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12.07.2025 | Zwei Aktionen gab es im Finale der 8. Etappe der Tour de France nach Laval, die Auswirkungen auf die Ergebnislisten hatten. Szenario eins: Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) wird vom späteren Etappensieger Jonathan Milan (Lidl – Trek) rund 700 Meter vor dem Ziel im Positionskampf leicht abgedrängt und dabei mit einem Schulterschubser bedacht.
Szenario zwei: 1,4 Kilometer vor dem Ziel ging es durch den letzten Kreisverkehr vor dem Finish, Kaden Groves (Alpecin – Deceuninck) setzte sich eingangs der Kurve mit einem sehr späten Bremsmanöver innen neben Milan und bremste dadurch den sich direkt dahinter befindenden Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) aus – beinahe hätte Groves sowohl den Italiener als auch den Deutschen abgeräumt.
Die eine Aktion hatte wenig Konsequenzen im Rennen, van der Poel suchte sich ein neues Hinterrad, beziehungsweise startete seinen Lead-out für Groves. Bauhaus dagegen verlor bei der anderen Aktion das Hinterrad des späteren Siegers und konnte kein echtes Spitzenergebnis mehr einfahren, musste sich trotz zuvor so guter Positionierung mit Rang zwölf begnügen.
Die Konsequenzen laut Jury waren aber sehr unterschiedlich: Milan wurde für die "Behinderung eines Fahrers" mit einer Strafe von 500 Franken, zehn Sekunden Zeitstrafe und – wohl am teuersten – zehn Punkten Abzug in der Punktewertung bedacht. Das belgische Portal "Wielerflits" zog den Zusammenhang zur beschriebenen Aktion mit van der Poel – das Comuniqué der Tour blieb dabei unkonkret.
Angesichts Milans Überlegenheit und Geradlinigkeit im Sprint kann diese Lesart aber wohl als sicher angesehen werden. Denn auf den letzten 500 Metern gab es nun wirklich gar nichts mehr, was man ihm hätte anlasten können.
Groves‘ Aktion blieb hingegen folgenlos. "Im ersten Kreisverkehr war ich noch super dabei, aber beim zweiten … das war nicht die schlaueste Aktion von Kaden Groves", sagte Bauhaus im Ziel der ARD. "Er ist da von innen rein und dabei selbst fast gestürzt. Mich hat das in die Bredouille gebracht und da habe ich alles verloren, da war es vorbei. Ich gehe jetzt erstmal in die berühmte Mertesacker-Eistonne."
Bauhaus wurde am Ende Etappenzwölfter – und musste hadern, da er bis zu dem Kreisverkehr in einer idealen Position war. Groves wurde auf seinen risikofreudigen Einsatz nicht angesprochen – gegen den anderen "Übeltäter" Milan war an diesem Tag sowieso wohl kein Kraut gewachsen.