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16.08.2026 | (rsn) - In Hamburg sind die Nächte lang, sang einst Freddy Quinn – bei der 29. Ausgabe der ADAC Cyclassics waren es die deutschen Ausreißer. Mit 1,95 Meter beziehungsweise 1,97 Meter Körpergröße schafften mit Niklas Behrens (Visma - Lease a Bike) und Jonas Rutsch (Lotto - Intermarché) zwei Langgewachsene den Sprung in die Fluchtgruppe des Tages und präsentierten sich dem heimischen Publikum kämpferisch.
Gleich nach dem Start setzten sich beide als Teil einer sechsköpfigen Gruppe ab. Zusammen mit Benjamin Thomas (Cofidis), Dries De Pooter (Jayco – AlUla), Loe van Belle (Visma – Lease a Bike) und Filip Maciejuk (Movistar) erarbeiteten sie sich zwischenzeitlich über vier Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld. Nach der ersten Zieldurchfahrt schmolz der Abstand jedoch schrittweise dahin.
An der letzten Waseberg-Passage fiel die Gruppe schließlich auseinander: zuerst mussten De Pooter und Maciejuk abreißen lassen, ehe kurz darauf auch das Visma-Duo mit Behrens nicht mehr an Rutsch und Thomas dranbleiben konnte. Wenig später war das Abenteuer für die letzten beiden Verbliebenen ebenfalls beendet.
“Ganz kurz und knapp: Das Feld war einfach schneller. Die Fluchtgruppe ist immer ein bisschen ein Wagnis, weil man nicht weiß, wie es ausgeht. Aber wenn man es nicht versucht, weiß man es auf keinen Fall. Ich habe es versucht und es hat nicht ganz gelangt, ich bin trotzdem stolz auf das Rennen, das ich gefahren bin”, kommentierte Rutsch seinen Tag nach dem Ziel gegenüber der ARD und lieferte direkt eine Erklärung, woran es gelegen haben könnte: “Ich denke, was die ganze Geschichte ein bisschen gekillt hat, war die Tempoverschärfung von dem Cofidis-Fahrer beim vorletzten Mal den Waseberg hoch, weil wir die beiden Visma-Fahrer dadurch abgehängt haben.”
Mit einer etwas besseren Tagesform hätte es bei Niklas Behrens vielleicht gereicht mitzugehen: "Ich hatte ehrlich gesagt nicht so die besten Beine erwischt, es hat aber dann irgendwie trotzdem gereicht, um dabei zu sein. Es war eine gute Möglichkeit, vorne mit rüber zu kommen“, erzählte er der ARD. Dass es der Bremer trotz seiner Statur über manche Anstiege schafft, bewies er spätestens mit seinem WM-Titel auf dem selektiven Kurs in Zürich.
Nach einer operierten Herzrhythmusstörung war er allerdings erst Ende Juli bei der Tour of Denmark (2.Pro) in die Saison eingestiegen. Ruhig ließ er es in Hamburg trotzdem nicht angehen: “Die erste Überfahrt am Waseberg ist natürlich noch moderat, aber beim vierten und fünften Mal – da war das Lactat schon in den Augen.”
Respekt gab es im Ziel aus dem Hauptfeld. Max Walscheid - ebenfalls einer der Langen im Feld - attestierte den Ausreißern eine starke Vorstellung: “Das waren wirklich sehr, sehr starke Fahrer. Als ich die Namen im Radio gehört habe, dachte ich mir schon: Da können wir hinten keinen Kaffeekranz veranstalten, sondern müssen Vollgas hinterherfahren. Das war dann letztlich auch der Fall.”
Genossen haben dürften Rutsch und Behrens ihren Tag an der Spitze trotzdem. Schon kommende Woche dürfen sich beide über noch mehr heimisches Publikum freuen. Beide stehen bei der Deutschland Tour (2.Pro) am Start und sollten dort für die Fans leicht auszumachen sein.