“Vielleicht der Erste, der sich sechsten Titel sichert“

Merckx würde Pogacar “im Club willkommen heißen“

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Merckx würde Pogacar “im Club willkommen heißen“"
Eddy Merckx bei einer Sponsoren-Präsentation am 30. Juni 2026. | Foto: Cor Vos

01.07.2026  |  (rsn) - Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault, Miguel Indurain: Seit 1995 stagniert die Mitgliederzahl im Club der fünfmaligen Tour-de-France-Sieger. Ja, 2003 kam auch Lance Armstrong vorübergehend hinzu, der aber ist wegen seiner Dopingvergehen längst wieder herausgeflogen, somit bleibt es bei den vier Rekordinhabern.

Doch Tadej Pogacar (UAE - Emirates – XRG) schickt sich nun an, diesen Kreis zu vergrößern. Der Slowene geht nach seinen Gesamtsiegen von 2020, 2021, 2024 und 2025 am Samstag beim Teamzeitfahren in Barcelona als Topfavorit an den Start der 113. Frankreich-Rundfahrt.

Und Merckx hält die Tür schon mal einen Spalt offen, damit Pogacar dem – sprichwörtlichen - Club in Paris beitreten kann: "Angesichts seiner Qualitäten wäre das eine logische Konsequenz - und er ist in unserem Club sicherlich willkommen", so der "Kannibale", der sogar noch einen Schritt weiter ging. "Gut möglich, dass er der Erste ist, der sich einen sechsten Titel sichert."

Bis vor kurzem galt Merckx als der unumstrittene GOAT im Radsport – der "Greatest Of All Time". Doch die Stimmen werden zahlreicher, die meinen, dass Pogacar ihm den Rang ablaufen würde oder dies sogar schon getan habe. Von der aktuellen Konkurrenz kann dem Weltmeister jedenfalls niemand das Wasser reichen.

"Pogacar ist zweifellos der große Favorit, doch wir hoffen dennoch auf einen spannenden Kampf. Vingegaard, Evenepoel und Seixas sind die Herausforderer, wenngleich man von Letzterem bei seinem Debüt im Alter von 19 Jahren vielleicht nicht allzu viel erwarten sollte", nannte Merckx die Namen von Pogacars vermutlich größten Gegnern.

Dennoch hält der Belgier große Stücke auf den französischen Nachwuchsstar. "Nicht nur Vingegaard kann Paroli bieten. Wir haben gesehen, dass Seixas bei Lüttich–Bastogne–Lüttich vorne mitmischen konnte", erinnerte er sich an den zweiten Platz des Decathlon-Profis bei La Doyenne. Schon bei Strade Bianche konnte er dem Weltranglistenersten am längsten folgen und dennoch Zweiter werden.

Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) erwähnte Merckx nicht, dafür ließ er den Namen seines Landsmanns Remco Evenepoel noch fallen. "Remco hat viel Höhentraining absolviert", meinte er. Damit wollte Merckx wohl andeuten, dass man auf den zweiten "Bullen"-Kapitän gespannt sein dürfe.

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