RSNplusBei Cross-WM Vierte im Rennen der Juniorinnen

Grossmann tief enttäuscht: “Mein Traum war der Titel“

Von Peter Maurer aus Lievin

Foto zu dem Text "Grossmann tief enttäuscht: “Mein Traum war der Titel“"
Anja Grossmann im WM-Rennen von Liévin | Foto: Elisa Haumesser

01.02.2025  |  (rsn) - Noch beim Interview flossen die Tränen über Anja Grossmanns Gesicht. Die Schweizerin war bei der Cross-WM im Rennen der Juniorinnen auf dem vierten Platz gelandet und darüber tief enttäuscht. Denn nach ihrem Europameistertitel im November in Pontevedra wollte sie auch in Liévin Gold gewinnen. Grossmann verfehlte aber nicht nur das Regenbogentrikot, sondern am Ende hauchdünn auch das Podium.

"Der Traum war der Titel und das ist jetzt sehr hart zu akzeptieren", sagte die 16-Jährige im Gespräch mit RSN. Auch schon in Spanien bei den Europameisterschaften war sie sehr emotional. Bei der Zieldurchfahrt reckte sie damals ihre beiden Arme in die Höhe, deutete in den Himmel und gedachte so ihrer verstorbenen Teamkollegin Muriel Furrer, die im September 2024 bei den Straßenweltmeisterschaften in Zürich ums Leben gekommen war.

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Furrer, die wie Grossmann auch im Cyclocross, auf dem Mountainbike oder auf der Straße unterwegs war, begleitet seitdem die 16-Jährige in ihren Gedanken. Mit den Hashtags #rideformuriel und #murielinourhearts erinnert sie immer wieder an die so tragisch verunglückte Teamkollegin, der sie ihren Europameistertitel auch widmete.

Bei der Cross-EM im vergangenen Jahr hatte Anja Grossmann noch allen Grund zum Jubel. | Foto: Cor Vos

Grossmann ist aber nicht nur eine emotionale Fahrerin, sie hat einen starken Glauben an sich selbst und setzt sich hohe Ziele. Nach dem Gewinn des Schweizer Meistertitels bei den Juniorinnen rief sie den Weltmeistertitel als großes Ziel auf. "Habe Ziele, träume groß, liebe was du tust, treibe dich selbst jedes Mal an deine Grenzen und darüber hinaus, gib niemals auf", gibt sie als Motto auf ihrer Website an.

Ihre Titel-Ambitionen erhielten aber schon kurz nach dem Start einen herben Rückschlag, als die Schweizerin auf dem Boden landete. "Der Start war gut und ich war vorne dran. Dann hatte ich einen großen Sturz und sie fuhren wieder alle an mir vorbei", blickte Grossmann zurück und erneut kamen ihr die Tränen: "Ich kam wieder zurück und war dann in der Schlussrunde Dritte, als ich dann an einem Anstieg absteigen musste, war die Kanadierin plötzlich weg."

Grossmann musste Rafaelle Carrier ziehen lassen und verpasste so um zehn Sekunden eine Medaille: "Ich bin unendlich enttäuscht, kann es aber auch nicht ändern. Ich habe alles gegeben, aber die Stürze haben nicht geholfen. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl auf der Strecke und hatte gute Beine. Es wäre alles möglich gewesen, heute wollte es aber nicht sein", resümierte sie abschließend.

Trotz aller Enttäuschung steckte Grossmann sich gleich neue hohe Ziele: "Im August haben wir in der Schweiz die Mountainbike-Weltmeisterschaften. Da will ich in der besten Form dastehen und erneut um den Titel kämpfen“, kündigte sie an.

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