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06.05.2026 | (rsn) – Nach zwei zweiten Plätzen hat Lotte Kopecky (SD Worx – Protime) auf der 4. Etappe der 12. Vuelta Femenina (2.WWT) alle ihre Konkurrentinnen hinter sich gelassen und dank der zehn Bonussekunden für ihren 56. Profisieg der Deutschen Meisterin Franziska Koch (FDJ United – Suez) das Rote Trikot der Gesamtführenden abgenommen.
Die 29-jährige Belgierin setzte sich über 115,6 Kilometer von Monforte de Lemos nach Antas de Ulla vor ihrer Teamkollegin Anna van der Breggen durch, nachdem die Niederländerin der zweimaligen Weltmeisterin den Sprint perfekt vorbereitet hatte. Auf Rang drei folgte die Italienerin Letizia Paternoster (Liv – AlUla – Jayco) vor Kopeckys Lansfrau Shari Bossuyt (AG Insurance – Soudal) und Koch, die im Kampf um die Bonussekunden leer ausging und nach zwei Tagen das Führungstrikot abgeben musste.
“Wir mussten Geduld haben. Zweimal Zweite, einmal nicht so gut – wir waren fest davon überzeugt, gewinnen zu können, aber wir mussten darauf warten“, kommentierte Kopecky im Ziel ihren zweiten Etappensieg bei einer Spanien-Rundfahrt, den sie aber kurzfristig nochmals in Gefahr geraten sah.
“Es war die einfachste Etappe von allen. Ein paar längere Anstiege, aber gleichmäßig, doch das Finale war wirklich hart. Ich dachte einen Moment lang, wir würden die Ausreißergruppe nicht mehr einholen können“, gestand sie ein. Doch ihre Teamkolleginnen leisteten ganze Arbeit und holten die beiden letzten Ausreißerinnen eingangs der letzten drei Kilometer noch ein.
“Dann wurde das Tempo so hochgezogen, und auf den letzten Kilometern folgte ein Angriff nach dem anderen. Zum Glück waren meine Teamkolleginnen in Topform und konnten auf alle Angriffe reagieren. Ich musste einfach von Rad zu Rad springen“, erzählte Kopecky, die dann auch bei Lipperts Attacke geduldig blieb. “Am Ende waren wir in der perfekten Position, Liane ging als Erste in die Kurve. Und Anna ist auch noch Zweite geworden, das ist super“, so die Etappensiegerin.
“Wir waren mit den letzten Tagen nicht so happy, irgendwas lief da immer schief. Heute waren wir sehr motiviert. Das ist ein sehr schöner Sieg“, freute sich die starke van der Breggen im Ziel über den souverän herausgefahrenen Sieg ihrer Teamkollegin.
Im Gesamtklassement liegt Kopecky nun sechs Sekunden vor Koch, weitere sechs Sekunden dahinter folgt die Französin Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly), die das gestrige Teilstück gewonnen hatte, auf dem dritten Platz. Van der Breggen verbesserte sich vom achten auf den vierten Rang (+0:20).
Wie Koch büßte auch die Etappensiebte Liane Lippert (Movistar) eine Position ein. Die Friedrichshafenerin, die das Finale früh eröffnet hatte, hat als Gesamtachte 26 Sekunden Rückstand auf Kopecky, die Koch auch von der Spitze der Punktewertung verdrängte. Die Französin Marine Allione (Mayenne Monbana My Pie) eroberte aus der Gruppe des Tages heraus das Bergtrikot, die Belgierin Lore De Schepper (AG Insurance – Soudal) bleibt im Weißen Trikot der besten Nachwuchsfahrerin. UAE behauptete die Führung in der Teamwertung.
Am vierten Vuelta-Tag lösten sich Allione und Annelies Nijssen (Lotto - Intermarché Ladies) und kurz vor der ersten der beiden Bergwertungen des Tages aus dem Feld und fuhren sich einen Vorsprung von rund einer Minute heraus, nachdem sich die Französin vor Nijssen den Bergpreis gesichert hatte. Squiban schnappte sich aus dem Feld heraus noch zwei Zähler und zog in der Bergwertung wieder an Moolman-Pasio vorbei.
Da die Verfolgerinnen auf hügeligem Terrain nicht locker ließen, konnten zunächst Lauretta Hanson (Lidl – Trek) und dann auch noch Marta Jaskulska (Human Powered Health) die kleine Lücke zum Spitzenduo überbrücken. Mit dieser Konstellation schien das Feld nun zufrieden und ließ die Schere bis auf rund dreieinhalb Minuten aufgehen. Allionne holte sich auch am zweiten Bergpreis die maximal mögliche Punktzahl und zog mit Squiban gleich.
Das Streckenprofil der 4. Etappe der Vuelta Femenina | Foto: Veranstalter
Eingangs der letzten 25 Kilometer lag das Spitzenquartett immer noch gut zwei Minuten vor dem Feld, das es zunächst weiter recht ruhig angehen ließ, ehe dann doch die Zügel angezogen wurden. Als der Abstand nur noch gut eine Minute betrug, ließen Jaskulska und Hanson ihre Begleiterinnen 13 Kilometer vor dem Ziel stehen.
Als Dritte am Bonussprint 5,3 Kilometer vor dem Ziel holte sich Koch rund 40 Sekunden nach dem Spitzenduo noch zwei Sekunden, ehe SD Worx das Tempo im Feld hochschraubte und so dafür sorgte, dass die beiden letzten Ausreißerinnen 2,5 Kilometer vor dem Ziel gestellt waren.
Kopeckys Teamkolleginnen behielten auch im Finale die Kontrolle, vereitelten einige Attacken und führten das Feld auf breiter Straße auf den Schlusskilometer, ehe Lippert kurz vor den letzten beiden Kurven die Spitze übernahm, dann aber zu früh im Wind war. Dagegen trat Kopecky erst knapp 300 Meter vor dem Ziel aus dem Windschatten und holte sich in einem lang gezogenen Sprint den Sieg, während ihre Teamkollegin van der Breggen hinter ihr “absicherte“ und dabei noch Zweite wurde.
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