RSNplusRed-Bull-Kapitän nach 6. Etappe auf Platz drei

Roglics Vuelta-Reise ins Ungewisse führt in Richtung Podium

Von Jan Zesewitz

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Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) auf der Verfolgung von Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) bei der Vuelta a Espana. | Foto: Cor Vos

27.08.2026  |  (rsn) – Primoz Roglic (Red Bull – Bora – Hansgrohe) weiß bei dieser Vuelta a Espana (2.UWT), einer Rundfahrt, die er schon viermal in seiner Karriere gewinnen konnte, nicht so recht, was als nächstes passiert. Nach einem Unfall mit einem Auto in der Vorbereitung stand seine Teilnahme sogar in den Sternen, die Vorbereitungsrennen in San Sebastian und in Burgos musste er ausfallen lassen. 

Doch nach sechs Tagen der letzten Grand Tour des Jahres steht der Slowene auf Platz drei in der Gesamtwertung und auch, wenn er eine Position im Klassement einbüßte, so darf sich Roglic Hoffnungen auf das Podium machen. ___STEADY_PAYWALL___

”Wir wissen es nicht”, antwortete er nach der Etappe in Castelló gegenüber Medienvertretern auf eine entsprechende Frage. ”Vielleicht sind wir am Ende schlechter dran als das. Aber am Ende müssen wir es akzeptieren, wie es ist. Es gibt immer Hoffnung.” Es ist der übliche Stoizismus a la Roglic, aber noch vor dem Start des Rennens in Monaco hatte es ganz anders geklungen.

Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf der 6. Vuelta-Etappe, an deren Ende er Rang drei im Gesamtklassement belegt. | Foto: Cor Vos

Sein letztes Rennen waren die nationalen Meisterschaften in Slowenien Ende Juni. Dort holte er sich den Titel im Zeitfahren und wurde Vierter des Straßenrennens. Einen Monat später wurde er bei einer Trainingsausfahrt von einem Auto angefahren und sagte kurz vor dem Vuelta-Start, dass sein härtestes Training in den vergangenen Wochen das Socken anziehen war. 

Nach der 2. Etappe nach Manosque klagte Roglic, dass seine letzte Fahrt über mehr als 200 Kilometer ”eine ganze Weile her” gewesen sei. Dafür steht er gut da. Im Auftakt-Zeitfahren hielt er sich unter den Favoriten schadlos, in Andorra und Castelló fuhr er in der Gruppe hinter dem überragenden Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) jeweils auf Rang sieben.

Keine Chance gegen Pogacar und Mas

”Es war hart heute, wow”, sagte er nun nach der 6. Etappe. ”Ich bin froh, es ins Ziel geschafft zu haben.” Der Tempoverschärfung seines Landsmanns kurz vor dem Gravelabschnitt des Puerto El Bartolo konnte er – wie alle anderen – nicht mitgehen. Auch Enric Mas (Movistar) erwies sich als der stärkere Fahrer an diesem Tag. 

Roglics Gruppe mit  Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) und Ausreißer Ramses Debruyne (Alpecin – Premier Tech) hatte das Spitzenduo auf dem Flachstück Richtung Ziel in Sichtweite, als aber Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) und Harold Tejada (XDS - Astana) aufschlossen, wuchs der Abstand aufgrund von Uneinigkeit unter den Verfolgern wieder ein wenig an.

Der 36-Jährige befindet sich an einem Punkt in seiner Karriere, an dem ihm diese Sekundenspiele nicht mehr wichtig sind. Um Bonussekunden sprintet Roglic nicht mehr. Auch in der Abfahrt sei er weniger Risiko gegangen – mit Recht, wenn man sich Pogacars Ausrutscher ansieht. Roglic liegt  im Kampf um Gesamtplatz zwei nun 47 Sekunden hinter Mas, aber 29 Sekunden vor Carapaz.

Gegen seinen Landsmann Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG, vorn) und den Spanier Enric Mas (Movistar) war der Slowene im Etappenfinale chancenlos.| Foto: Cor Vos

Roglic darf sich berechtigte Hoffnungen machen, dass seine Form nach der langen Pause im Rennverlauf besser wird – und er hat den Trumpf, der beste Zeitfahrer der Pogacar-“Verfolger” in der Gesamtwertung zu sein.

Der Traum von einem fünften Vuelta.Gesamtsieg dürfte durch Pogacars Anwesenheit allerdings unverwirklicht bleiben. Im Kampf ums Podium ist Roglic, der vor wenigen Wochen kaum Socken anziehen konnte, dagegen mittendrin.

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