Mühlberger vor Gesamtsieg bei Tour of Austria

Lidl – Trek geht “all-in“: Bagioli jubelt in Steyr, Zemke Fünfter

Von Matthias Seng

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Andrea Bagioli (Lidl – Trek) hat die 4. Etappe der Tour of Austria gewonnen. | Foto: Expa Pictures

11.07.2026  |  (rsn) – Am vorletzten Tag der Tour of Austria (2.1) ist bei Lidl – Trek der Knoten geplatzt. Nach 170,5 Kilometern der 4. Etappe rund um Steyr sicherte sich der Italiener im Sprint einer elfköpfigen Spitzengruppe seinen ersten Sieg seit fast drei Jahren vor den beiden US-Amerikanern Kevin Vermaerke (UAE – Emirates – XRG) und Andrew August (Netcompany – Ineos).

Hinter dem Briten James Shaw (EF Education – EasyPost) spurtete der 20-jährige Jermaine Zemke (Rembe – rad- net) inmitten der WorldTour-Profis auf einen starken fünften Platz. Der Österreicher Gregor Mühlberger (Decathlon - CMA CGM) beteiligte sich nicht am Sprint und verteidigte als Tageselfter souverän sein Rot-Weißes Trikot und steht nun vor dem Gesamtsieg bei der 75. Österreich-Rundfahrt.

“Heute wollten wir wirklich den Sieg und wir sind 'all-in‘ gegangen. Wir haben als Team supergut zusammengearbeitet und Hector (Alvarez) ist dann für mich einen super Leadout gefahren. Da wir auch die Position von Bauke (Mollema) im Klassement verteidigt haben, war es ein sehr, sehr guter Tage“, sagte der 27-jährige Bagioli, dessen Team im hügeligen Finale alle Attacken neutralisiert hatte, im Ziel-Interview.

 

Vor dem Schlusstag, der in Wien mit einem Massensprint enden dürfte, liegt der beim Heimspiel für das Nationalteam fahrende Mühlberger 1:25 Minuten vor Vermaerke und 1:49 Minuten vor dem 39-jährigen Mollema. 

"Es war Gänsehautstimmung pur. Unglaublich, wie viele Leute und vor allem Bekannte und natürlich meine ganze Familie dabei waren. Der Porscheberg war der absolute Hexenkessel, das gab so viel Motivation. Ganz oben nach der Sprintwertung habe ich mich entschieden, nichts mehr herauszufordern und sicher ins Ziel zu kommen. Zwei Etappensiege sind ein Traum und jetzt konzentrieren wir uns voll auf den Toursieg in Wien", kündigte Mühlberger für die letzte Etappe an.

Der Niederösterreicher konnte angesichts des nun greifbar nahen Gesamtsiegs auch gut verkraften, dass ihn Vermaerke von der Spitze der Punktewertung verdrängte und auch, dass der Pole Piotr Pekala (ATT Investments) in der Bergwertung an ihm vorbei an die Spitze zog. August bleibt bester Nachwuchsfahrer.

So lief die 4. Etappe der Tour of Austria:

Zum bereits dritten Mal im Verlauf der bisherigen Österreich-Rundfahrt gelang Mauro Brenner (Rembe – rad-net) der Sprung in die Gruppe des Tages, zu der noch der Österreicher Valentin Poschacher (Hrinkow Advarics), dessen slowakischer Teamkollege Richard Riska und der Pole Piotr Pekala (ATT Investments) gehörten.

Auf das Feld um den Gesamtführenden Mühlberger fuhr sich das Quartett bei Temperaturen um die 30 Grad bis zum Gaisriegel (3. Kat.), dem ersten der drei Bergpreise des Tages, rund fünfeinhalb Minuten Vorsprung heraus. Zwischen Spitze und Feld bewegten sich noch der Tscheche Filip Lepka (Schwingshandl Intralogistics) und der Norweger Simen Evertsen-Hegreberg (Lucky Sport), denen aber der Sprung nach vorn nicht gelang.

Pekala gewann die beiden ersten Bergwertungen und übernahm damit virtuell das Trikot des besten Kletterers von Mühlberger. 40 Kilometer vor dem Ziel fielen Brenner und Riska zurück, ehe im nicht-kategorisierten Anstieg nach Damberg auch Poschauer dem von Pekala eingeschlagenen Tempo nicht mehr folgen konnte.

Das Streckenprofil der 4. Etappe der Tour of Austria | Foto: Veranstalter

Bei der ersten Zieldurchfahrt 25,5 Kilometer vor Schluss, betrug dessen Vorsprung  auf das von EF Education – EasyPost angeführte nur noch 1:20 Minuten. Jan Christen (UAE – Emirates – XRG) beschleunigte kurz darauf in einem weiteren nicht-kategorisierten Anstieg und führte das schnell kleiner werdende Feld eingangs der letzten 19 Kilometer an Pekala heran. Nach weiteren Attacken büßte der isolierte Mühlberger den Anschluss an eine neue Spitzengruppe um Christen und August ein, doch noch vor dem letzten Anstieg des Tages hatte das von Lidl – Trek angeführte Feld acht Kilometer vor dem Ziel die Lücke wieder geschlossen.

Am 1,5 Kilometer langen, aber mehr als zehn Prozent steilen Porscheberg ging Paul Double (Jayco - AlUla) als erster der Favoriten in die Offensive und zog mit Mühlberger, Vervaeke, August und Shaw davon, ehe erneut Lidl – Trek die kleine Verfolgergruppe drei Kilometer vor dem Ziel an das Quintett heranführte und dann mit drei Fahrern die rund zwölf Fahrer starke Spitze auf die über Kopfsteinpflaster führende Zielgerade führte.

Dort lancierte Alvarez seinen Teamkollegen Bagioli, der dann dem Lidl-Trek-Team den ersten Tagessieg bei dieser Österreich-Rundfahrt sicherte. Zemke belegte einen starken fünften Platz und war damit bester KT-Fahrer.

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