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15.07.2025 | (rsn) - Auf einer dreiwöchigen Rundfahrt gehen nicht nur die Athleten ans Limit, auch beim Material wird an jeder Schraube gedreht, um die Räder schneller zu machen. Einen großen Einfluss haben dabei die Reifen. Neben dem Grip für kurvige Finale und schnelle Abfahrten sind hier besonders der Rollwiderstand und mittlerweile sogar die Aerodynamik wichtige Faktoren.
Um das letzte Watt einzusparen, setzen manche Teams bei den Straßenrädern auf Reifen, die eigentlich für den Zeitfahreinsatz gedacht sind. Mit der Ersparnis sinkt zwar der Pannenschutz und damit steigt die Gefahr eines Plattens, die hinzu gewonnenen Watt sind für manche Fahrer aber wichtiger.
Dass dieses Thema besonders zur Tour relevant ist, zeigt Continental, das immerhin sieben WorldTour-Teams mit Reifen ausstattet. Eigens für die Frankreich-Rundfahrt stellte das deutsche Unternehmen einen neuen Straßenreifen vor, der in Zusammenarbeit mit UAE - Emirates - XRG entwickelt wurde und leichter, schneller, aber eben auch weniger pannensicher ist.
Interessanterweise ist aber gerade das Aushängeschild des Teams, Tadej Pogacar, nicht auf den neuen Reifen unterwegs, sondern fährt weiterhin die Zeitfahrreifen der Marke. Vielleicht will der Vorjahressieger durch neues Material seine Titelverteidigung nicht gefährden?
Das Profil des neuen Reifen bliebt scheinbar unverändert. | Foto: RSN
Auch Specialized scheint an neuen Pneus zu arbeiten. Bei der Tour 2024 waren Red Bull - Bora - hansgrohe und Soudal - Quick-Step die letzten, die auf klassische Clincher-Reifen mit Schlauch gesetzt hatten, nun wird auch hier ins Schlauchloslager gewechselt. Dieses Jahr sah man erstmals eine noch nicht vorgestellte Tubeless-Version des Turbo Cotton Reifens. Die Schlauchversion des Reifens war bemerkenswerte zehn Jahre auf den Specialized-Rädern der WorldTour im Einsatz, scheint aber nun ausgedient zu haben.
Rolf Aldag, Sportdirektor bei Red Bull - Bora – hansgrohe, zeigte RSN am Rande der 10. Etappe das neue Modell und erklärte den Aufbau des Reifens: "Es geht um die Mischung und dabei um Grip und Rollwiderstand. In dem Fall ist es so, dass die Mitte des Reifens auf geringen Rollwiderstand optimiert ist und die Seiten mehr Grip bieten." Ein größeres Sturzrisiko durch die Rollwiderstandsoptimierung sieht Aldag nicht.
Doch nun rollt auch das Team Red Bull - Bora - hansgrohe auf schnellen schlauchlos Reifen. | Foto: RSN
Doch nicht nur die Reifen selbst sind entscheidend, auch die Wahl der Felge spielt für die Teams eine wichtige Rolle. Dabei geht es um das aerodynamisch optimale Zusammenspiel: Idealerweise ist die Felge außen etwas breiter als der Reifen, der mittlerweile kaum noch schmaler als 28 mm ausfällt.
Hookless-Felgen sollen den Übergang zwischen Felge und Reifen noch glatter machen. Ihre Bauweise ohne klassisches Felgenhorn spart Gewicht und vereinfacht die Produktion, schränkt jedoch die Reifenwahl ein und erlaubt nur begrenzten Luftdruck. Zuletzt gab es auch Diskussionen über die Sicherheit dieser Technologie. Nach Joao Almeidas (UAE - Emirates - XRG) Sturz auf der 7. Etappe lag sein Rad mit von der Felge gelöstem Reifen auf der Straße.
Sein Laufradsponsor Enve setzt bei diesem Modell ebenfalls auf Hookless. Konkrete Hinweise darauf, dass diese Bauart für Unfälle verantwortlich ist, gibt es bislang jedoch nicht. Und es wurde dieses Jahr noch kein Etappensieg unmittelbar durch einen Platten vereitelt. Die Jagd auf die letzten Watt wird also weitergehen.
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