzigen beiden Spitzkehren und Bremspunkte beinhaltete, wurde mit Rückenwind gefahren, was die Zeitunterschiede verringerte.

Das merkten auch McNultys Teamkollegen Bjerg und Vine. Der Däne konnte seinen Rückstand im zweiten Teil auf vier Sekunden verringern, Vine kam bis auf zwei Sekunden an den US-Zeitfahrmeister heran. Beide komplettierten ein zwischenzeitliches UAE-Podium, kamen den Spitzenreiter aber nicht gefährden.

In der Folge kamen auch Zeitfahrspezialisten wie Ivo Oliveira (UAE Team Emirates) oder Bruno Armirail (Decathlon – AG2R La Mondiale) nicht mehr an die Topzeiten heran, was für ein Auffrischen des Windes sprach. Spätestens nachdem Ex-Weltmeister Tobias Foss (Ineos Grenadiers) ebenfalls 14 Sekunden an der Zwischenzeit kassierte, wurde immer deutlicher, dass sich die Bedingungen verändert hatten.

Foss verlor zwar auf dem Rückweg nichts weiter, Zeit gutmachen konnte er aber auch nicht. Gleiches galt für die weiteren Spezialisten Remi Cavagna (Movistar) oder Johan Price-Pejtersen (Bahrain Victorious), sodass sich an der frühen Zwischenkonstellation mit dem UAE-Trio auf dem Podest nichts mehr änderte.

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