“Froh, bei der Vuelta wieder lächeln zu können“

Mas hat keine Angst, aber Roglic-Sorgen

Von Kevin Kempf

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Enric Mas (Movistar) kann auf dem Podium der Vuelta wieder lächeln. | Foto: Cor Vos

31.08.2026  |  (rsn) – Als Enric Mas (Movistar) nach der 8. Etappe das Rote Trikot vom gestürzten Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) übernahm, zog er es auf dem Podium aus Respekt vor dem Slowenen nicht an. Am nächsten Tag trug er es am Start in Villajoyosa dann doch – und etwas mehr als fünf Stunden später feierte er in ihm in Alto de Aitana seinen ersten Sieg seit drei Jahren und zehn Monaten.

Nicht erst durch diesen Triumph ist der Spanier ein ernsthafter Anwärter auf den Gesamtsieg bei seiner Heimatrundfahrt. Eine ungewohnte Position für ihn. “Es ist nicht so, dass ich Angst hätte, aber wenn ich den ganzen Tag über den Sieg bei der Vuelta nachdenken würde, würde sich ein Stress aufbauen, den ich im Moment einfach nicht gebrauchen kann“, meinte Mas bei der Pressekonferenz seiner Mannschaft am Ruhetag. “Im Moment genieße ich einfach den Augenblick – das Rote Trikot zu tragen und die Zeit mit dem Team. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was diese Woche ansteht. Das ist eigentlich schon alles.“

Der 31-Jährige hatte eigentlich eine für seine Verhältnisse schlechte Saison. Die kündigte sich bereits Ende 2025 an, als er wegen einer Krampfaderoperation den Rennbetrieb schon im Juli einstellen musste. Dieses Jahr startete wenig vielversprechend. Nach Auftritten auf Mallorca und Platz 24 bei der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) fuhr er zum Giro, den er als 32. Weit hinter seinen eigenen Erwartungen beendete. Auch anschließend lieferte er bei der Tour de Suisse (2.UWT) als Zwölfter und in San Sebastian auf Rang 17 keine Topresultate ab. Besser wurde es bei der Burgos-Rundfahrt (2.Pro), bei der er auf drei der fünf Etappen unter die besten Fünf kletterte und im Gesamtklassement Fünfter wurde.

Schwierige Zeiten

“Ich habe in letzter Zeit einige schwierige Phasen durchlebt, aber es waren nicht die schlimmsten meiner Profikarriere. Es stimmt zwar, dass es schwer war, wieder in die Spur zu finden und meine Form zurückzugewinnen, aber heute bin ich froh, in dieser Verfassung hier zu sein und bei der Vuelta wieder lächeln zu können“, sagte Mas. Bei der Vuelta ging er Knoten dann vollends auf und der Routinier fand die Beine wieder, die ihn 2018, 2021 und 2022 zu Platz zwei bei der Spanien-Rundfahrt getragen hatten.

Etwas anders gemacht hat er in den letzten Wochen aber nicht. “Nichts hat sich geändert. Ich habe einfach weitergemacht wie bisher: gut trainieren, auf mich achten, versuchen, alles perfekt zu machen, und den Prozess genießen. Aber nichts hat sich geändert“, verriet er.

Roglic bereitet Sorgen

Nun liegt der Iberer nach neun von 21 Etappen an der Spitze des Klassements. Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) ist mit 1:18 Minuten Rückstand sein erster Verfolger. Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) liegt 1:39 Minuten zurück. Oscar Onley (Netcompany – Ineos) folgt auf 2:20 Minuten, Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) scheint mit seinen 3:26 Minuten Rückstand schon zu weit hinten zu liegen.

Einen deutlichen Hauptkonkurrenten von diesen Verfolgern hat Mas bereits im Auge. “Ich glaube, angesichts der Geschichte von Roglic bei der Vuelta ist er derjenige, der mir vor der Etappe nach Granada am meisten Sorgen bereitet“, sagte der Gesamtführende schon mit Weitblick auf das letzte Teilstück der Spanien-Rundfahrt.

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