RSNplusRückkehr nach längerer Rennpause

Kanter beginnt in Ungarn Vorbereitung auf sein Tour-Debüt

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Kanter beginnt in Ungarn Vorbereitung auf sein Tour-Debüt"
Max Kanter (XDS - Astana) | Foto: Cor Vos

13.05.2026  |  rsn) – Nach seinem beeindruckenden Saisoneinstieg mit dem Etappensieg bei Paris-Nizza (2.UWT) als Krönung war es ruhig um Max Kanter geworden. Seit Ende März, als er den Frühjahrsklassiker In Flanders Fields (1.UWT), das ehemalige Gent-Wevelgem, wegen eines Sturzes vorzeitig beendete, bestritt der Sprinter von XDS – Astana kein Rennen mehr.

"Der Plan war, im April eine Trainingsphase zu haben und dann wieder mit der Türkei-Rundfahrt einzusteigen", erklärte Kanter nun gegenüber RSN seine Rennpause, die allerdings länger ausfiel als vorgesehen. “Durch meinen Sturz musste ich auch eine kleine Trainingspause einlegen, da ich ein Knochenödem am Knie hatte. Wir haben uns gemeinsam mit dem Team gegen einen Start bei der Türkei-Rundfahrt entschieden."

Nach den erfolgreichen ersten Monaten der Saison, als dem 28-Jährigen neben dem ersten Sieg auf WorldTour-Niveau weitere Spitzenergebnisse wie Platz zwei bei der Trofeo Palma (1.1), Rang fünf bei der Bredene Koksijde Classic (1.Pro) sowie ein dritter Platz hinter Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets) und Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) bei der Ronde Van Brugge (1.UWT) gelangen, war die Verletzung dann ein Rückschlag, den Kanter aber gut wegsteckte. "Ich hatte viel Hilfe von sehr tollen Menschen die mich schnell wieder zurück in meinen Trainingsalltag brachten", sagte er.

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Kanter (rechts) auf dem Podium in Brügge neben Philipsen (links) und Groenewegen. | Foto: Cor Vos

Nun kehrt Kanter bei der am heutigen 13. Mai beginnenden 47. Ungarn-Rundfahrt (2.Pro) ins Feld zurück. Das fünftägige Etappenrennen bietet den Sprintern mindestens drei Chancen. Aufgrund der Verletzung und der dadurch entstandenen Planänderung "ist die Form zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht auf allerhöchstem Niveau", äußerte sich der gebürtige Cottbuser zurückhaltend zu seinen Ambitionen bei der Tour de Hongrie, bei der mit Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) ein weiterer deutscher Sprinter startet. Topfavorit auf den Flachetappen ist aber der Belgier Tim Merlier (Soudal – Quick-Step), der seine bisher erst vier Renntage zweimal siegreich beendete.

Kein Giro? "Der Plan ist, das erste Mal bei der Tour zu starten"

Natürlich will aber auch der Astana-Profi auf den Flachetappen die sich ihm bietenden Möglichkeiten nutzen. "Ich werde versuchen, schlau zu fahren, dennoch ist das Hauptziel, in Ungarn Kilometer zu sammeln und Form aufzubauen", erzählte Kanter.

Nach drei Giro-Teilnahmen in Folge verzichtete er diesmal auf die erste Grand Tour des Jahres und erlebte nun aus der Ferne mit, wie sein Teamkollege Guillermo Thomas Silva nach dem Sieg auf der 2. Etappe zwei Tage im Rosa Trikot unterwegs war.

Der Schnellste in Montargis: Kanter (rechts) gewinnt die 2. Etappe bei Paris-Nizza – sein bislang größter Erfolg. | Foto: Cor Vos

"Es ist sehr schön zu sehen, wie gut das Team beim Giro fährt“, freute sich der zweimalige Deutsche U23-Meister über den Astana-Auftritt bei der Italien-Rundfahrt und erklärte mit Blick auf seine Abwesenheit beim Giro: "Ich habe dieses Jahr andere Ziele. Der Plan ist, das erste Mal bei der Tour de France zu starten."

Nach Ungarn geht's ins Höhentrainingslager in Osttirol

Mit Blick darauf steht nach der Ungarn-Rundfahrt ein Höhentrainingslager in Osttirol an, um “da weiter an meiner Form zu arbeiten. Danach soll ich ein paar Rennen in Belgien fahren und danach eventuell die Deutsche Meisterschaft“, listete Kanter weitere Stationen auf dem Weg zu seinem Tour-Debüt auf.

Mit dem Start bei der diesmal am 4. Juli in der katalanischen Metropole Barcelona beginnenden Frankreich-Rundfahrt würde Kanter dann an allen dreiwöchigen Landesrundfahrten seine Visitenkarte abgegeben haben. Nach dem Grand-Tour-Debüt 2020 bei der Vuelta a Espana – mit zwei dritten Etappenplätzen – und vier Giro-Teilnahmen – mit einem vierten Etappenplatz 2025 – will Kanter nun auch beim größten Radrennen der Welt um Top-Ergebnisse kämpfen.

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