Schempp holt beim GP Cotonou zweiten Saisonsieg

Bike Aid und Hucare dominieren die Tour de Benin

Von Judith Krahl

Foto zu dem Text "Bike Aid und Hucare dominieren die Tour de Benin "
Der Lette Kristians Belohvosciks (Bike Aid) sicherte sich mit zwei Etappensiegen die Gesamtwertung der Tour de Benin | Foto: Yanick Folly

05.05.2026  |  (rsn) - Die Tour de Benin (2.2) stand in diesem Jahr im Zeichen der Teams Bike Aid und Hucare. Den Gesamtsieg sicherte sich Kristians Belohvosciks (Bike Aid), der sich über die fünf Etappen hinweg als konstantester Fahrer erwies und neben der Gesamt- auch die Punkte- und Nachwuchswertung gewann. Hinter ihm belegte Moritz Czasa (Hucare) Rang zwei.

Die Überlegenheit der beiden Mannschaften zeigte sich auch in der Breite: Oscar Schempp (Bike Aid) wurde Vierter, Luca Harter (Hucare) Sechster, Maximilian Weber (Hucare) Siebter und Yoel Habteab (Bike Aid) belegte Rang acht.

Bereits zum Auftakt setzte Bike Aid den ersten Richtwert. Schempp gewann den Prolog vor Belohvosciks, Weber wurde Dritter. Zur Belohnung erhielt der 21-Jährige "das Gelbe Trikot aus den Händen von UCI-Präsident Davide Lappartient", wie Teamchef Matthias Schnapka stolz erklärte.

Die Vorentscheidung fiel dann schon früh: Auf der 1. Etappe übernahm Belohvosciks mit seinem Tagessieg die Gesamtführung - und "das Team verteidigt das Trikot bis zum Finale", so Schnapka weiter. Im weiteren Verlauf geriet es nur kurzzeitig in Gefahr – etwa auf der 4. Etappe, als eine Spitzengruppe ohne die beiden deutschen Teams durchkamen. Entscheidenden Boden gab der spätere Gesamtsieger jedoch nicht mehr preis.

Bike Aid gibt seit Jahren afrikanischen Fahrern die Möglichkeit, sich in der Radprofiwelt zu etablieren. | Foto: Yanick Folly

Zuvor hatten beide Teams das Rennen immer wieder geprägt: Habteab wurde Zweiter auf der 2. Etappe, die 3. Etappe endete mit Harter auf Rang zwei sowie Belohvosciks und Habteab auf den Plätzen drei und vier. Auf der abschließenden 5. Etappe setzte Belohvosciks mit einem weiteren Sieg den Schlusspunkt, Harter wurde erneut Zweiter.

"Über 713 Kilometer durch Hitze und Staub setzt er sich am Ende knapp durch", kommentierte Schnapka den Rundfahrtssieg von Belohvosciks. Für das Team habe der einen besonderen Stellenwert: "Trotz der vielen großen internationalen Erfolge in den letzten beiden Jahren ist ein Gesamtsieg bei einer Rundfahrt immer etwas Besonderes."

Über den sportlichen Aspekt hinaus verwies Schnapka auf die Erfahrungen vor Ort: "In Benin sind wir Gäste. Ein Land, das als eines der ärmsten der Welt gilt und von dem sich in Europa kaum jemand ein eigenes Bild machen kann. Unsere Fahrer erleben diese Realität direkt." Die Eindrücke entlang der Strecke seien prägend gewesen: "Sie fahren durch Städte und Dörfer, begegnen Menschen auf Augenhöhe und werden von tausenden Kindern am Straßenrand begleitet, die jubeln und staunen", erzählte Schnapka

 Neugierige Kinder umringen die Fahrer des Teams Bike Aid. | Foto: Yanick Folly

Zugleich hob er den Ansatz des Teams hervor: "Der einfache Blick wäre: ein europäisches Team reist an und gewinnt. Bei Bike Aid fahren afrikanische und europäische Sportler gemeinsam im selben Team. Für die Menschen vor Ort wird sichtbar, dass es keine getrennten Welten geben muss."

Nur einen Tag nach dem Ende der Rundfahrt folgte mit dem Grand Prix de Cotonou (1.2) das nächste Rennen. Dort setzte sich Schempp im Sprint gegen seinen Fluchtpartner durch, Belohvosciks belegte Rang drei.

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