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05.11.2025 | (rsn) – Am 8. und 9. November steht in Middelkerke die Cross-EM auf dem Programm. Nachdem die Mixed-Staffel geräuschlos verschwunden ist, werden in der belgischen Küstengemeinde noch sechs Medaillensätze vergeben. Der Höhepunkt am Samstag ist das Eliterennen der Frauen, die Elite Männer schließen die Europameisterschaften am Sonntag ab.
Favorit auf die letzte Goldmedaille ist der Titelverteidiger und Lokalmatador Thibau Nys. Der Belgier feierte bei seinem Saisondebüt auf dem Koppenberg einen beeindruckenden Sieg. Einen Tag später erfolgte beim Rapencross in Lokeren der Rückschlag. Als Joris Nieuwenhuis der Konkurrenz davonfuhr, schlug sich Nys mit Materialproblemen und Stürzen herum. In den wenigen Runden, in denen er problemfrei unterwegs war, zeigte der Baloise-Profi aber erneut, dass er in Topform ist.
Nieuwenhuis gilt in Middelkerke nun auch als Nys' größter Herausforderer. Bei seinem zweiten Saisonsieg ließ er der versammelten Elite nicht den Hauch einer Chance. Der zuletzt ebenfalls stark fahrende Belgier Michael Vanthourenhout konnte dem Druck seiner Kontrahenten nicht standhalten. Ihm unterlief auf dem winkligen Kurs ein technischer Fehler. Sein dadurch entstandener Rückstand wurde anschließend immer größer.
Die anderen Fahrer konnten dem ersten Angriff von Nieuwenhuis schon nicht folgen. Dazu gehörten auch die beiden Belgier Laurens Sweeck und Niels Vandeputte, denen der sandige Kurs bei ihrer Heim-EM sehr gut schmecken wird. Auch der Niederländer Pim Ronhaar ist ein waschechter Sandspezialist und auch er bewies in den ersten Rennen, dass er gut drauf ist.
So bleibt die Frage, ob überhaupt ein Athlet in den belgisch-niederländischen Zweiländerkampf wird eingreifen können. Und die Antwort ist: nein. Der Brite Cameron Mason wurde zwar auf dem Koppenberg Zweiter, doch der Parcours dort passte ihm wesentlich besser als jener in Middelkerke. Der Spanier Felipe Orts zeigte in dieser Saison bisher keine Leistung, die auf eine Wiederholung seiner Silber-Vorstellung der letzten Europameisterschaft hindeuten könnte.
Sie war je einmal Welt- und Europameisterin und trug sogar dreimal das Trikot der Niederländischen Meisterin. Doch seit Januar 2025 ist Lucinda Brand in der Kleidung ihrer Mannschaft Baloise – Trek Lions unterwegs. Bei der EM will die 36-Jährige wieder ein neues Outfit überstreifen – und die Vorzeichen stehen gut. Ihre Landsfrauen Puck Pieterse, Ceylin del Carmen Alvarado und Annemarie Worst sind wie die Luxemburgerin Marie Schreiber und die Britin Zoe Bäckstedt nicht dabei, Weltmeisterin Fem van Empel quälte sich zuletzt mit den Nachwehen einer Krankheit.
Während Brand in Lokeren ihren vierten Sieg im fünften Rennen einfuhr, sagte die Visma-Fahrerin ihre Teilnahme kurzfristig ab, nachdem sie auf dem Koppenberg in der 1. Runde vom Rad gestiegen war. Im Gegensatz zu den Männern könnten bei den Frauen den Benelux-Staaten eine Medaille entrinnen. Die einzige Saisonniederlage von Brand wurde ihr nämlich in Overijse von einer Italienerin zugefügt: Sara Casasola.
Die allerdings ist nicht als Sandspezialistin bekannt. Aufgrund ihrer sehr starken Frühform und der vielen fehlenden Stars ist sie aber trotzdem zu beachten. Sie wird sich mit den Niederländerinnen Aniek van Alphen, Inge van der Heijden, Manon Bakker sowie der Belgierin Marion Norbert Riberolle herumschlagen müssen. Auch die Französinnen sind gut in die Saison gekommen. Celia Gery, die auf dem Koppenberg Zweite wurde, wird aber wohl in der U23 antreten. Helene Clauzel, Amandine Fouquenet und Amandine Muller fehlte bislang immer ein wenig zu den Podiumsplätzen.
German Cycling verzichtet auf das Entsenden einer deutschen Starterin, das geschah aber einvernehmlich, wie Judith Krahl RSN auf Nachfrage bestätigte: "Ich bin aktuell nicht auf einem Level, auf dem ich mich bei einer EM respektabel schlagen könnte und möchte nicht nur teilnehmen, um dabei gewesen zu sein", sagte die 24-Jährige, die am Wochenende bei Rund um die Chemnitzer Radrennbahn (C2) ihren ersten Podiumsplatz der Saison erreichte.
Der Kurs in Middelkerke | Foto: Veranstalter
Obwohl die Gemeinde Middelkerke dem Querfeldein-Zirkus bestens bekannt ist, ist der EM-Kurs es nicht. Die Strecke des Superprestige-Abschlusses liegt im Sportpark De Krokodil. Die Europäischen Titelkämpfe werden aber – wie die Belgische Meisterschaft 2022, die Wout van Aert und Sanne Cant für sich entschieden – auf einem Militärgelände ausgetragen.
“Wir haben ein paar kleine Punkte angepasst, aber diese Strecke benutzen wir zu 99% wieder“, erklärte Erwin Vervecken vom Organisationsbüro Golazo gegenüber Wielerflits. Das Gelände liegt in den Dünen, die Strecke führt außerdem über den Strand. Für genug Sand ist also gesorgt. Außerdem zieren zwei Hügel, die pro Runde mehrmals befahren werden, den Kurs.
Samstag, 11:00 Uhr: Juniorinnen
Samstag, 13:00 Uhr: U23
Samstag, 15:00 Uhr: Elite Frauen
Sonntag, 11:00 Uhr: Junioren
Sonntag, 13:00 Uhr: U23 Frauen
Sonntag, 15:00 Uhr: Elite Männer
Juniorinnen:
Nina Budde (RV Adler Lüttringhausen)
Junioren:
Luca Fesenmeier (RSV Hochschwarzwald)
Josh Tietjen (RRG Bremen)
U23 Frauen:
Kaija Budde (Pure Energy – Haro Bikes)
U23:
Eike Behrens (Stevens)
Hannes Degenkolb (Heizomat – Cube)
Anton Kochanowski (Stevens)
Silas Kuschla (Stevens)
Max Heiner Oertzen (Radsport Nagel)
Männer Elite:
Luca Harter (Stevens)
Lukas Herrmann (ePLM Racing)
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