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02.02.2026 | (rsn) – 1, 2, 1 – Die Bilanz im Gesamtklassement der drei großen Landesrundfahrten kann sich für Visma – Lease a Bike wieder einmal sehen lassen. Es war sogar die erfolgreichste Saison seit 2023, als die Niederländer mit Primoz Roglic, Jonas Vingegaard und Sepp Kuss alle drei Grand Tours für sich entscheiden konnten.
Der Sieg von Vingegaard in Spanien kam fast mit Ansage, jener von Simon Yates beim Giro war eine Sensation. Dieses emotionale Hochgefühl und die nüchternen Zahlen schließen eigentlich aus, dass die Saison 2025 für Visma nicht zufriedenstellend verlaufen sein soll. Trotzdem: Visma war wieder einmal “nur“ das zweitbeste Team der WorldTour, denn UAE – Emirates – XRG legte historische Siegzahlen auf und heimste den größten aller Erfolge zum zweiten Mal in Folge ein: den Gesamtsieg bei der Tour de France. ___STEADY_PAYWALL___
So geht Visma mit Kapitän Vingegaard zum zweiten Mal in Folge als Jäger in eine Saison. Der Däne fliegt im Schatten von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) etwas unter dem Radar. Fakt ist, dass er der Fahrer ist, der den Slowenen in der Vergangenheit schlagen konnte und zuletzt – mit Abstand – am nächsten am Dominator dran war. Vingegaard wird es 2026 wieder versuchen, diesmal mit dem Giro d’Italia im Vorfeld im Rennkalender.
Jonas Vingegaard will nach dem Sieg bei der Spanien-Rundfahrt auch beim Giro und der Tour erfolgreich sein.
Sollte er diesen gewinnen können, wird er seinem Rivalen etwas voraushaben – Pogacar hat noch nicht alle drei Grand Tours als Sieger beendet und müsste mindestens bis zur Vuelta 2026 warten, um ausgleichen zu können. Einen überraschenden Verlust musste die Rundfahrer-Riege der Equipe aber schon hinnehmen: Giro-Sieger Yates beendete im Januar völlig überraschend seine Karriere. Mit Matteo Jorgenson und Kuss stehen Vingegaard allerdings zwei sehr leistungsstarke “Adjutanten“ zur Seite.
Auch in den Klassikern will das Team nach einer enttäuschenden Saison 2025 wieder einen Schritt nach vorn machen. Dafür braucht es einen Wout van Aert in Topform, den man im Vorjahr seltener gesehen hat. Aktuell erholt sich der Belgier von einem Knöchelbruch, soll aber zum Openingsweekend bereit sein. Das Ass im Ärmel bei Visma heißt Matthew Brennan. Der 20-Jährige gewann 2025 12 Rennen und ist die große Hoffnung der Niederländer im Sprint und auch bei anspruchsvolleren Etappen oder Eintagesrennen. Brennan begann das Jahr schon stark: Er gewann die Abschlussetappe der Tour Down Under (2.UWT).
Visma verstärkte sich zur Saison 2026 eher in der Kadertiefe als mit ganz großen Namen. Ein wichtiger Neuzugang dürfte Bruno Armirail sein. Der 31-Jährige ist ein hervorragender Zeitfahrer – aber auch weit mehr als das. Seine Fähigkeiten als Bodyguard, Helfer und Tempomaschine werden Vingegaard und Co. auf dem Weg zu ersehnten Rundfahrten-Siegen helfen.
Davide Piganzoli soll in die Rolle eines Klassement-Kandidaten hereinwachsen. Der 23-Jährige fährt erstmals in einem WorldTour-Team, im Mai wurde er 14. beim Giro. Mit Owain Doull, Louis Barré und Timo Kielich holte Visma weitere Helfer ins Team. Gespannt darf man aus deutscher Sicht sein, was Anton Schiffer 2026 für das Superteam leisten kann. Der 26-Jährige gab bei der Tour Down Under sein WorldTour-Debüt und beendete dies direkt auf Position 14.
Bruno Armirail dürfte im Team-Gefüge von Visma – Lease a Bike eine wichtige Rolle einnehmen.
315 Tage verpasste Laporte vom Ende der Saison 2024 bis zu den Cyclassics im August 2025. Das Cytomegalovirus setzte ihn außer Gefecht, anders als bei einer klaren Verletzung war die Ausfallzeit sehr lange ungewiss und wurde immer weiter verschoben. Zum Saisonende war der Franzose wieder der Alte – bei Paris-Tours (1.Pro) wurde er Zweiter, die Tour of Holland (2.1) gewann er. Die Präsenz des 33-Jährigen bei den großen Klassikern ist für eine erfolgreiche Kampagne der niederländischen Equipe enorm wichtig – auch wenn er in der zweiten Reihe hinter van Aert in der Teamhierarchie steht. Nach der langen Leidenszeit ist es Laporte zu wünschen, dass er an seine erfolgreichen Visma-Jahre 2022 bis 2024 anknüpfen kann.
Fahrer im Fokus im Bild
Das Aufgebot:
Edoardo Affini (Italien / 29), Bruno Armirail (Frankreich / 31), Louis Barré (Frankreich / 25), Niklas Behrens (Deutschland / 22), Matthew Brennan (Großbritannien / 20), Victor Campenaerts (Belgien / 34), Owain Doull (Großbritannien / 32), Filippo Fiorelli (Italien / 31), Tijmen Graat (Niederlande / 23), Per Strand Hagenes (Norwegen / 22), Menno Huising (Niederlande /21), Matteo Jorgenson (USA / 26), Wilco Kelderman (Niederlande / 34), Timo Kielich (Belgien / 26), Steven Kruijswijk (Niederlande / 38), Sepp Kuss (USA / 31), Christophe Laporte (Frankreich / 33), Bart Lemmen (Niederlande / 30), Pietro Mattio (Italien / 21), Jörgen Nordhagen (Norwegen / 21), Davide Piganzoli (Italien / 23), Tim Rex (Belgien / 21), Anton Schiffer (Deutschland / 26), Ben Tulett (Großbritannien / 24), Wout van Aert (Belgien / 31), Loe van Belle (Niederlande / 24), Jonas Vingegaard (Dänemark / 29), Axel Zingle (Frankreich / 27)
Davon Neuzugänge:
Bruno Armirail (Decathlon – AG2R), Louis Barré (Intermarche – Wanty), Owain Doull (EF Education – EasyPost), Filippo Fiorelli (VF Group – Bardiani CSF), Timo Kielich (Alpecin – Deceuninck), Pietro Mattio (Visma – Lease a Bike Development), Davide Piganzoli (Polti – VisitMalta), Tim Rex (Visma – Lease a Bike Development), Anton Schiffer (Bike Aid)
Teamleitung:
Manager:Richard Plugge
Sportdirektor:Grischa Niermann
Sportliche Leiter:Arthur van Dongen, Frans Maassen, Gaetan Pons, Jacco Verhaeren, Jan Boven, Jasper Vaeck, Jesper Morkov, Marc Reef, Robert Wagner, Mathieu Heijboer, Robby Cobbaert, Sierk-Jan de Haan
Material:
Rahmenhersteller: Cervélo
Gruppe: SRAM
Laufräder: Reserve
Reifen: Vittoria
Trikot:Yellow B
Helm:Giro