RSNplusWomen´s WorldTeams 2026: Uno-X Mobility

Grand-Tour-Präsenz lautet die neue Zielstellung

Von Sebastian Lindner

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Kein Team hat 2026 einen zahlenmäßig besser besetzten Kader als Uno-X Mobility. | Foto: Cor Vos

28.01.2026  |  (rsn) – Im fünften Jahr des Bestehens setzt Uno-X Mobility vor allem auf eines: stete Entwicklung. Was den Kader angeht, so kann dieser Punkt schon zu Jahresbeginn abgehakt werden. Mit nunmehr 20 Fahrerinnen ist das Team im Vergleich zum Vorjahr nochmal um zwei Frauen angewachsen. Zusammen mit Human Powered Health und UAE – ADQ ist das in der Breite absolute Spitze. 

Überwiegend verschmerzbaren Abgängen – am meisten fällt das Karriereende von Maria Confalonieri ins Gewicht – stehen Zugänge mit einer Mischung aus Erfahrung und Talent gegenüber. Zudem ändert sich die Sportliche Führung: Die Österreicherin Anna Badegruber, die bisher im Auto saß und von dort die Geschicke ihres Teams im Rennen steuerte, steigt zur neuen Saison zur Head of Sports des Frauenteams auf. ___STEADY_PAYWALL___

Entwickeln will sich Uno-X aber auch mit Blick auf die Ergebnisse. Drei Siegen im Debütjahr folgten fünf, acht und 14 in den Jahren danach. Ein beträchtlicher Teil davon, sechs, stammte im Vorjahr von nationalen Meisterschaften. Bei internationalen UCI-Rennen war Mie Björndal Ottestad mit vier Siegen am erfolgreichsten. Unmöglich erscheint es jedenfalls nicht, diese Bilanz weiter zu verbessern.

Damit das klappt und nicht nur Meistertitel auf das Konto einzahlen, muss aber die eigentlich gar nicht so schlecht aufgestellte Sprinterriege ins Rollen kommen. Anniina Athosalo konnte 2025 nicht an das anknüpfen, was sie noch im Jahr davor gezeigt hatte. Das Zeug zu einer Siegfahrerin hat die 22-Jährige aber durchaus. Das gilt aber auch für Susanne Andersen. Mit einer Lorena Wiebes (SD Worx - Protime) werden beide sicher nicht mithalten können, aber die Sprintqueen aus den Niedelanden kann auch nicht alle Rennen bestreiten.

Katrine Aalerud ist die größte Hoffnung von Uno-X auf ein Top-10-Ergebnis bei den Grand Tours. | Foto: Cor Vos

Ähnliches gilt für Katrine Aalerud und Ottestad – die heißesten Eisen im Team, wenn es bergauf geht. Mit Demi Vollering (FDJ - Suez) mithalten zu können, wäre mehr Wunsch als Realität. Aber in der zweiten Reihe finden sich die beiden Norwegerinnen durchaus wieder. Aalerud hat das im vergangenen Jahr als Zehnte des Giro d'Italia bewiesen. Ottestad hat bereits mehrere kleine Rundfahrten gewonnen, muss sich bei den Grand Tours aber noch beweisen. Und genau das ist eines der zwei formulierten Ziele bei Uno-X: Das Team will bei den großen Rundfahrten konstant in die Top 10 der Gesamtwertung fahren und nimmt diesbezüglich auch die Tour in den Blick.

Das zweite verbriefte Ziel ist eine stärkere Klassikersaison im Frühling. Vor allem die flachen Rennen, bei denen sich das Team schon zuletzt gut verkaufte, sollen noch bessere Ergebnisse liefern. Konkret zielt Uno-X auf Brugge-De Panne und Paris-Roubaix. Doch gerade in der “Hölle des Nordens“ könnte sich das Fehlen von Confalonieri bemerkbar machen. Die Italienerin wurde dort 2025 Sechste und war auch bei weiteren Kopfsteinpflasterrennen die beste des Teams.

