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03.02.2026 | (rsn) – Nach dem Sturz im Sprint-Finale beim GP La Marseillaise, in den auch ein rund 100 Meter vor dem Ziel innerhalb der Absperrgitter stehender Mann mit Akkreditierung um den Hals verwickelt war, haben sich die Veranstalter des französischen Traditionsrennens auf Nachfrage von radsport-news.com zu Wort gemeldet und ihr tiefstes Bedauern ausgedrückt. Sie erklärten in einem Statement, dass es sich bei der Person um den Mitarbeiter eines vom Veranstalter engagierten Sicherheitsdienstes handele, der dort nicht hätte stehen dürfen.
"Als erstes wollen wir bestätigen, dass die Anwesenheit von Security-Personal außerhalb der dafür vorgesehenen Bereiche im Zielbereich völlig abnormal und inakzeptabel ist. Diese Person wurde von einem Sicherheitsunternehmen beschäftigt, das von uns als Rennveranstaltern engagiert wurde, und er hätte nicht an dieser Stelle stehen sollen", erklärten die Veranstalter in ihrem Statement gegenüber RSN.
"Davon abgesehen ist nach Analyse der TV-Aufnahmen und Rücksprache mit den Rennkommissaren klar, dass der Sturz nicht durch diese Person verursacht wurde. Der Vorfall hatte seinen Ursprung in einer 'Wellenbewegung', die von zwei Fahrern ausgelöst wurde, die später von der Jury distanziert wurden", so die Erklärung weiter.
Bei den beiden distanzierten Fahrern handelt es sich um Gerben Thijssen (Alpecin – Premier Tech) und Lukas Kubis (Unibet – Rose Rockets), die sich gegenseitig mit den Schultern bedrängten und dabei in die Straßenmitte zogen, wobei sie einen Fahrer des Teams Kern Pharma kreuzten, dessen Vorderrad touchierten und ihn aus dem Gleichgewicht brachten. Der wiederum rutschte aus dem Pedal und bog scharf nach links ab, so dass eine Welle entstand, an deren Ende die gestürzten Guillaume Bagou und Victor Jean (beide Elite Fondations) in Richtung Bande gedrängt wurden und dort sowohl mit dem Security-Mitarbeiter als auch anschließend dem Gitter kollidierten und zu Boden gingen. Beide Fahrer kamen wohl glimpflich davon - von einer schwereren Verletzung jedenfalls berichtete ihr Team nicht.
"Mehrere Zeugen haben berichtet, dass die in Frage stehende Person aufgefordert wurde, hinter die Absperrung zu kommen, den Zielbereich aber direkt nach dem Vorfall verlassen habe. Wir arbeiten momentan mit dem Sicherheitsunternehmen daran, die Person zu identifizieren und sicherzustellen, dass angemessene interne Maßnahmen getroffen werden. Als Organisationskomitee überprüfen wir auch unsere eigenen Abläufe um ähnliche Situationen in Zukunft zu verhindern – inklusive der Rückübernahme der Kontrolle des Zielbereichs direkt durch Mitglieder der Organisation", versicherten die Veranstalter RSN.
"Während das ein isolierter und einzelner Vorfall war, ist uns klar, dass völlige Sicherheit in einem dynamischen Sportumfeld nie komplett garantiert werden kann. Aber wir bedauern diesen Vorfall zutiefst! Die Sicherheit von allen Teilnehmern, Mitarbeitern und Zuschauern bleibt unsere oberste Priorität."
In einer ersten Reaktion am Montag hatte Adam Hansen in seiner Funktion als Präsident der Radprofi-Gewerkschaft CPA gegenüber RSN erklärt, dass der Vorfall in Marseille ihn sprachlos gemacht habe.
Der australische Ex-Profi forderte Konsequenzen innerhalb der Organisation des Rennens, nahm aber auch den für das Rennen zuständigen SafeR-Manager der UCI in die Verantwortung und erklärte einmal mehr, dass es neben dem Gelbe-Karten-System für Fahrer, Sportliche Leiter, andere Team-Mitarbeiter und Medienvertreter innerhalb der Rennen auch ein solches System für Rennveranstalter geben sollte.