--> -->

10.09.2025 | (rsn) – Kurz mal in Schwierigkeiten, dann obenauf: Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat die 17. Etappe der Vuelta a Espana gewonnen. Das mit 143 Kilometern kurz gehaltene Teilstück zwischen O Barco de Valdeorras und dem Alto de El Morredero, das auch nur den Schlussanstieg als ernsthafte Schwierigkeit beinhaltete, wird dem 21-jährigen Italiener noch etwas länger in Erinnerung bleiben.
Und das dürfte weniger an den verheerenden Bildern vom Schlussanstieg gelegen haben, die nach den noch anfangs der Rundfahrt wütenden Bränden hektarweise verkohlte, schwarze Landschaften zeigen als daran, dass es sein erster Sieg als Profi war.
Pellizzari setzte sich dreieinhalb Kilometer vor dem Ziel ab, nachdem er zuvor die klein gewordene Favoritengruppe wechselweise mit seinem Teamkollegen Jai Hindley attackiert hatte. Von zwischenzeitlich bis zu 30 Sekunden Vorsprung blieben im Ziel 16 Sekunden auf Tom Pidcock (Ineos Grenadiers) übrig, der im Bergaufsprint noch zwei Sekunden auf den Dritten Hindley herausholte.
Weitere zwei Sekunden später wurde Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike), der damit im Roten Trikot bleibt, Etappendritter. Zwei Sekunden dahinter folgte Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG), auf Rang vier. Mit 26 Sekunden Rückstand wurde Matthew Riccitello (Israel – Premier Tech) als Schlusslicht der Favoritengruppe Sechster. Dann kam Felix Gall (Decathlon – AG2R), der mit 54 Sekunden Rückstand auch noch verhältnismäßig gut finishte, nachdem er schon zu Beginn des Schlussanstiegs zurückgefallen war.
Abgesehen von einigen Sekunden, die sich die Spitzenfahrer zuschoben, passierte in der Gesamtwertung wenig. Vingegaard verteidigte Rot vor Almeida und Pidcock, Hindley, Pellizzari und Gall folgen auf den weiteren Plätzen. In den Top 10 gab es lediglich ganz am Ende Verschiebungen. Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) verdrängte Junior Lecerf (Soudal – Quick-Step). Vermeintliche klassementrelevante Entscheidungen wurden aufs morgige Zeitfahren vertagt.
Relevant war der Tag aber vor allem für einen: “Es ist der beste Moment in meiner Karriere, meiner bisher kurzen Karriere“, freute sich Sieger Pellizzari im Flash-Interview. “Heute hatte ich ein komisches Gefühl, ich dachte mir, dass es mein Tag werden könnte.“ Dabei hatte der 21-Jährige rund um die 5-Kilometer-Marke an den steilsten Stellen des Anstiegs erhebliche Probleme, das Tempo der Spitze zu halten. “Da war es sehr hart. Als der Anstieg ein wenig flacher wurde, habe ich es versucht und es war perfekt für mein Gewicht. Auf den letzten drei Kilometer waren wir noch zu zweit, Jai und ich. Ich dachte, wenn ich losfahre, würde mir niemand folgen und so war es auch“, sagte er.
Tagesziel sei für Red Bull aber eigentlich ein anderes gewesen. “Wir haben heute darum gekämpft, das Podium zu fixieren. Das hat nicht geklappt, aber der Kampf ist noch nicht vorbei“, so Pellizzari, der mit dem Sieg und der guten halben Minute, die er auf Riccitello herausgeholt hat, auch dem Gewinn des Weißen Trikots einen großen Schritt näher gekommen ist. 68 Sekunden Vorsprung hat er nun auf den US-Amerikaner.
Im Kampf um die Bergwertung wie auch das Punktetrikot hat sich wenig getan. Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) verteidigte genauso problemlos wie Mads Pedersen (Lidl – Trek) sein Trikot. UAE – Emirates verteidigte die Führung in der Teamwertung.
144 Fahrer nahmen den letzten Vuelta-Tag in Galizien in Angriff, ohne genau zu wissen, was auf sie zukommt. Zu den üblichen Protestaktionen, die bei dieser Spanien-Rundfahrt nicht mehr ausgeschlossen werden können, gesellte sich nun auch noch das Wetter, das die Bergankunft auf dem Alto de El Morredero zu verhindern drohte.
Die fehlende Klarheit spiegelte sich auch in den ersten Ausreißversuchen wider. Mads Pedersen (Lidl – Trek) im Grünen Trikot hoffte, dass der Wind tatsächlich so stark wehen und aus einer Bergankunft eine Flachetappe mit Ziel am Fuße des eigentlichen Schlussanstieges machen würde. Magnus Sheffield (Ineos Grenadiers) spekulierte als ordentlicher Kletterer dagegen darauf, dass die Favoriten jedes Risiko vermeiden und eine Gruppe am Berg um den Tagessieg kämpfen würde.
