Licht und Schatten für Youngster bei WM-Test in Kanada

Seixas selbstkritisch: “Habe einen Anfängerfehler gemacht“

Von Christoph Matt

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Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM) zeigt sich auch am Ende der Saison in starker Form | Foto: Cor Vos

14.09.2026  |  (rsn) - Mit Selbstkritik sparte Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM) nach den WorldTour-Rennen in Kanada nicht. Der junge Franzose, der beim Grand Prix de Québec auf dem 15. und beim Grand Prix Cycliste de Montréal auf dem 2. Platz landete, war mit seiner Renntaktik nicht rundum zufrieden. “Ich habe überall ziemlich viele Körner investiert, die Taktik war nicht wirklich gut, also muss ich wohl daran arbeiten. Aber ich war hier, um Fehler zu machen und zu sehen, wie es läuft”, resümierte der 19-Jährige nach dem Rennen am Sonntag im Zielinterview.

Schon beim offenen und aggressiv gefahrenen Rennen in Québec zeigte sich Seixas als einer der aktivsten Fahrer. In die siegreiche Spitzengruppe schaffte es der Tour-Vierte allerdings nicht und landete im Sprint der Verfolgergruppe am Ende auf Rang 17. Zudem stand er im Fokus eines schmerzhaften Vorfalls: Im chaotischen Finale kam es zu einem Sturz von Juan Ayuso (Lidl - Trek), in den Seixas unglücklich verwickelt war, als er in einer schnellen Reaktion ausweichen musste und der Spanier zu Fall kam.

Wenige Tage später in Montreal, wo auch das WM-Rennen stattfinden wird, schien Seixas dann bessere Beine zu haben. Er initiierte die entscheidende Attacke am letzten Anstieg und setzte sich gemeinsam mit Isaac Del Toro (UAE - Emirates - XRG) von der Konkurrenz ab. Im Zweiersprint musste er sich dem Mexikaner geschlagen geben.

”Ich habe einen Anfängerfehler gemacht. Ich hatte vor, meinen Sprint 200 Meter vor dem Ziel zu starten, und er hat einen Moment der Unaufmerksamkeit ausgenutzt. Gut gemacht von ihm”, analysierte er sein Finale kritisch, betonte jedoch, dass der zweite Platz für ihn letztlich keinen großen Dämpfer darstelle: “Insgesamt bin ich mit meinem Rennen trotzdem zufrieden.”

Die Karten für die WM noch im Ärmel?

Im Interview deutete er allerdings an, wegen der kommenden Weltmeisterschaften nicht alle Trümpfe ausgespielt zu haben: “Ich habe mich gefragt, wie ich die Situation managen soll, um vielleicht zu gewinnen, aber natürlich wollte ich nicht alle Karten vor der WM auf den Tisch legen. Ich wollte ein paar Dinge im Hinterkopf behalten, die ich besser machen muss”, erklärte er.

Bei aller Selbstkritik traut sich der junge Franzose für den Titelkampf in zwei Wochen also einiges zu: “Das hat mir definitiv Selbstvertrauen gegeben. Heute hatte ich das Gefühl, dass ich die Beine habe, um um den Sieg zu kämpfen. Darauf habe ich gehofft und seit der Tour hingearbeitet, das sind also sehr gute Neuigkeiten für mich. Wir haben gesehen, dass Isaac und Remco sehr stark waren und werden sehen, wie sie sich auf die Weltmeisterschaft vorbereiten.”

Die französische Nationalmannschaft setzt auf jeden Fall voll auf die Nachwuchshoffnung als Kapitän und hat nach Julian Alaphilippes Doppelschlag 2020 und 2021 mit Seixas reelle Chancen, das Regenbogentrikot wieder nach Frankreich zu holen.

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