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17.05.2024 | (rsn) – Als im vergangenen Herbst das US-amerikanische Team Human Powered Health bekannt gab, dass es 2024 keine Lizenz mehr lösen und eingestellt wird, gehörte der Pole Stanislaw Aniolkowski zu 23 Athleten, die plötzlich ohne Vertrag für die kommende Saison dastanden. Als nur einer dieser drei Fahrer gelang es ihm allerdings noch, einen Platz in einem WorldTeam zu ergattern. Beim französischen Cofidis-Team fand er Unterschlupf und unterstrich auf der 13. Etappe des Giro d'Italia, dass sie mit ihm einen guten Transfer landeten.
Zwar ist der Pole Sprinter, doch mit seinen Siegen bei kleineren Rundfahrten zuvor ist er keineswegs als richtiger Kracher unter den endschnellen Männern bekannt. In Cento war er allerdings vor vielen der besser eingeschätzten Fahrer wie unter anderem Phil Bauhaus (Bahrain Victorious), Fernando Gaviria (Movistar) oder Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) zu finden. Lediglich am Sieger Jonathan Milan (Lidl – Trek), der seinen dritten Tageserfolg bei diesem Giro feierte, fand er keinen Weg vorbei.
Dementsprechend happy war der 27-Jährige aus Warschau. "Der zweite Platz ist super", erklärte er gegenüber Eurosport im Ziel und ließ ein wenig auf die schweren Wochen und Monate des Jahresendes Einblick nehmen. "Ich möchte mich beim gesamten Team bedanken und dem Management, das mir die Chance gegeben hat zu fahren, nachdem mein letztes Team sich aufgelöst hat", fügte der Pole an.
Zusätzlich erlitt er im Winter eine Verletzung. Er zog sich beim Laufen einen Ermüdungsbruch zu, wodurch seine Saisonvorbereitung gestört wurde. "Beim Teamtrainingslager hatte ich noch ein individuelles Programm, konnte nicht mit meinen Teamkollegen fahren, sondern sah sie immer nur beim Essen", erinnerte er sich auf seinen Einstand in seiner neuen Mannschaft.
Trotzdem wurde er nach einigen ansprechenden Sprints, so wurde Aniolkowski einmal Vierter bei der UAE Tour (2.UWT) und Fünfter am Schlusstag von Tirreno-Adriatico (2.UWT), ins Aufgebot für den Giro d'Italia aufgenommen. Zweimal kam er bislang in die Top Ten, in Fossano am dritten Tag und in Francavilla al Mare auf der 11. Etappe. Nun aber kratzte er in Cento an der ganz großen Überraschung.
"Es war knapp, dennoch war ich etwas entfernt vom Sieger", blickte er auf den Sprint zurück, wo er hinter Milan Zweiter wurde. Vor allem kam dem Polen die technische Anfahrt im Finale entgegen. Er hielt sich lange bedeckt und fand mit Gaviria den perfekten Leadout. Denn der Kolumbianer ging früh auf der Zielgeraden in die Offensive und in seinem Windschatten arbeitete sich Aniolkowski an das Hinterrad von Milan.
Am wohl stärksten Sprinter im Giro-Feld kam er nicht mehr vorbei, dennoch war der zweite Platz wie ein Sieg für ihn. "Es hat wieder einmal gezeigt, dass du immer an dich glauben musst. Denn bleibst du dran, kommen solche Tage", freute sich Aniolkowski.