Gros holt EM-Gold im 1.000-Meter-Zeitfahren

Richardson ringt Lavreysen im Duell der Sprint-Giganten nieder

Von Felix Mattis

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Matthew Richardson ist in Konya Sprint-Europameister geworden. | Foto: Cor Vos

04.02.2026  |  (rsn) – Matthew Richardson hat bei der Bahnrad-Europameisterschaft im türkischen Konya das Duell der Sprint-Giganten gewonnen und sich in der Königsdisziplin der Kurzzeit-Athleten im Finale gegen Weltmeister und Dauerrivale Harrie Lavreysen aus den Niederlanden durchgesetzt.

Wie nicht anders zu erwarten lieferten sich die beiden Dominatoren der Sprint-Szene der letzten Jahre auch in Konya gleich mehrere packende Duelle im Finale und nachdem beide zuvor souverän ohne Laufniederlage jeweils zu null in den Kampf um Gold eingezogen waren, ging es nun hin und her. Den ersten Final-Durchgang nämlich entschied Lavreysen von vorne hauchdünn für sich.

Im zweiten Durchgang dann wendete Richardson das Blatt und nutzte die Führungsposition, um zum 1:1 auszugleichen und einen Entscheidungslauf zu erzwingen. Dort fuhr dann wieder Weltmeister Lavreysen in der vorderen Position los, doch Richardson begann schon früh, den Niederländer von hinten unter Druck zu setzen und vor sich herzutreiben. Mehrmals deutete er dann ein Hineinstechen auf die Innenbahn an, bevor der Brite, der bis 2024 noch für Australien fuhr, eingangs der Zielgerade in der vorletzten Runde hart beschleunigte, außen Schwung holte und dann eine fulminante Schlussrunde fuhr – außen an Lavreysen vorbei und zum EM-Titel.

Bronze sicherte sich im kleinen Finale der Russe Nikita Kiriltsev glatt in zwei Läufen gegen den Polen Mateusz Rudyk. Maximilian Dörnbach war im Viertelfinale an Rudyk gescheitert und wurde daher in der Endabrechnung auf Platz acht gewertet. Luca Spiegel, der im Achtelfinale gegen Richardson unterlag, platzierte sich auf dem 15. Platz.

Im zweiten Kurzzeit-Wettbewerb des Mittwochs verpasste die deutsche Starterin Clara Schneider ebenfalls die Finalläufe. Die am Sonntag im Teamsprint mit Lea Friedrich und Pauline Grabosch noch zum Titel gefahrene 21-Jährige fuhr in der Qualifikation eine 1:05,709 und belegte damit den neunten Rang. Für die Top 8, die am Abend die Spitzenplatzierungen unter sich ausmachen durften, fehlte Schneider knapp eine Sekunde.

Den Titel sicherte sich in Konya die Französin Mathilde Gros, die im Finallauf 1:03,682 Minuten für die 1.000 Meter brauchte und damit eine knappe halbe Sekunde schneller war als die Italienerin Miriam Vece auf Rang zwei und die Russin Iana Burlakova auf Platz drei.

In der Qualifikation wäre Gros mit ihrer Gold-Zeit allerdings nur auf Rang vier gelandet. Dort nämlich waren sowohl Burlakova als auch die Britin Sophie Capewell und die Niederländerin Hetty van de Wouw bereits schneller gewesen – allerdings auch Gros selbst, die in 1:03,328 Minuten auch da bereits die Schnellste war. Van der Wouw, die in der Qualifikation 0,012 Sekunden hinter Gros noch Platz zwei belegt hatte und seit der WM im vergangenen Oktober mit 1:03,121 Minuten Weltrekordhalterin in dieser Disziplin ist, trat im Finallauf nicht mehr an und wurde daher nur Achte.

Die Kurzzeit-Entscheidungen am 4. Tag der Bahn-EM in Konya:

Sprint-Turnier der Männer:
1. Matthew Richardson (GBR)
2. Harrie Lavreysen (NED)
3. Nikita Kiriltsev (RUS)
…
8. Maximilian Dörnbach (GER)
15. Luca Spiegel (GER)

1.000-Meter-Zeitfahren der Frauen:
1. Mathilde Gros (FRA)
2. Miriam Vece (ITA)
3. Iana Burlakova (RUS)
…
9. Clara Schneider (GER)

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