Unangemessenes Verhalten Richtung Pogacar & Co.

Vuelta ergreift Maßnahmen bezüglich eigener Influencerin

Von Paul Grosch

Foto zu dem Text "Vuelta ergreift Maßnahmen bezüglich eigener Influencerin"
Tadej Pogacar auf dem Podium der 1. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Cor Vos

24.08.2026  |  (rsn) – Nach der teils heftigen Kritik an einer spanischen Influencerin, die im Rahmen der Vuelta a Espana 2026 von den Veranstaltern als Journalistin eingestellt wurde, haben die Organisatoren nun zumindest teilweise reagiert. Die Content Creatorin fiel nach dem Auftaktzeitfahren in Monaco durch einige unangemessene Interaktionen mit dem Etappensieger Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und weiteren Fahrern auf, die besonders in den sozialen Medien für viel Kritik sorgten.

Die Influencerin Erola Joni war vom Veranstalter selbst engagiert worden, um während der gesamten Rundfahrt Inhalte für die Social-Media-Kanäle der Vuelta zu erstellen. Dafür erhielt sie exklusiven Zugang zu Sperrzonen, in denen Journalisten normalerweise keinen Kontakt zu den Fahrern haben. Nach der 1. Etappe fing sie Tagessieger Pogacar vor einem Raum hinter dem Podium ab, in dem sich der Weltmeister für die Siegerehrung umzog.

Passend zu ihren sonstigen Beiträgen in den sozialen Medien versuchte sie, den Slowenen mit einigen unangemessenen Fragen aus dem Konzept zu bringen. Pogacar wirkte sichtlich irritiert und konnte der Interaktion größtenteils ausweichen. In der Kommentarspalte unter dem vielfach geteilten Video erhielt die Influencerin überwiegend scharfe Kritik.

Heftige Kritik von Eurosport-Journalistin

Einigen spanischen Medien zufolge versuchte sie zudem vergeblich, Joshua Tarling (Netcompany – Ineos) zu interviewen. Danach stellte sie klar, dass sie noch 20 Etappen Zeit habe, den Briten für ein Interview zu gewinnen, und dies sicher schaffen werde. Tarling hatte erst vor kurzem seinen Bruder Finlay bei einem schweren Unfall im Rahmen der Volta a Portugal verloren.

Der Veranstalter reagierte am Montag nun auf die anhaltende Kritik zumindest teilweise. Laut der spanischen Zeitschrift Marca erhält die Influencerin für den Rest der Vuelta keinen oder eingeschränkten Zugang zu den Fahrern und Teambussen. Außerdem muss die Spanierin ihr Verhalten und ihren Umgang dem Niveau eines Radrennens auf dem höchsten Level anpassen. Dennoch wird sie bei allen kommenden Etappen weiterhin eingesetzt, um Inhalte zu produzieren. Die Organisatoren sind der Meinung, dass die Rolle der Influencerin, junge Menschen für den Sport zu begeistern, mit klassischem Journalismus und Pressearbeit vereinbar ist.

Die Eurosport-Reporterin Laura Meseguer äußerte sich kritisch. In ihrer Kolumne bei der spanischen Zeitschrift El País schrieb sie, dass dieses Verhalten die Chancen von Frauen, in einem männerdominierten Sport Fuß zu fassen, um Jahre zurückgeworfen habe. Das Bild, das nach der Etappe nach außen getragen wurde, habe eine Frau ohne Ahnung vom Radsport und ohne Respekt für die Fahrer gezeigt.

Einige männliche Creator hätten bei der Tour de France Femmes ein ähnliches Verhalten gezeigt. Laut Meseguer sei es notwendig, mehr Verantwortung zu übernehmen, damit der Fortschritt der Frauen in der Branche nicht zerstört wird und der Sport sowie die Athleten nicht für Likes ausgenutzt werden.

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