US-Amerikaner gewinnt Königsetappe in der Provence

Rodriguez düpiert: Riccitello mit perfektem Decathlon-Einstand

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Matthew Riccitello (Decathlon - CMA CGM) die Königsetappe der 10. Tour de la Provence (2.Pro) für sich entschieden | Foto: Cor Vos

14.02.2026  |  (rsn) – In einem packenden Bergaufsprint hat Matthew Riccitello (Decathlon - CMA CGM) die Königsetappe der 10. Tour de la Provence (2.Pro) für sich entschieden und mit seinem ersten Saisonsieg auch die Führung im Gesamtklassement der dreitägigen Rundfahrt übernommen. Der 23-jährige verwies über 174,9 Kilometer von Forcalquier zur auf rund 1.500 Metern gelegenen Station de Lure den Spanier Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers) auf den zweiten Platz.

Zuvor hatte er im Schlussanstieg als einziger Fahrer der Favoritengruppe die Attacke des Ineos-Kapitäns parieren können und sich danach an dessen Hinterrad geklemmt, ehe er auf den letzten 200 Metern Rodriguez mit seiner Attacke überrumpelte.

“Es hätte heute nicht besser laufen können. Das Team war den ganzen Tag über perfekt und hat mich immer in guter Position gehalten. Ich bin total glücklich, dass ich es vollenden konnte. Das ist ein großartiger Start mit dem Team“, sagte der Decathlon-Neuzugang im Ziel-Interview.

Mit 14 Sekunden Rückstand setzte sich in einem weiteren Ineos-Decathlon-Duell um den dritten Platz der Kolumbianer Brandon Rivera vor Riccitellos französischen Teamkollegen Aurélien Paret-Peintre durch. Fünfter wurde mit Clément Champoussin (XDS – Astana / +0:45) ein weiterer Franzose vor dem zeitgleichen US-Amerikaner Andrew August vom dominierenden Team Ineos, das für seine Mühen am Ende des Tages aber nicht belohnt wurde.

“Mit Aurélien (Paret-Peintre) und mir hatten wir zwei Karten, die wie im Gegenwind in einem Bergaufsprint einer kleinen Gruppe spielen konnten. Ich wusste, er war hinter uns. Deshalb sagte mir Luke (Rowe, Sportdirektor), dass ich nur an Rodriguez dran bleiben müsse“, erklärte Riccitello. “Es wurde etwas komplizierter, als ich hörte, dass er mit Brandon Rivera unterwegs war, weil der auch schnell ist. Aber wir hatten eben zwei Optionen und am Ende haben wir es perfekt gespielt. Ich habe dann meinen Sprint schon früh begonnen und ich denke, es war die richtige Entscheidung.

Vor der Schlussetappe führt Decathlon-Neuzugang Riccitello mit vier Sekunden Vorsprung auf Rodriguez das Klassement an. Auf den weiteren Positionen folgen Rivera (+0:20), Paret-Peintre (+0:24) und Champoussin (+0:55). Der Gesamtführende übernahm auch die Spitzenpositionen in der Punkte- und der Bergwertung, August die in der Nachwuchswertung

Nachdem am Morgen wegen Schneefalls in der Nacht noch eine mögliche Verkürzung der Königsetappe um den Schlussanstieg nicht ausgeschlossen schien, konnte die Etappe dann doch wie geplant ausgetragen werden. Eine sechsköpfige Ausreißergruppe um den Franzosen Mathis Le Berre (TotalEnergies) und den Dänen Gustav Wang (XDS - Astana Development) fuhr sich einen Vorsprung von rund sechs Minuten heraus, ehe die Teams Van Rysel Roubaix und Ineos Grenadiers im Feld das Tempo anzogen.

Bei der zweiten Überquerung des Col de Buire (3. Kat.), wo sich Wang wie schon an der ersten die maximal möglichen drei Punkte holte, war der Rückstand rund 60 Kilometer vor dem Ziel bereits halbiert. Le Berre holte kampflos am zweiten Zwischensprint noch drei Bonussekunden, ehe es kurz darauf nach einer kurzen Abfahrt in den knapp 14 Kilometer langen Schlussanstieg hinein ging. Hier war der Vorsprung der nur noch fünf Ausreißer auf wenige Sekunden geschrumpft.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Tour de la Provence | Foto: Veranstalter

Das Van-Rysel-Team von Auftaktsieger Arnaud Tendon hatte dann aber keine Antwort, als Le Berre kurz vor dem Zusammenschluss seine Begleiter abschüttelte und als Solist den Anstieg in Angriff nahm. Der 24-Jährige fuhr sich knapp 20 Sekunden Vorsprung heraus, doch als Ineos Grenadiers bei Gegenwind die Kontrolle im immer kleiner werdenden Feld übernahm, schmolz der Abstand schnell zusammen, ehe Le Berre bereits zehn Kilometer vor dem Ziel wieder im Feld verschwunden war.

Auch danach ließ das britische Team nicht nach und dünnte mit vier Fahrern die Spitzengruppe weiter aus. Dem Tempo konnte unter anderem auch Tendon nicht mehr folgen. Vor allem Augusts Tempoarbeit erwies sich für viele Fahrer als zu viel. Als der junge US-Amerikaner viereinhalb Kilometer vor dem Ziel an seinen Ineos-Kollegen Brandon Rivera übergab, bestand die Gruppe aus nur noch rund zehn Fahrer. Der Kolumbianer blieb nicht lange vorn, denn sein Kapitän Rodriguez trat bereits 3,7 Kilometer vor dem Ziel an und schüttelte bis auf Riccitello alle seine Gegner mit Leichtigkeit ab.

Da der sich aber nicht an der Tempoarbeit beteiligte, schrumpfte der Vorsprung des Spitzenduos von fast einer halben Minute gegenüber Paret-Peintre und Rivera schnell auf nur noch wenige Sekunden zusammen. 200 Meter vor dem Ziel überraschte Riccitello mit seinem Antritt den Favoriten, der im kurvigen Finale vergebens versuchte, noch einen Weg vorbei am Decathlon-Neuzugang zu finden und sich schließlich mit Rang zwei zufrieden geben musste.

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