Nachdem die anfängliche Attacke gestellt war, vergingen einige Kilometer, in denen es ruhig blieb. Nach etwa 30 Kilometern konnten sich dann wieder Fahrer längerfristig vom Feld lösen. Da waren dann die Bergfahrer in der Überzahl. Antonio Tiberi (Bahrain Victorious), Brandon Rivera (Ineos Grenadiers), Patrick Gamper (Jayco – AlUla) und Harold Tejada (XDS – Astana) als Bester des Klassements mit knapp zwölf Minuten Rückstand waren Teil der zwölfköpfigen Gruppe.
Das Streckenprofil der 17. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
Visma - Lease a Bike hielt die Gruppe aber an einer relativ kurzen Leine, mehr als zwei Minuten Vorsprung zeigte die Uhr zu keiner Zeit an. So ging es tief bis ins Finale. Erst 23 Kilometer vor dem Ende, als der Vorsprung auf eine Minute schrumpfte, setzte Tiberi eine Attacke, die die Gruppe nachhaltig sprengte. Tejada fuhr mit, später schlossen auch Sergio Samitier (Cofidis) und Gijs Leemreize (Picnic - PostNL) wieder auf.
Noch vor dem eigentlichen Schlussanstieg übernahm Red Bull – Bora – hansgrohe das Tempo im Feld. Zwölf Kilometer vor dem Ziel waren die Ausreißer dann wieder gestellt. In dem Moment flog aber auch das Hauptfeld komplett in die Luft. Auch Gall bekam Probleme, konnte sich aber nochmal zurückkämpfen.
Auf den letzten sieben Kilometern war die Spitzengruppe auf rund zehn Fahrer geschrumpft. Gall verlor nun endgültig den Anschluss. 6,2 Kilometer vor dem Ziel schlug Hindley ein höheres Tempo an. Nur Pidcock, Vingegaard und Riccitello konnten zunächst mitgehen, Almeida und Pellizzari kamen wieder zurück.
Und der junge Italiener ging dann sogar in die Offensive. 3,9 Kilometer vor dem Ziel setzte er sich an die Spitze, Riccitello schloss die Lücke. Dann spielte Red Bull seine numerische Überlegenheit aus. Hindley und Pellizzari griffen im Wechsel an und als der Träger des Weißen Trikots dann 3,5 Kilometer vor dem Ziel wieder an der Reihe war, konnte oder wollte keiner weiter mitfahren. Die Lücke ging langsam auf, wuchs an bis auf eine halbe Minute, weil abgesehen von Riccitello keiner der Verfolger Führungsarbeit leistete.
Erst auf den letzten Metern schrumpfte der Abstand wieder etwas zusammen. Da war aber bereits klar, dass an Pellizzaris Sieg nicht mehr zu rütteln sein würde. Mit einem kraftvollen Sprint riss Pidcock die Verfolgergruppe nochmal auseinander und wurde im Kampf um die Bonussekunden Zweiter vor Hindley. Auch Gall konnte am Ende noch Schadensbegrenzung betreiben und hielt seinen Rückstand unter einer Minute.
Results powered by FirstCycling.com
29.10.2025Pidcock: “Ich war in der besten Form meines Lebens“(rsn) – Fünf Siege feierte Tom Pidcock in seiner ersten Saison beim Schweizer Zweitdivisionär Q36.5 Pro Cycling Team. Zwar ging er bei WorldTour-Rennen leer aus, dennoch erklärte der Brite gegenÃ
18.09.2025Anti-Gewalt-Kommission fordert Strafen gegen Vuelta-Protestierer(rsn) – Die Meinungen zu den pro-palästinensischen Protesten, bei denen gewalttätige Demonstranten den Abbruch der 80. Vuelta a Espana (2.UWT) erzwangen, gehen in Spanien nach wie vor weit ausein
16.09.2025UCI will in Ruanda Proteste wie bei der Vuelta verhindern(rsn – Nach den Massenprotesten am letzten Tag der Vuelta a Espana, in deren Folge die 21. Etappe in Madrid nicht ausgetragen werden konnte, hat der Radsportweltverband UCI angekündigt, dass es in
15.09.2025UCI äußert “völlige Ablehnung und tiefe Besorgnis“ nach Vuelta-Chaos(rsn) – Lange Zeit war während der Vuelta nichts von der UCI zu hören. Der Weltverband berief sich auf seine politische Neutralität und hielt sich raus, während bei einem der wichtigsten Wettbew
15.09.2025“Das war organisiertes Verbrechen“ - “Sie waren fast wie wilde Tiere“(rsn) – Die Vuelta Espana 2025 wird als besonders in die Geschichte eingehen. Nicht unbedingt aufgrund der sportlichen Auffälligkeit, wenngleich Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) unter ande
15.09.2025Vuelta-Chef Guillén spricht von “absolut inakzeptablen“ Verhältnissen(rsn) – Dass Sport und Politik selten harmonieren, ist keine neue Erkenntnis. In der Dimension der auftretenden Probleme hat die Vuelta a Espana aber zumindest in Radsport-Verhältnissen gemessen ne
15.09.2025Pidcock strahlt neben Vingegaard: Wo geht die Reise hin?(rsn) – Thomas Pidcock (Q36.5 Pro Cycling Team) hat bei der 80. Ausgabe der Vuelta a España Geschichte geschrieben. Sein dritter Gesamtrang in Spanien bescherte zum zweiten Mal in diesem Jahrtausen
