Nach Horror-Omloop überrascht Tudor sich selbst

Dezimiertes Team bringt Trentin und Mozzato aufs Podest

Von Jens Claussen

Foto zu dem Text "Dezimiertes Team bringt Trentin und Mozzato aufs Podest"
Geht doch! Doppelpodium für Tudor bei Kuurne-Brüssel-Kuurne nach misslungenem Omloop Nieuwsbald | Foto: Cor Vos

01.03.2026  |  (rsn) – Das dürfte mehr als eine Genugtuung für das Team von Fabian Cancellara gewesen sein. Nach einem völlig verkorksten gestrigen Tag, als Tudor lediglich drei Fahrer ins Ziel beim Omloop Nieuwsbald (1.UWT) brachte, schrammte das Team heute nur um Haaresbereite am ersten Klassikersieg der Saison vorbei. Und so war es auch kein Wunder, dass zwei des Trios vom Vortag auch beim Abschluss des Openingsweekends die Fahnen der Schweizer hochhielten.

Nicht in vereinter Zwietracht am Hinterrad des Teamkollegen, hätte man wenige hundert Meter vor der Ziellinie noch nicht davon ausgehen können, dass Luca Mozzato und Matteo Trentin in dieser Reihenfolge auf den Plätzen zwei und drei hinter dem überlegenen Sieger Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) bei Kuurne-Brüssel-Kuurne (1.Pro) ausschwingen würden. Beide suchten sich ihren eigenen Weg im Finale. Beide letztlich mit Erfolg, denn auch, wenn einer dem anderen den Sprint angezogen hätte, wäre Brennan nicht zu schlagen gewesen. Als eine Hommage an die gestürzten Teamkollegen von gestern bezeichnete der routiniertere der beiden Italiener ihre heutige Leistung. Dabei dürfte Trentin besonders an Pechvogel Stefan Küng, der nach einem Oberschenkelbruch dem Team länger fehlen wird, gedacht haben, als er nach Rennende meinte: “Dieses doppelte Podium ist für Rick (Pluimers), Stefan (Küng) und für Marco (Haller), die gestern so schwer gestürzt sind – aber auch für Petr (Kelemen), der heute den ganzen Tag über am Lenker gezogen hat.“

Überraschender als Trentin, der offensichtlich auch im Alter von 36 Jahren nichts an Punch verloren hat, kommt das Resultat des 28-jährgen Mozzato daher. Der Mann aus Venetien kam vom aufgelösten Team Arkéa – B&B Hotels, bei dem in seiner sechsjährigen Zugehörigkeit ein Sieg bei Binche-Chimay-Binche (1.1) sein bestes Ergebnis war. “Gegen Brennan gab es heute nichts zu holen“, meinte Mozzato hinterher zu Wielerflits. "Er hatte eine große Lücke zu mir und ich kann mit dem Podium zufrieden sein. Die letzten Hügel waren ziemlich schwierig für mich. Ich musste leiden und war nie wirklich vorne“, gab er Einblicke in sein Seelenleben während des Finales.

Offensichtlich hat er aber schnell von seinem älteren Teamkollegen gelernt, denn gegen Ende des Rennens waren die beiden auf sich alleine gestellt, wie Trentin weiter ausführte. “Unsere Teamkameraden haben uns den ganzen Tag über vorne gehalten und als ihr Job getan war, mussten Lucca und ich alleine überleben. Das ist uns dann wirklich sehr gut gelungen und ich hätte nicht erwartet, dass ich im Sprint noch so gute Beine habe“, schloss der Europameister von 2018 das Wochenende doch noch versöhnlich ab.

Was den Auftritt des Teams dabei noch etwas mehr Achtung verleiht, ist der Umstand, dass Tudor nur mit fünf von sieben Fahrern ins Rennen gegangen war. Pluimers und auch Aivaras Mikutis starteten nicht, was bei Pluimers nach dessen Zahnabbrüchen so bereits angekündigt war. Aber auch der Lettische Meister hatte - wie auch Kelemen - den Omloop nicht beendet. Es sind teuer erkaufte Podestplätze, doch wäre das Wochenende noch undankbarer zu Ende gegangen, wenn überhaupt nichts dabei herumgekommen wäre.

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