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03.08.2024 | (rsn) – Stimmungsvoll, jung, athletisch, modern und vor allem auf kleinen Reifen präsentiert sich BMX bei den Olympischen Spielen in Paris. Mit Racing, wo acht Athletinnen und Athleten gegeneinander antreten und Freestyle, wo auf einem Parcours getrickst und fleißig Punkte gesammelt werden, verfügt die Sparte des Radsports gleich über zwei Disziplinen bei den Spielen. Beide punkten vor allem mit Action von Beginn an.
Zwar ist sowohl die Zählweise beim Freestyle als auch das Rennformat beim Racing gewöhnungsbedürftig für den klassischen Radsportfan, die Stimmung ist aber nicht minder beeindruckend. Denn während beim Freestyle die hohen Sprünge und Tricks für Applaus sorgen, so ist der Jubel groß, wenn beim Racing die Athletinnen und Athleten auf der Wellenbahn an den Zuschauertribünen vorbeiflitzen. ___STEADY_PAYWALL___
Während Deutschland vor drei Jahren in Tokio noch mit einer Sportlerin qualifiziert war, so schafften es mit Kim Lea Müller (Freestyle), Alina Beck und Philip Schaub (beide Racing) zwei Athletinnen und ein Athlet zu den Spielen, doch die Ergebnisse mit Rang 12 für Müller und jeweils den 21. Plätzen für Beck und Schaub zeigten, dass Deutschland hier großen Aufholbedarf hat.
Gleich acht Athletinnen oder Athleten stürzen sich im BMX Racing gleichzeitig auf die Wellenbahn | Foto: Arne Mill/Frontalvision.com
"Schade, dass ich den Einzug in die nächste Runde so knapp verpasst habe,“ sagte Alina Beck nach dem Rennen. "Aber ich habe dieses Event trotzdem sehr genossen, die tolle Stimmung, dieses wahnsinnige Ambiente. Das war großartig", erklärte die 18-Jährige. Gerade ein Punkt fehlte ihr für den Einzug in die Hoffnungsrunde, wo noch vier Plätze für das Halbfinale ausgefahren wurden.
Zweimal Platz 21 und damit Aus im Viertelfinale gab es im BMX Racing für Deutschland | Foto: Arne Mill/Frontalvision.com
Das galt auch für Schaub, bei dem es nur Zentimeter waren, die ihm zum Einzug in die zweite Runde fehlten. Im Fotofinish hatte er das Nachsehen. "Vom Ergebnis bin ich total enttäuscht. Irgendwie war der Wurm drin. Normalerweise kriege ich das gut hin, meine Linie zu finden und in Position zu fahren. Aber es hat heute nicht sein sollen", bilanzierte er.
Gerade einmal 24 Starterinnen und Starter waren für die Rennen im BMX Racing zugelassen, bei Weltmeisterschaften sind es dreimal so viele im Elitebereich und auch in den Alterskategorien darunter. Wer es nach Paris schaffte, darf sich durchaus zu den Besten der Welt zählen und muss dort dann den Überblick behalten. Denn das Rennformat ist schon sehr speziell: sowohl im Viertel- als auch im Halbfinale werden die Ergebnispunkte von je drei Läufen zusammengezählt. Lediglich das Finale wird in einer Fahrt ausgetragen.
Trotz Schuhverlusts zu Bronze - der Franzose Anthony Jeanjean | Foto: Arne Mill/Frontalvision.com
Ihren Heimvorteil im Rennen der Männer spielten die Franzosen aus, die mit Joris Daudet, Sylvain André und Romain Mahieu gleich alle drei Plätze auf dem Podium ausfüllten. Von einer galaktischen Show des französischen Trios sprachen die Moderatoren in der BMX-Arena. Für den Schweizer Cédric Butti gab es nur den vierten Platz. Dafür durfte seine Teamkollegin Zoé Claessens über Bronze bei den Frauen jubeln, hinter der Australierin Saya Sakakibara und der Niederländerin Manon Veenstra.
Während 2021 in Tokio noch Lara Marie Lessmann Sechste im Freestyle-Finale wurde, musste sich ihre Nachfolgerin Kim Lea Müller mit Rang zwölf begnügen. Gold ging dort an die Chinesin Deng Yawen. "Ich wollte unbedingt ins Finale, hatte mir dafür noch ein paar Tricks aufgehoben“, schilderte Müller nach der Qualifikation, bei der sie den letzten Platz belegte. Nur einige kleine Fehler hatten sie den Finaleinzug gekostet. Bei den Männern überraschte der Argentinier José Torres, nur Siebter in der Qualifikation, aber mit einem Lauf nahe der Perfektion sicherte er sich die Goldmedaille im Finale.
Kim Lea Müller scheiterte schon in der Qualifikation | Foto: Arne Mill/Frontalvision.com