Enttäuschter Sechster in Dendermonde

Van Aert: “Zwei Runden vor Schluss ging es schief“

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Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) musste sich in Dendermonde mit Rang sechs begnügen. | Foto: Cor Vos

28.12.2025  |  (rsn) – Während Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) seine bisherigen fünf Crossrennen dieses Winters gewinnen konnte, fährt Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) seinem ersten Sieg weiter hinterher. Beim Weltcup in Dendermonde konnte der dreimalige Weltmeister auch nicht von van der Poels Abwesenheit profitieren, sondern musste sich nach zwölf schnellen Runden mit Rang sechs begnügen.

Dabei galt der Belgier als Top-Favorit, hatte er doch drei der letzten vier Ausgaben des Rennens für sich entscheiden können. Doch die Konkurrenz und der trockene Untergrund machten van Aert, der tiefen Matsch bevorzugt hätte, einen Strich durch die Rechnung, die zumindest zwischenzeitlich aufzugehen schien. Denn eingangs der achten Runde hatte der 31-Jährige seine Aufholjagd erfolgreich beendet und war auf der Zielgerade mit einer kräftigen Tempoerhöhung sogar in Führung gegangen.

Doch in der Folge konnte van Aert seine Gegner um die beiden Jungstars Thibau Nys (Baloise - Glowi Lions) und Tibor Del Grosso (Alpecin – Deceuninck) nicht abschütteln und beging schließlich auch noch einen taktischen Fehler, wie er nach dem Rennen gegenüber den Journalisten vor Ort zugab. “Zwei Runden vor Schluss ging es schief. Ich wollte auf der Zielgeraden nicht in Führung liegen und ließ einige Fahrer vorbeiziehen. Ehe ich mich versah, war ich nur noch Sechster statt Zweiter. Danach kam es nicht mehr zur Ruhe, die Lücken gingen auf, und das Rennen war gelaufen“, sagte van Aert zu Wielerflits.

Nachdem er im Ziel direkt zu seinem Wohnmobil durchgerollt war, nahm sich der Visma-Profi rund 15 Minuten Zeit, ehe er sich den Fragen stellte. “Natürlich wollte ich heute besser als Sechster sein, das stimmt“, sagte van Aert, bestritt aber, dass er van der Poels Fehlen als goldene Gelegenheit für sich gesehen habe. “Wenn Mathieu nicht antritt, stehen die Chancen für alle anderen besser, das ist klar. Aber die anderen zu schlagen, ist auch schwer“, zollte er seinen Gegnern Tribut.

Auch die Bedingungen, die zu einem schnellen Rennen statt zu einer von van Aert erhofften “Schlammschlacht“ führten, hätten nicht in seine Karten gespielt. “Es war ein schwieriges Rennen. Die ersten zehn Fahrer lagen eng beieinander“, sagte er. Zudem habe er sich nicht so gut “wie in früheren Rennen gefühlt. Ich hatte Probleme mit explosiven Attacken; ich war nicht so aggressiv. Ich habe mich durchgekämpft und hoffe, dass es in den nächsten Tagen besser läuft“, sagte er, nachdem er im Finale nicht mit den Besten hatte mithalten können – vor allem nicht bei Nys‘ siegbringender Attacke.

Die nächste Chance bietet sich van Aert bereits am Montag in Loenhout, wo die Bedingungen aber nicht anders als in Dendermonde sein werden. Zudem wird er dort dann wieder auf van der Poel treffen, der seinen sechsten Sieg in Folge anpeilt. “Das war heute nicht meine beste Leistung. Ich hatte große Probleme mit der Beschleunigung. In Loenhout hoffe ich, etwas besser zu sein als heute“, klang van Aert dann auch nicht allzu hoffnungsfroh.

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