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27.06.2024 | (rsn) - Einen Tag nach ihrem Sieg in Gera hat Martina Fidanza (Ceratizit – WNT) auch die 3. Etappe der 36. Thüringen Ladies Tour gewonnen. Nach 144 Kilometern rund um Erfurt war die Italienerin im Sprint erneut schneller als ihre Landsfrau Barbara Guarischi (SD Worx). Dritte wurde die Kanadierin Maggie Coles-Lyster (Roland), die die beiden Niederländerinnen Sofie van Rooijen (VolkerWessels) und Lucinda Brand (Lidl – Trek) hinter sich ließ. Die Belgierin Margot Vanpachtenbeke (VolkerWessels) verteidigte das Gelbe Trikot der Gesamtführenden.
"Es war die flachste Etappe der diesjährigen Rundfahrt, deshalb war es unser Plan, wieder auf den Etappensieg zu gehen. Ich fühle mich großartig. Die Etappen am Freitag und am Samstag mit dem Einzelzeitfahren sind nichts für mich, aber am Sonntag beim Finale in Schmalkalden könnte es noch eine Chance für mich geben", blickte die Siegerin in Erfurt bereits auf die Schlussetappe.
Für die 24-Jährige Fidanza war es der dritte Saisonsieg. Die Tochter des ehemaligen Polti-Sprinters Giovanni Fidanza überzeugt schon seit Jahren auf der Bahn. Dort wurde Fidanza bereits dreimal Welt- und zweimal Europameisterin. Diese Saison scheint ihr nun auch auf der Straße der Durchbruch zu gelingen, nachdem sie bisher nur hin und wieder auf sich aufmerksam machen konnte.
Als wichtiger Faktor ihre deutschen Teams erweist sich in Thüringen Franziska Brauße, die im Finale viel Arbeit für ihre Sprinterin verrichtete und so großen Anteil daran hatte, dass es überhaupt zum Spurt kam. "Die letzten 20 Kilometer, nachdem wir Mieke Kröger eingeholt hatten, sind wir von vorn für Martina gefahren. Das war sehr anstrengend. Aber unser Plan ist aufgegangen – wir wollten und mussten heute für Martina fahren", sagte die 25-jährige Brauße im Ziel.
Auch andere deutsche Fahrerinnen zeigten sich rund um Erfurt. Lisa Kromm (Maxx – Solar Rose), die U23-Zeitfahrmeisterin Justyna Czapla (Canyon – SRAM) und die Elite-Zeitfahrmeisterin Mieke Kröger (Nationalteam) versuchten sich als Ausreißerinnen. Im Sprint konnte aber keine heimische Fahrerin ganz vorn mitmischen, Linda Riedmann (Visma – Lease a Bike) schlug sich am besten und beendete die Etappe auf Platz 15.
"Das Trikot ist ein schöner Lohn für mich und auch das gesamte Team. Das war meine Etappe, für dieses Profil bin ich prädestiniert. Ich bin sehr zufrieden, dass unsere Taktik mit dem Fluchtversuch aufgegangen ist. Nach der Bergwertung musste ich dann ein bisschen reißen lassen, aber das ist egal. Mal sehen, was die nächsten Tage noch geht", sagte die 35-jährige Kromm, die in Erfurt als aktivste Fahrerin ausgezeichnet wurde.
Die 25-jährige Vanpachtenbeke liegt im Klassement unverändert vier Sekunden vor der US-Amerikanerin Ruth Edwards (Human Powered Health). Eline Jansen (VolkerWessels) baute ihre Führung in der Bergwertung weiter aus. Die Spitze im Punkteklassement übernahm Fidanza, Riedmann verteidigte das Nachwuchstrikot.
Nachdem sich auf den ersten 27 Kilometern keine Fahrerin absetzen konnte, lösten sich mit Christine Majerus (SD Worx – Protime) und Elizabeth Deignan (Lidl – Trek) zwei große Namen vom Feld. Doch auch das routinierte Duo konnte sich nicht lang an der Spitze behaupten und wurde schon vor der Bergwertung nach 54 Kilometern wieder eingeholt. Die sicherte sich die Führende im Bergklassement. Anschließend versuchte es Kromm mit einer Attacke.
Die Deutsche setzte sich bis auf knapp zwei Minuten ab, doch als sich ihr Vorsprung halbiert hatte, sprang Czapla 50 Kilometer vor dem Ziel zu ihr vor. Gemeinsam behaupteten sie ihren Vorsprung von etwas mehr als eine Minute, doch als der Wind 40 Kilometer vor dem Ziel von der Seite blies, versuchten mehrere Teams die Konkurrenz auf die Kante zu nehmen. Der Plan klappte nicht, doch für die beiden Ausreißerinnen war bei noch 37 zu fahrenden Kilometern die Flucht beendet.
Zwei Kilometer später ging Kröger in die Offensive und nach dem Wind kam der Regen. Die Deutsche Zeitfahrmeisterin überquerte 26 Kilometer vor dem Ziel die zweite Bergwertung des Tages 25 Sekunden vor Jansen, die das Feld anführte. Eingangs der letzten 20 Kilometer wurde auch Kröger wieder gestellt.
Im flachen Finale konnte sich keine Fahrerin mehr lösen. SD Worx – Protime bereitete den Sprint für Guarischi auf dem letzten Kilometer mustergültig vor. Doch obwohl sie auf der langgezogenen Rechtskurve zum Ziel die Innenbahn hatte, kam Fidanza außen ohne Probleme an ihr vorbei, um ihren zweiten Sieg in Folge zu bejubeln.
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