Team Strassacker - Rennbericht - Hochsauerland

3Rides Gravel Winterberg: Zehn Stunden Vollgas auf Schotter

Von Fabian Thiele

Foto zu dem Text "3Rides Gravel Winterberg: Zehn Stunden Vollgas auf Schotter"
Dennis Biederer im Hochsauerland | Fotos: Team Strassacker

27.07.2026  |  Drei Tage feinste Gravel-Action im Hochsauerland: Das 3Rides-Gravel-Etappen-Rennen lockte viele ambitionierte Radsportler/innen nach Winterberg, so auch das Team Strassacker. Auch wenn die anspruchsvollen Strecken am Ende einiges an Tribut forderten, sammelten Dennis Biederer und Joshua Höllige drei Tages-Plätze und einen Gesamtwertungsplatz auf dem Podium ein.

Ein Zeitfahren am Freitag und zwei lange Massenstart-Etappen am Samstag und Sonntag versprachen anspruchsvolle Gravel-Action in Winterberg. Das vom Riderman bewährte Format wurde von den 3Rides-Veranstaltern erstmals vom Asphalt auf Schotter verlegt - am Wintersport- und Mountainbike-Hotspot Winterberg. Dabei hatten es die Strecken in sich: Am Freitag stand ein Zeitfahren über 14 km und 300 Höhenmeter auf dem Plan, am Samstag folgten 105 km mit rund 2500 Höhenmetern und am Sonntag 125 km mit ca. 3000 Höhenmetern. Dazu waren mit wechselhaftem Wetter bei etwa 15 Grad für das ganze Wochenende auch noch eher herbstliche Bedingungen vorhergesagt.

Los ging es dann auch am Freitag Vormittag mit einem amtlichen Regenguss, der über das Sauerland hinwegfegte und die Strecke einmal komplett durchweichte. Entsprechend stellte sich der Parcours als technisch etwas tückisch heraus. Trotzdem gelang es uns, mit Dennis Biederer und Joshua Höllige auf den Plätzen zwei und drei gleich zwei Fahrer aufs Podest zu bringen. Moritz Palm und Dennis Höllige folgten auf den Rängen fünf und sechs, ich reihte mich auf Platz 17 knapp vor Nils Kessler auf Rang 20 ein. Marco van Schijndel rundete das starke Mannschaftsergebnis auf Platz 46 ab.

Hartes Ausscheidungsfahren an der Spitze

Am Samstag dauerte es keine 15 Minuten, bis sich eine Spitzengruppe von rund zehn Fahrern absetzen konnte. Dabei waren aus unserer Truppe Moritz und Dennis (Biederer). In der Gruppe dahinter fanden sich Nils, Dennis (Höllige), Joshua und ich ebenfalls in aussichtsreicher Position. Ich musste leider (selbstverschuldet) die Segel streichen, weil meine Schaltung Mitte der ersten Runde ihren Dienst quittierte. Zum Glück geschah dies direkt bei unserer Verpflegung, wo mich Joscha Weber mit einem neuen Akku versorgte, und ich so mein Rennen nun allein fortsetzen konnte.

An der Spitze entwickelte sich ein Ausscheidungsfahren. Leidtragender war auch Moritz, der nach einer Woche mit gesundheitlichen Problemen angeschlagen ins Rennen ging und nach einer von drei Runden aufgeben musste. Dennis hielt unsere Fahnen aber bravourös hoch und gewann hinter Sieger Peter Hermann schließlich den Sprint um Platz zwei vor Florian Christ vom Team Velolease. Nils konnte auf Platz acht ebenso überzeugen wie die Gebrüder Höllige auf den Plätzen 13 und 14. Mein recht einsames Unterfangen endete schließlich ebenfalls noch auf Platz 20, während Marco den Zielstrich auf Platz 24 überquerte.

Nach rund vier Stunden Rennen guckten wir alle etwas müde aus der Wäsche, insbesondere weil am Sonntag nochmal eine Stunde länger Rennen gefahren werden sollte. Samstag und Sonntag wurde auf weitgehend identischem Parcours absolviert, und der Kurs erwies sich als physisch sehr fordernd: Es ging praktisch ununterbrochen rauf oder runter und permanent auf Schotter; nur wenige hundert Meter pro Runde führten über Asphalt. Hinzu kamen noch echte "Liebhaber-Segmente" wie ziemlich holprige Abfahrten über Skipisten.

Das Team Strassacker in Winterberg

Für mich war das Rennwochenende dann Sonntag früh mit starken Halsschmerzen vorzeitig beendet. Auch Moritz ging angeschlagen nicht mehr an den Start. Die Höllige-Brüder mussten das sonntägliche Rennen ebenfalls vorzeitig mit Rückenschmerzen bzw. einem Schaltungsdefekt beenden – das Sauerland forderte seinen Tribut. Damit fuhren nur noch Dennis, Nils und Marco das Rennen zu Ende. Weil das Rennen am Sonntag als Qualifikation für die Gravel-WM im Herbst auch für Tagesstarter geöffnet war, stand dort ein starkes Feld am Start, mit zahlreichen guten Fahrern vor allem aus unseren westlichen Nachbarländern.

Dennis, der seinen Podiumsplatz verteidigen wollte, hatte in der Startphase Pech, als er eine Straßenkante etwas unsanft mitnahm und sein Reifen daraufhin reichlich Luft verlor. Dank CO2-Kartusche war das Problem schnell behoben und die Aufholjagd konnte starten. Ende der ersten von drei Runden war Dennis wieder zurück in der Spitzengruppe und verteidigte von nun an seinen Gesamtrang so gut es ging. Am Ende stand ein zwölfter Platz, womit Dennis sein Podium halten konnte und schließlich als Gesamt-Dritter hinter den Dominatoren des Wochenendes Peter Hermann und Niels Bruynooghe gewertet wurde.

„Das war so ziemlich das Härteste, was ich je auf dem Rad gemacht habe“, berichtete Dennis nach dem Rennen; kein Wunder nach insgesamt rund zehn Stunden Gravel mit Vollgas. Nils konnte einen ebenfalls starken neunten Gesamtrang beisteuern und Marco beendete das Wochenende als Dritter im Bunde auf Platz 21.

Damit ging ein sehr herausforderndes, aber trotzdem erfolg- und vor allem spaßreiches Wochenende zu Ende. Nun gilt es, die Wunden zu lecken und bei Rad am Ring sowohl über das 150-km-Rennen als auch bei den 24 Stunden im Vierer-Team die Siege aus den letzten beiden Jahren zu wiederholen.

Fabian Thiele ist Fahrer im Team Strassacker.

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