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13.04.2025 | (rsn) – Auf dem Fahrrad ist Pauline Ferrand-Prevot eine Alleskönnerin. Sie gewann in ihrer Karriere schon Weltmeistertitel auf der Straße, beim Gravel, im Cyclocross und im Mountainbike. Vor acht Monaten krönte sie ihre Karriere mit dem Olympiasieg im Cross-Country, damals triumphierte die Nordfranzösin vor heimischer Kulisse am Elancourt Hill bei Paris und holte sich die lang ersehnte Goldmedaille.
Nun feierte Frankreichs Radkönigin ihren nächsten Triumph. Ferrand-Prevot gewann als Solistin die 5. Ausgabe von Paris-Roubaix Femmes. Ein Heimsieg, den die 33-Jährige, die nur zwei Autostunden von Roubaix entfernt aufgewachsen ist, weder geplant noch erwartet hatte. ___STEADY_PAYWALL___
“Ich hatte Paris-Roubaix nicht einmal im Kalender stehen. Ursprünglich hatten wir ein Höhentrainingslager zu diesem Zeitpunkt geplant. Aber ich wollte unbedingt Flandern fahren und die Woche danach nun auch Roubaix. Es war echt eine Last-Minute-Entscheidung“, erzählte Ferrand-Prevot auf der Pressekonferenz nach dem Rennen.
Hinzu kam, dass sie sich bei Strade Bianche bei einem Sturz am Knöchel einen Schnitt zuzog. Die Wunde infizierte sich, weswegen die Französin nicht nur Antibiotika nehmen musste, sondern auch noch Tage vor ihrem Roubaix-Sieg mit Fieber zu kämpfen hatte. “Ich wusste noch am Morgen nicht, wie es um mich steht. Mein Ansatz war, Marianne (Vos) zu helfen und unsere Chancen auf einen Sieg zu erhöhen“, berichtete Ferrand-Prevot.
Pauline Ferrand-Prevot (Visma – Lease a Bike9 und ihren Teamkollegin Marianne Vos feiern den Paris-Roubaix-Sieg der Französin. | Foto: Cor Vos
25 Kilometer vor der Ziellinie des Kopfsteinpflasterklassikers attackierte sie dann aber auf einem Asphaltstück, fuhr zur Führenden Emma Norsgaard-Bjerg (Lidl – Trek) vor, ließ die Dänin dann stehen und baute ihren Vorsprung auf eine Minute gegenüber den Verfolgerinnen um Titelverteidigerin Lotte Kopecky (SD Worx – Protime) aus. Diesen verteidigte sie bis zur Ziellinie, wo sie die Ehrenrunde im Vélodrome André-Pétrieux in vollen Zügen genießen konnte.
Dabei stand dieser Sieg gar nicht auf ihrer Liste. “Ich habe Flandern und Roubaix als gutes Training für die Positionierung gesehen. Mein Hauptziel in diesem Jahr bleibt die Tour de France“, sagte sie.
Auch ihre entscheidende Attacke zielte nicht auf den Sieg ab. “Ich wollte die hinten arbeiten lassen. Es war ein recht unorganisierter Moment und ich bekam die Lücke auf. Aber an den Sieg habe ich gar nicht gedacht“, meinte die Französin, die erst zur Saison 2025 auf die Straße zurückkehrte.
Als erste Französin stemmte Ferrand-Prevor in Roubaix den berühmten Pflasterstein in die Höhe. | Foto: Cor Vos
Mit Platz zwei in Flandern und dem Roubaix-Sieg erwies sich nicht nur das Tourtraining als effektiv. Im internen Duell mit ihrem Freund Dylan van Baarle sorgte sie nun für den Ausgleich an Pflastersteinen, nachdem der Niederländer 2022 das Rennen für sich entscheiden konnte. “Ich genieße es, zurück auf der Straße zu sein. Auf dem Mountainbike wollte ich alles gewinnen, jetzt ist es für mich auch okay, wenn eine Teamkollegin siegt. Ich spüre, dass der Druck weniger ist“, erklärte Ferrand-Prevot ihre neue Gelassenheit.
Doch mit ihrer Ansage, die Tour de France gewinnen zu wollen, halste sie sich einiges an Druck auf. Die Ankündigung machte sie kurz nach ihrem Olympia-Triumph von Paris. “Das war sicherlich der schönste Sieg, den ich je hatte. Aber alles habe ich noch nicht gewonnen und den Toursieg will ich unbedingt“, bestätigte sie nun.
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