Der Top-Transfer 2026: Sigrid Ytterhus Haugset

Von den fünf Neuzugängen, die 2026 für Uno-X an den Start gehen, stammen drei aus Italien. In Laura Tomasi kommt eine Sprinterin, in Alessia Vigilia eine Allrounderin, die auch gegen die Uhr stark ist. Francesca Pellegrini ist endschnell, kann aber auch durchaus klettern. Dazu kommt die Dauer-Abonnentin auf serbische Meistertitel, Jelena Eric, die in erster Linie als Ergänzung für die Klassikerfraktion einzuschätzen ist.

Sigrid Ytterhus Haugset hat zum Saisonauftakt auf Mallorca bereits gute Ergebnisse für ihr neues Team eingefahren. | Foto: Cor Vos

Sigrid Ytterhus Haugset hingegen könnte die kleine Gruppe der Klassementfahrerinnen vergrößern und – zumindest perspektivisch – für die Top-10-Resultate im Rundfahrtsektor sorgen. Die 26-Jährige Norwegerin hat zwar in dieser Hinsicht noch kaum Erfahrung. Aber schon ihre ersten beiden Renntage auf Mallorca brachten in schwierigen Finals einen vierten und einen zehnten Platz hervor. 

Zudem hat Haugset in der Vergangenheit auch schon das eine oder andere ordentliche Zeitfahren hingelegt, wobei da sicher noch Luft nach oben ist. Und selbs wenn die Entwicklung zur Klassementfahrerin nicht so läuft wie erhofft, ist Haugset auf jeden Fall ein Gewinn für die hügeligen Eintagesrennen.

Im Fokus: Linda Zanetti

Neben zwei Siegen 2025 standen für Linda Zanetti auch sechs zweite Plätze zu Buche, zwei davon bei belgischen Klassikern. Damit war die Schweizerin schon eine der wichtigsten Ergebnislieferantinnen für Uno-X. Es zeigt aber auch: Die 23-Jährige ist nicht weit davon weg, noch größere Erfolge einzufahren. Das gilt sowohl für Frühjahrsklassiker als auch schwierigere Sprintankünfte. 

Selbst bei klassischen Massensprints steht Zanetti nicht auf verlorenem Posten. Deshalb könnte sie ganz gut die Confalonieri-Lücke schließen und im Team eine Führungsrolle auf Kopfsteinpflaster übernehmen, was im Hinblick auf die Ziele der Mannschaft Priorität haben dürfte.

Linda Zanetti ist bei Uno-X auf dem besten Weg, zur Klassiker-Kapitänin heranzuwachsen. | Foto: Cor Vos

Das Aufgebot:
Katrine Aalerud (Norwegen / 31 Jahre), Kamilla Aasebö (Norwegen / 19), Anniina Ahtosalo (Finnland / 22), Susanne Andersen (Norwegen / 27), Elinor Barker (Großbritannien / 31), Teuntje Beekhuis (Niederlande / 30), Marte Berg Edseth (Norwegen / 27), Jelena Eric (Serbien / 30), Ingvild Gäskjenn (Norwegen / 27), Mia Gjertsen (Norwegen / 19), Alberte Greve (Dänemark / 20), Sigrid Ytterhus Haugsted (Norwegen / 26), Rebecca Koerner (Dänemark / 25), Anouska Koster (Niederlande / 32), Mie Björndal Ottestad (Norwegen / 28), Francesca Pellegrini (Italien / 21), Laura Tomasi (Italien / 26), Alessia Vigilia (Italien / 26), Anne Dorthe Ysland (Norwegen / 23), Linda Zanetti (Schweiz / 23)

Davon Neuzugänge:
Jelena Eric (Movistar), Laura Tomasi (Laboral Kutxa – Fundacion Euskadi), Alessia Vigilia (FDJ – Suez), Sigrid Ytterhus Haugset (Coop – Repsol), Francesca Pellegrini (UAE Development)

Teamleitung:
Manager: Thor Hushovd
Sportdirektor: Anna Badegruber
Sportliche Leiter: Megan Chard, Alejandro Gonzalez-Tablas, Torleif Kleppe, Nicolas Marche, Martin Vestby, Jesper Bundgaard Vinkel

Material:
Rahmenhersteller: Ridley
Gruppe: SRAM
Laufräder: DT Swiss
Reifen: Continental
Trikot: Fusion
Helm: Sweet Protection

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