Visma imponiert bei der Vuelta

Van Aert kontrolliert das Feld – aber nicht seine Brille

Von Jan Zesewitz

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Keine Brille - kein Problem. Gute Laune bei Wout Van Aert (Visma - Lease a Bike) während der Vuelta a Espana. | Foto: Cor Vos

26.08.2026  |  (rsn) – Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) war im Ziel der 5. Etappe der Vuelta a Espana (2.UWT) glücklich. Sein Team kontrollierte das Finale, der belgische Superstar hatte daran entscheidenden Anteil und am Ende vollendete sein junger Teamkollege Matthew Brennan die herausragende Mannschaftsleistung. Einen kleinen Wermutstropfen gab es trotzdem für van Aert.

”Ich habe vor dem Rennen eine neue Brille bekommen”, erzählte er am Eurosport-Mikrofon. ”Dann saß sie den ganzen Tag über schon ein wenig locker. Als ich zurückschaute, ist sie dann weggeflogen. Ich bin nicht Tadej Pogacar, der jeden Tag eine neue Brille nehmen kann. Wenn sie jemand findet, bringt sie mir bitte!“, fügte er einen Appell an die Fans an.

Drei Tage zuvor hatte der Gesamtführende Pogacar seine Sonnenbrille im Ziel van Aerts Sohn Georges geschenkt – als “Entschuldigung“ dafür, dass er nach einer Attacke des Papas nicht mitgeführt hatte. Die Sonnenbrille war am Ende dieser Etappe nach Roquetes - Terres de l’Ebre nur eine Randnotiz. Genauso wie die eigenen Ambitionen des 31-jährigen van Aert, der sich völlig selbstverständlich in den Dienst der Mannschaft und Sprintkapitän Brennan stellte.

Visma verfolgt viele Ziele bei der Vuelta

“Wenn man Matthew in so einer Gruppe hat, ist er die beste Karte, auf die man setzen kann“, erklärte van Aert. “Ich muss mir nicht einmal die Wiederholung anschauen, um zu wissen, wie er es am Ende gemacht hat. Es kommt schon nah an das Gefühl ran, wenn ich selber gewinne.“

Visma verfolgt bei dieser Vuelta viele Ziele – bisher geht der Plan vor allem für Brennan auf. Der 21-Jährige soll bei seinem Grand-Tour-Debüt Siege sammeln und lieferte mit bereits zwei Tageserfolgen. Sein Glück über den Weltklasse-Support kann der Brite kaum fassen: “Wir hatten die beiden Jungs vorne, die bis zu den letzten paar Kilometern Tempo gemacht haben. Dann hatten wir Wout (van Aert) und Christophe (Laporte) zum Schluss, die zwei Weltbesten, die man für so ein Finale haben kann“, sagte Brennan im Siegerinterview.

Etappensiege will auch van Aert, der dazu noch aufs Grüne Trikot schielt. In dieser Wertung liegt Brennan mit 60 Punkten auf Platz zwei hinter Pogacar (82), van Aert hat 48, die er vornehmlich bei Zwischensprints sammelte. Sein vermeintlich großer Kontrahent Mads Pedersen (Lidl – Trek) scheint nicht die gleichen Ambitionen oder  Form zu haben wie bei der Tour de France, als dass er um das Grüne Trikot würde kämpfen können.

Und dann gibt es da auch noch Sepp Kuss, den Vuelta-Gesamtsieger von 2023. Der US-Amerikner hatte zwar bereits angekündigt, nicht auf Gesamtwertung fahren zu wollen, aber nach der Etappe in seiner Wahlheimat Andorra liegt er auf Platz vier, nur 23 Sekunden hinter dem Gesamtzweiten Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) – einen möglichen Podiumsplatz herschenken wird Kuss wohl auch nicht.

Visma zeigt Selbstvertrauen nach zwei Etappensiegen

Es bleiben arbeitsintensive Wochen für das Visma-Team, aber die “Killerbienen“ sehen sich gerüstet. “Wir wollten das Rennen kontrollieren und das ist uns sehr gut gelungen“, sagte Laporte in Roquetes am Eurosport-Mikrofon. Der Franzose ist der letzte Mann im Sprintzug vor Brennan war und wurde am Ende selbst noch Siebter. “Das hätte nicht so gut geklappt, wenn wir Wout, mich und Matthew nicht gehabt hätten, aber wir haben gezeigt, wozu wir in der Lage sind.“

Die niederländische Equipe ist selbstbewusst – und das aus guten Gründen. Zumal sie mit ihren Ziele Dominator Pogacar kaum in die Quere kommen dürften. Und der kann sogar mit Sonnenbrillen aushelfen.

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