Nach Herz-OP, Training mit “Begrenzer“ und Comeback

Behrens mit Herbst-Klassikerprogramm in Richtung Frühjahrsklassiker

Von Kevin Kempf

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Niklas Behrens (Visma - Lease a Bike) führt die Gruppe des Tages bei den Cyclassics Hamburg über den Waseberg. | Foto: Cor Vos

19.08.2026  |  (rsn) - Eigentlich konzentriert sich Niklas Behrens (Visma – Lease a Bike) lieber auf das Hier und Jetzt. Doch für radsport-news.com wollte der Deutsche eine Ausnahme machen und noch einmal zurückblicken auf die letzten Monate. Nachdem der 22-Jährige 2024 U23-Weltmeister wurde, wechselte er in die Niederlande zu den Profis. Seitdem wurde er von Verletzungen und Krankheiten geplagt und konnte in eineinhalb Jahren als Berufsradfahrer nur 53 Tage im Rennsattel verbringen.

Im Februar 2025 brach er sich vor den Klassikern bei der UAE Tour das Schlüsselbein. Exakt ein Jahr später zog er sich die gleiche Verletzung bei einem Trainingssturz zu – und dann kamen auch noch Herzrhythmusstörungen hinzu. Nach der Schlüsselbein-OP konnte er zwei Wochen gar nicht trainieren. Zwischen der und jener am Herzen am 1. April durfte Behrens “nur ein bisschen fahren“. Anschließend wurden dem gebürtigen Bremer wieder zwei Wochen totale Ruhe verschrieben – und dann folgte ein “super langsamer Aufbau“, blickte er zurück.

Training “mit Begrenzer“, nannte er diese Phase. “Und dann wird man auch schon wieder krank“, blickte er zurück. Die Krankheiten kamen nicht von ungefähr. “Nach einer Herz-OP kann man da schon mal anfälliger sein, das ist eine der Folgen“, erklärte Behrens, der sich in jener Phase bei ungefähr 50 Prozent seines Könnens sah. Mehr als vier Monate später hat er wieder sechs Renntage für eines der besten Teams der Welt absolviert. “Ich bin jetzt aber noch nicht dort, wo ich mal war“, stellte er klar.

Einsätze in Dänemark und Hamburg

In Dänemark aber überzeugte der Deutsche sofort. Für Wout van Aert und Christophe Laporte leistete er viel Arbeit im Wind und tat der Konkurrenz dabei auch im Finale weh. Er erinnerte auf den schwereren Etappen an jenen Niklas Behrens, der seinen Körper in seiner letzten U23-Saison über die Hügel der Meisterschaftskurse der EM und WM wuchtete.

“Von außen sieht es vielleicht so aus, als wäre ich wieder voll da“, sagte der Norddeutsche. “Ich kann meine 5-Minuten-Wattwerte auch wieder ungefähr treten. Jetzt klappt das aber ein- oder zweimal, während das in Bestform vielleicht fünfmal geklappt hat“, so Behrens. Bei seinem zweiten Renneinsatz bei den Cyclassics Hamburg (1.UWT) brauchte er eher die längeren Efforts, denn dort setzte sich der Visma-Profi über 169 Kilometer als Ausreißer in Szene.

Ab Mittwoch startet er dann zu seinem dritten Rennen – mit der 1 auf dem Rücken, allerdings wohl aus alphabetischen Gründen. “Das habe ich noch gar nicht gesehen, das ist schon mal gut zu wissen“, lachte er. Kapitän sollte aber eigentlich ein anderer sein. “Per Strand Hagenes ist noch krank geworden. Deswegen haben wir jetzt nicht so einen Favoriten wie mit Wout in Dänemark dabei. Tatsächlich werden wir wohl alle mal die Chance haben, etwas zu probieren“, blickte er voraus, wobei er allerdings anmerkte, dass die Teambesprechung erst noch stattfinden müsse.

Klassiker im Visier

Das Profil der drittletzten WorldTour-Rundfahrt der Saison jedenfalls kommt Behrens entgegen. Genau wie die anderen Rennen, die noch auf seiner Saisonplanung stehen. Das sind die Bretagne Classic (1.UWT) am 30. August, die ZLM Tour (2.1) vom 2. bis zum 6. September, der Münsterland Giro (1.Pro) am 3. Oktober, Binche-Chimay-Binche drei Tage später und zum Abschluss die Tour of Guangxi (2.UWT) vom 13. bis zum 18. Oktober in China.

Fast alles Rennen mit einem Klassikerprofil – und das ist kein Zufall! “Ich möchte nächste Saison die Klassiker bestreiten. Die sind jetzt zweimal an mir vorbeigegangen. Das ist schon ärgerlich. Ich war im Höhentrainingslager, das Gewicht war gut und dann breche ich mir das Schlüsselbein. Ich hoffe schon, dass ich, wenn alles gut läuft, 2027 dabei sein und auch eine gute Rolle spielen kann“, hoffte Behrens auf eine Saison ohne gesundheitliche Probleme.

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