15.09.2025Vingegaard & Co. am Hotelparkplatz auf Kühlboxen geehrt(rsn) - Die pro-palästinensischen Proteste, die am Sonntag für ein vorzeitiges Ende der Vuelta 2025 sorgten, hatten nicht nur die letzte Etappe auf dem Gewissen, sondern auch die offizielle Siegereh
15.09.2025Zwischen Stolz und Unvollendung: Vingegaards seltsamer Triumph(rsn) – Jonas Vingegaard (Team Visma – Lease a Bike) hat die 80. Ausgabe der Vuelta a España und damit die dritte Grand Tour seiner Karriere gewonnen. Vor João Almeida (UAE - Emirates – XRG/+1
14.09.2025Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe(rsn) - 184 Profis aus 23 Teams sind am 23. August in Turin in Norditalien zur 80. Vuelta a Espana (2.UWT) angetreten. 3151 Kilometer ist die Spanien-Rundfahrt in diesem Jahr lang, nicht weniger als
14.09.2025Madrids Bürgermeister übt scharfe Kritik nicht nur an Demonstranten(rsn) – Madrids Bürgermeister José Luis Martinez-Almeida hat nach dem Abbruch der Schlussetappe der 80. Vuelta a Espana mit scharfer Kritik an den Demonstranten reagiert und auch Spaniens Minister
14.09.2025Vuelta-Schlussetappe wegen erneuter Proteste vorzeitig beendet(rsn) - Von wegen Champagnerfahrt nach Madrid: Die 80. Vuelta a Espana ist 55 Kilometer früher als geplant beendet worden. Pro-palästinensische Demonstranten stoppten zunächst das Peloton noch auf
01.11.2026Seixas 2027 zum Giro? “Derzeit ist alles möglich“ (rsn) – Nachdem er bei seiner Grand-Tour-Premiere als Vierter der Frankreich-Rundfahrt nur knapp das Podium verpasst hat, ruhen auf Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) noch mehr Hoffnungen, dass er
01.11.2026Thibau macht am Koppenberg das “Nys-Dutzend“ voll (rsn) – Thibau Nys (Baloise – Het Poetsbureau Lions) hat zum Auftakt zur X2O Badkamer Trofee seinen Titel beim Koppenbergcross verteidigt. Der Belgier war in Oudenaarde nach einem spannenden Duell
01.11.2026Souveräne Vorstellung: Brand gewinnt langen Koppenbergcross (rsn) – Lucinda Brand (Baloise – Het Poetsbureau Lions) hat in Oudenaarde den Auftakt zur X2O Badkamer Trofee gewonnen. Die Niederländerin war beim Koppenbergcross nach 53:29 Minuten 53 Sekunden
01.11.2026Keine Chance auf Giro-Wildcard: Bardiani vor dem Aus (rsn) – Der Zweitdivisionär Bardiani – CSF 7 Saber gehört zu den Traditionsteams im Profi-Peloton. Die kommenden Saison könnte aber die letzte des seit 1982 bestehenden Rennstalls sein, wie GrÃ
01.11.2026Keine Vertragsverlängerung bei Unibet: Lafay vor Karriereende (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
01.11.2026Denk: “Aus Remco den besten Evenepoel aller Zeiten gemacht“ (rsn) – Nach Sportchef Zak Dempster hat sich nun auch Manager Ralph Denk begeistert über die Saison 2026 gezeigt. “Wir standen bei jeder Grand Tour mit verschiedenen Fahrern auf dem Podium. Von v
01.11.2026Pogacar-Manager kündigt neues Radsport-Projekt an (rsn) - In wenigen Worten auf den Punkt gebracht, deshalb aber nicht weniger interessant: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Nachrichten aus der Welt des R
31.10.2026Fahrerinnen äußern Bedenken bei Sicherheit und Finanzen (rsn) – Die Organisation Cyclist Alliance hat ihren Bericht zu Situation im Frauen-Peloton veröffentlicht. In der Studie, deren 43-seitiger Bericht auf einer Umfrage von 127 Profi-Fahrerinnen auf
31.10.2026Laing feiert beim Gravel Burn in Südafrika Start-Ziel-Sieg (rsn) – Nele Laing (Canyon – DT Swiss ATR) hat die Gesamtwertung beim Gravel Burn-Etappenrennen in Südafrika gewonnen. Dafür reichte ihr auf der abschließenden 7. Etappe im Shamwari Private Gam
31.10.2026Pogacar gibt ganzes Ausmaß der Verletzungen bekannt (rsn) - Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) hat sich bei seinem Sturz auf der 8. Etappe der Vuelta a Espana schwerer verletzt als zunächst angenommen. Das gab der Slowene in einem Interview mit The
31.10.2026Pluimers bleibt AG Insurance bis 2028 treu (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
31.10.2026Pogacar gibt weiteren Einblick in Saisonplanung (rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat bei einem virtuellen Community-Treffen der Plattform MyWhoosh über seine anstehende Saison 2027 gesprochen. Dabei hielt er sich für die ganz k